Bad Neustadt

Rollerfreaks auf Nebenstraßen

Zweiradabenteuer: 6000 Kilometer waren Peter Nowak aus Bad Neustadt und Bastian Sauer aus Ostheim mit zwei Gleichgesinnten in Mittel- und in Südosteuropa unterwegs. Einmal Istanbul und zurück.
Geschafft: Oben auf dem Pass angekommen, genießen die Rollerfahrer die beeindruckende Kulisse der Karpaten. Im Bild (von links) Bastian Sauer, Maik Lyska, Peter Nowak und Björn Dietrich.Foto: Privat
| Geschafft: Oben auf dem Pass angekommen, genießen die Rollerfahrer die beeindruckende Kulisse der Karpaten. Im Bild (von links) Bastian Sauer, Maik Lyska, Peter Nowak und Björn Dietrich.Foto: Privat

Istanbul, Hagia Sophia, Blaue Moschee, Basare, Europa und Asien zugleich – haben Sie auch schon mal davon geträumt, das alles zu erleben? Mit dem Flieger wäre man in ein paar Stunden da. Aber mit einem Motorroller (den man gerne auch mit Vespa gleichsetzt)? Können Sie sich vorstellen, sich so auf den Weg nach Istanbul zu machen? Für Peter Nowak aus Bad Neustadt und Bastian Sauer aus Ostheim war dieses Abenteuer gerade richtig.

Die Leidenschaft fürs Rollerfahren verbindet nicht nur diese beiden, sondern auch andere Fans in ganz Deutschland, die sich übers Internetforum von Bastian Sauer kurzschließen und austauschen. So fanden sich für die Istanbul-Tour zwei weitere Urlauber, die auf die drei Wochen Ende September/Anfang Oktober ganz heiß waren. Björn Dietrich mit seiner echten Vespa sammelte Nowak und Sauer auf seinem Weg vom brandenburgischen Eberswalde ein, mit Maik Lyska aus Stuttgart und seinem etwas reparaturanfälligen Modell traf sich die Gruppe nach ihrer ersten Tagesetappe in Prag.

Bunt gemischt sind die vier alters- und berufsmäßig, allen gemeinsam ist die Roller-Philosophie: „Der Weg ist das Ziel“. Denn sobald man auf dem Bock sitzt, beginnt die Freiheit. Das gemütliche Tempo von 45 Stundenkilometern ermöglicht es, unterwegs mit Land und Leuten auf Tuchfühlung zu gehen, die herrliche Landschaft in vollen Zügen in sich aufzunehmen, sich zu entspannen und den Alltag zu vergessen.

Am Ziel: Der Roller hat Björn Dietrich, Bastian Sauer, Peter Nowak und Maik Lyska bis zur Blauen Moschee in Istanbul getragen.Foto: Passantin
| Am Ziel: Der Roller hat Björn Dietrich, Bastian Sauer, Peter Nowak und Maik Lyska bis zur Blauen Moschee in Istanbul getragen.Foto: Passantin

Für eine Strecke von insgesamt 6000 Kilometern (Hinweg 3500 Kilometer) die Nebenstraßen auszuwählen, das erfordert schon eine gewisse Vorbereitung, ebenso wie das Herrichten der Roller unterschiedlicher Marken, die schließlich die selbst gebauten Koffer tragen sollen. Gepäck wird so einiges benötigt, denkt man allein an die Zelte, die für die Nächte unter freiem Himmel Schutz bieten. Irgendwo am Waldrand, an idyllischen Fleckchen oder im Feld neben der Straße, wird unterwegs Quartier bezogen, nur bei extremer Witterung weicht die Gruppe auf ein Hotel oder eine Pension aus. Einzige Ausnahme: Für die drei Nächte in Istanbul bucht man, nicht etwa vom heimischen PC aus, nein, erst einen Tag vorher, als die Minarette gewissermaßen schon in Sicht sind.

Wichtigstes Lebensmittel unterwegs: der Kaffee, der an jedem Morgen in Mengen gekocht wird. Ein bisschen Notproviant ist auch dabei, aber am liebsten genießen die Männer die jeweils landestypische Küche, für die sie sich gerne Zeit nehmen.

Vollgas: Peter Nowak (vorne) und Maik Lyska holen für den Anstieg auf rumänischen Schotterpisten alles aus ihren Rollern heraus.Foto: Privat
| Vollgas: Peter Nowak (vorne) und Maik Lyska holen für den Anstieg auf rumänischen Schotterpisten alles aus ihren Rollern heraus.Foto: Privat

Tauchen die vier Roller irgendwo auf, in entlegenen Gegenden Tschechiens, Rumäniens oder Bulgariens, begrüßen Bastian Sauer an der Spitze zunächst skeptische Blicke. Bis zum Ende der Kolonne wandelt sich die Einstellung und Peter Nowak darf als Schlusslicht fröhliches Winken passieren.

Tolle Ziele, an denen ein Autofahrer sicher vorbeibrausen würde, erschließen sich den aufgeschlossenen Reisenden: ein traumhaftes Höhlenbad in Ungarn, die Zipser Burg in der Slowakei, Draculas Schloss Bran, der Olymp, reizvolle Natur in insgesamt zehn Ländern. Besonders angetan haben es den Rhönern das schöne Griechenland und die Herzlichkeit seiner Bewohner, die sie auf dem Rückweg (durch eine Schiffspassage auf 2500 Kilometer verkürzt) erleben durften.

„Die frei laufenden Hunde, die sich auf dem Balkan einen Spaß daraus gemacht haben, uns zu jagen, die waren so ziemlich das Einzige, das uns genervt hat“, zieht Nowak eine absolut positive Bilanz der Tour, die so hervorragend klappte, weil alle Sitzfleisch und Kompromissbereitschaft mitbrachten. Zu Hause angekommen, fragt sich Bastian Sauer sofort: Wohin geht's das nächste Mal? Die Antwort hat er schon: nach Norwegen.

Bastian Sauers Internetforum unter www.slooowriders.de

 
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