Bad Neustadt

Rhön-Gymnasium sehnt sich besonders nach frischer Bio-Küche

Die drei Gymnasien im Kreis sollten mehr Bio-Kost und Frischeküche anbieten. In Mellrichstadt kocht ein Metzger zur Zufriedenheit. Doch nicht alle Caterer überzeugen.
Geistige Nahrung gibt es an den Gymnasium zuhauf. Aber auch gutes Essen wie hier auf unserem Symbolbild? Damit befasst sich Corinna Ullrich, Managerin für die Ökomodellregion Rhön-Grabfeld. Sie soll für mehr Bioküche in den Schul-Mensen sorgen. 
Geistige Nahrung gibt es an den Gymnasium zuhauf. Aber auch gutes Essen wie hier auf unserem Symbolbild? Damit befasst sich Corinna Ullrich, Managerin für die Ökomodellregion Rhön-Grabfeld. Sie soll für mehr Bioküche in den Schul-Mensen sorgen.  Foto: DPA/Franziska Kraufmann

Es könnte ihr Abschiedswerk werden, wenn auch eine Art Unvollendete: Corinna Ullrich, seit zwei Jahren Managerin der Ökomodellregion Rhön-Grabfeld, zieht es nach Berlin. Aber das Projekt Bio-Essen in der Mensaverpflegung der Landkreis-Schulen hat sie noch ein gutes Stück vorangebracht.

Den Stand der Dinge erläuterte sie dem Kreistagsausschuss für Bildung, Schule, Sport und Gesundheit. Ende Oktober 2019 hatte der Kreistag beschlossen, zeitnah die Umstellung auf 30 Prozent Bio in der Schulverpflegung der drei Gymnasien in Bad Neustadt, Mellrichstadt und Bad Königshofen umzusetzen.

Unzufriedenheit am Rhön-Gymnasium

Am Rhön-Gymnasium greifen nur rund 30 Schüler auf Mensa-Essen zurück, mit dem Caterer ist man an der Schule unzufrieden, was auch Schuleiterin Kerstin Vonderau noch einmal bestätigte vor dem Gremium. Für die Essensausgabe ist eine Hauswirtschafterin angestellt, die Lohnkosten von rund 8000 Euro im Jahr verursacht. Die Schule verfügt über eine professionelle, jedoch ungenutzte Küche. Corinna Ullrich hat bei den Lehrkräften rund 40 Interessierte ausgemacht, die an einer guten Frischeküche interessiert wären.

Die Subventionierung der Essensausgabe könnte laut Ullrich in Biokost investiert werden. Ullrichs Vorschlag: Die Hauswirtschafterin kocht mit einer zweiten Kraft zusammen selbst, es entstehen Lohnkosten von rund 18 000 Euro. So könnte eine frische Küche mit hohem regionalen und Bioanteil von circa 50 Prozent erreicht werden. Ullrich rechnete dem Gremium vor, dass bei reduziertem Fleischanteil und guter Annahme durch die Schulfamilie der Landkreis ein Essen nur noch mit 50 Cent statt bisher 1,50 Euro subventionieren müsste. Schulleiterin Kerstin Vonderau, selbst seit vielen Jahren Vegetarierin, würde sich über ein solches Angebot freuen, der Anteil vegetarisch essender Schüler wachse stetig.

Der Metzger in Mellrichstadt ist offen für Bio-Ware

In Mellrichstadt nutzt eine lokale Metzgerei die Schulküche für die Essenszubereitung und Ausgabe. Gekocht wird für Gymnasium, Mittelschule und weitere Kindergärten. Wie Ulrrich erklärte, sei der Caterer einer Bio-Verpflegung gegenüber aufgeschlossen. Seiner Meinung nach müsste der Träger jedoch Mehrkosten tragen, da Eltern kaum für höhere Essenskosten aufkommen wollten.

Am Bad Königshöfer Gymnasium liefert ein Caterer die Mittagessen für die Schülerinnen und Schüler. Das Unternehmen sei interessiert an der Bio-Schiene. Allerdings werden dort rund 2000 Essen täglich produziert, er wäre auf mehr Interessenten angewiesen. Der Bad Königshöfer Kreisrat Frank Helmerich wünschte sich ebenfalls, dass in der voll ausgestatteten Mensaküche des Gymnasiums gekocht wird. Zwar erhalte die Grundschule wegen der Förderung auch eine Mensa. Doch könne man auch schauen, gemeinsam ein Essensangebot zu schaffen. Der Grüne Daniel Doser und auch SPD-Mann Egon Friedel unterstützten das Projekt für ökologische und regionale Lebensmittel.

Bad Königshofen an eigenem Koch interessiert

Ullrichs Fazit: In Bad Neustadt sollte mit Beginn des neuen Schuljahres eine Kraft angestellt und Essen frisch in der Gymnasiumküche zubereitet werden. Am Gymnasium Mellrichstadt bleibt der Ist-Zustand mit Aufgeschlossenheit gegenüber Bioware. Für das Gymnasium Bad Königshofen empfiehlt Corinna Ullrich, den Vertrag mit dem Caterer maximal um ein Jahr zu verlängern. Nach einem halben Jahr müsse klar sein, ob der bisherige Caterer bereit ist, ab dem Schuljahr 2021/2022 Biokost anzubieten.

Wenn in der Frischeküche in Bad Neustadt genügend Erfahrungen gesammelt wurden, könnte das Konzept dann auch auf Bad Königshofen übertragen werden, wo ebenfalls eine Küche zur Verfügung stehe. Denkbar ist auch eine Belieferung von Bad Neustadt aus. Landrat Thomas Habermann nutzte das Thema für einige grundsätzliche Erwägungen. "Wir wollen niemanden aus ideologischen Gründen zu etwas zwingen. Aber wir müssen uns auch die Frage stellen, ob wir Lebensmittel subventionieren, die unter eklatanter Verletzung von Tierwohl und geltender Richtlinien hergestellt werden", so der Landrat.

Regionale Kreisläufe

Ein weiteres Mal plädierte er für die kleinen Kreisläufe der Regionalität. Nun brauche es auch ein gemeinsames Votum von Schülern, Schulen und Eltern, um weiter zu kommen. Habermann würdigte die "sehr gute Arbeit" für die Modellregion von Corinna Ullrich, die ihren Wohnsitz in Schönau behalten will. Viel Überzeugungsarbeit habe sie geleistet und mit Einfühlungsvermögen mit den Verantwortlichen gesprochen. Habermann hofft, dass der gute Draht nach Rhön-Grabfeld trotz des Wechsels nach Berlin erhalten bleibe. Ullrich unterstützt als Agrarreferentin die Arbeit der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/die Grünen. Ihre Nachfolgerin beginnt im August mit der Arbeit.

In einer früheren Version stand geschrieben, die Dr.-Karl-Grünewald-Realschule habe sich dagegen ausgesprochen, die Dreifachturnhalle in Bad Königshofen in den Ferienzeiten für öffentlichen Sport zu öffnen. Dies entspricht nicht den Tatsachen. Die Dreifachturnhalle wird den Vereinen ab Ferienbeginn zur Verfügung stehen.

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