Roth

Rhön-Park-Hotel: Warten auf die Wiedereröffnung

Das Rhön-Park-Hotel bereitet sich für Urlaub in Corona-Zeiten vor. Dazu wurde ein eigener Maßnahmenkatalog erstellt. Die Buchungslage für den Sommer ist bis dato stabil.
Das Rhön-Park-Hotel bei Roth ist seit Mitte März stillgelegt. Die Zeit bis zur Wiedereröffnung überbrückt Direktor Ben Baars mit ohnehin notwendigen Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen wie im Schwimmbad Rother Lagune (siehe Bild).
Das Rhön-Park-Hotel bei Roth ist seit Mitte März stillgelegt. Die Zeit bis zur Wiedereröffnung überbrückt Direktor Ben Baars mit ohnehin notwendigen Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen wie im Schwimmbad Rother Lagune (siehe Bild). Foto: Tonya Schulz

Im Rhön-Park-Hotel bei Roth herrscht ungewöhnliche Stille. Normalerweise ist das Haus mitten im Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön mit Urlaubern und Tagungsgästen gut belegt. Derzeit gilt jedoch die gesetzlich verordnete Auszeit im Rahmen der Corona-Schutzmaßnahmen. Hotels in Bayern bleiben bis einschließlich 30. Mai geschlossen. Dafür freuen sich die Verantwortlichen umso mehr, an Pfingsten wieder Gäste begrüßen zu können.

„Die Zimmerauslastung für das Jahr 2020 war mit 70 Prozent prognostiziert. Davon waren bereits 55 Prozent in den Büchern, das war eine sehr gute Situation – bis Corona kam“, erläutert Direktor Ben Baars. Wegen der gesetzlich verordneten Schließung bricht die gute Bilanz des Ferien- und Tagungshotels in sich zusammen. Die Auslastung für das ganze Jahr, Stand Ende April, ist auf knapp 33 Prozent abgestürzt. Von den geplanten 265 000 Gästen für das Jahr 2020 werden vermutlich nur 116 000 kommen, lauten vorsichtige Schätzungen des Managements.

Erholt sich das Tourismusgeschäft?

Zusammen mit einem kleinen Team wird das Hotelgebäude bis zur Wiedereröffnung betriebsfähig gehalten. „Man kann bei einem so großen Haus nicht einfach den Schlüssel umdrehen“, sagt Baars. „Das Hotel ist wie ein großes Schiff. Da kann man nicht einfach eine Vollbremsung machen und dann einfach wieder aufs Gas drücken.“ Die Fixkosten laufen weiter, wenngleich versucht wird, den Energieaufwand auf ein Minimum zurückzufahren. Hinzu kommen die unerwarteten Kosten für die Infektionsschutzmaßnahmen, so der Hotelchef.

Schon jetzt ist das Haus 2,2 Millionen Euro hinter seinem Jahresbudget, sagt Marketingleiterin Cornelia Baars. „Das ist eine immense Herausforderung für unsere Hotelindustrie.“ Die staatliche Soforthilfe sei für eine große Anlage wie das Rhön-Park-Hotel ihrer Meinung nach ein Tropfen auf dem heißen Stein. Weitere Kredite für die Zukunft will die Geschäftsleitung jedoch nicht aufnehmen, weil man aktuell nicht einschätzen könne, ob und wie sich der touristische Markt erholt.

Und was passiert dann mit den Ausbauplänen? Die Indoor-Anlage Rudis Abenteuerland wird fertig modernisiert, so das Management. Die Pläne für die Multifunktionshalle Rhön-Arena werden zwar realisiert, aber zeitlich nach hinten datiert, bis man die Perspektiven für den Tourismus besser einschätzen kann.  Gleiches gilt für den Umbau der Minigolfanlage. Die Renovierung der Zimmer soll turnusmäßig ab November 2021 weitergehen.

Trennwände im Gastronomiebereich

Ein Großteil der 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter musste im Zuge der Schließung in Kurzarbeit geschickt werden. Auch sie warten darauf, dass der Betrieb wieder losgeht. Zur Vorbereitung der Wiedereröffnung wird derzeit eine Ablaufstrategie für alle Bereiche des Hotels entwickelt, um herauszufinden, wie man Gäste und Mitarbeiter vor dem Virus schützen und dennoch einen entspannten Aufenthalt für die Gäste gewährleisten kann. Dazu gehören neben üblichen Maßnahmen, etwa dem Verkauf von Mund-Nasen-Masken und dem Aufstellen von Desinfektionsmittelspendern, auch Trennwände im Gastronomiebereich bei der Essensausgabe und für Sitzbereiche. Zusätzlich wird ein großes Zelt auf der Terrasse aufgebaut, um weitere Sitzplätze zu schaffen. „Wir brauchen eine Mindestanzahl an Gästen, um den Betrieb sinnvoll wiederaufnehmen zu können“, macht Ben Baars deutlich.

Und was sagen die Urlaubsgäste? „Die Familien haben Fragen über Fragen und sind massiv verunsichert“, berichtet Cornelia Baars. Dennoch gibt es nur wenige Stornierungen bei den Urlaubern ab Juli. Man hofft, dass der Urlaub doch Wirklichkeit wird. Das ist auch in vielen Beiträgen in den Social-Media-Kanälen nachzulesen. „Gerade Familien als unsere Hauptzielgruppe sehnen sich wegen der Ausgangsbeschränkungen und der Kinderbetreuung daheim nach einer Auszeit, nach Platz zum Toben und Spielen und nach Entspannung“, so Cornelia Baars.

Die Chance auf neue Gästegruppen

Wie es mit dem Tagungsgeschäft weitergeht, steht noch in den Sternen. „Ob die Firmen ab Mitte September wieder kommen, ist fraglich“, meint die Marketingleiterin. Dafür hofft die Hotelleitung darauf, dass neue Gästegruppen in die Rhön kommen. Cornelia Baars sieht gute Chancen für Deutschlandurlaub und damit auch die Chance auf neue Gäste im Rhön-Park-Hotel. "Ich rechne damit, dass gerade in der Hauptsaison viele Strandurlauber den Weg zu uns finden."

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