Aubstadt

Schritte zur Renaturierung am Haubach

Reinhard Wesinger vom Geo-Team (Zweiter von links), Joachim Omert vom Amt für ländliche Entwicklung (Sechster von links) und Michael Diestel von der Agrokraft (rechts) betreuen das Projekt 'boden:ständig” für den Bereich des Haubachs.
Reinhard Wesinger vom Geo-Team (Zweiter von links), Joachim Omert vom Amt für ländliche Entwicklung (Sechster von links) und Michael Diestel von der Agrokraft (rechts) betreuen das Projekt "boden:ständig” für den Bereich des Haubachs. Foto: Rudolf Merz

Bereits in der letzten Gemeinderatssitzung in Aubstadt stellte Michael Diestel von der Agrokraft das Projekt "boden:ständig” für den Bereich des Haubachs vor. Bürgermeister Burkhard Wachenbrönner konnte nun bei der gewünschten Exkursion den Gemeinderat, die Grundstücksbesitzer und -bewirtschafter der betroffenen Flächen begrüßen. Vom Geo-Team waren Reinhard Wesinger, von der Agrokraft Michael Diestel und vom Amt für ländliche Entwicklung Joachim Omert anwesend.

Sie waren es auch, die die geplanten Bewirtschaftungsmaßnahmen für den Gemeindebereich Aubstadt, anhand von entsprechendem Kartenmaterial, erläuterten. Dabei betonten sie, wie wichtig die Mithilfe der Bewirtschafter und Besitzer ist. Das Motto von "boden:ständig” lautet: "Das Machbare jetzt tun!" Landwirte bewirtschaften dabei ihre Fläche so, dass sie Wasser besser speichern können und der Boden dort bleibt, wo er hingehört. Gemeinden und Landwirte engagieren sich gemeinsam, um den Wasserabfluss in der Flur zu bremsen und Wasser in Rückhaltungen zu speichern. Koordiniert wird das Programm von der Bayerischen Verwaltung für ländliche Entwicklung.

Geplant werden die Umwandlung eines Teils auf der Flurnummer 1986 und 1985 von bestehendem Grünland zu einer integrierten Pufferzone, der Schaffung einer etwa 0,8 bis 1 Meter tiefen Mulde mit Vernässungsbereich, der Einleitung der Drainageabflussgräben, einer Bepflanzung, der Einbau organischen Materials zur Denitrifizierung mit Schotterüberdeckung als Kapillarsperre und einer Sickerzone zum Haubach. Das Einzugsgebiet ist stark durch den Ackerbau geprägt. Daher erklären sich auch die hohen Nitratwerte im Drainwasser. Neben dem Gewässerrandstreifen von 5 Metern müsste zusätzlich noch eine 10 Meter-Zone angelegt werden.

Wie Joachim Omert betont wurde, könnte eine Maßnahme bis 60 000 Euro oder bis zu 85 Prozent gefördert werden. Für den Ankauf von Grundstücken oder Tausch müsste die Gemeinde die Kosten übernehmen. Allerdings, so ergänzte Reinhard Wesinger vom Geo-Team, müsste die gesamte Planung noch mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Wasserwirtschaftsamt abgesprochen werden. Aber da sei man guter Hoffnung, dass von dieser Seite keine größeren Einwände zu erwarten sind.

Krautgraben sollte wieder auf "Vordermann” gebracht werden

Weiter ging die Besichtigungstour an den "Krautgraben”, der schon vor etwa 15 Jahren renaturiert wurde und nach der langen Zeit nun wieder an manchen Stellen ausgebaggert und nachgebessert werden müsste, um dem Ganzen wieder Profil zu geben. Das wurde ebenfalls als Maßnahme ins Auge gefasst. Nachdem der Ausbau des Krautgrabens an der Gemarkungsgrenze zu Herbstadt endet, wäre es wünschenswert und sinnvoll auf Herbstädter Seite, den Rest der Strecke bis zum Haubach ebenfalls als Renaturierungs-Maßnahme mit aufzunehmen.

Auch beim sogenannten Wolfgangsee, der ehemaligen Kläranlage von Aubstadt, wurden verschiedene Wünsche geäußert, für die Reinhard Wesinger Verständnis zeigte. Im Rahmen der Dorferneuerung, so wurde berichtet, beabsichtigt man teilweise bereits einen Misch- und Trennkanal zu bauen, dessen Wasser in den Krautgraben und dann in den Haubach abgeleitet wird. Dadurch kommt dem Krautgraben auch wieder mehr Bedeutung zu.

Am Ende war man sich einig, dass diese Exkursion auf einen sehr fruchtbaren Boden fiel, da die Interessen aller Berücksichtigung finden. Nun wird alles noch einmal in einem Plan zusammengefasst, ehe man über die möglichen Kosten und ihre Förderung konkret reden kann. Michael Diestel von der Agrokraft  zog das erfreuliche Fazit. "Mit einem Projekt sind wir gekommen und mit vier gehen wieder heim”. In Abstimmung mit den Gemeinden, der Wasserwirtschaftsverwaltung, den Landwirten und lokalen Akteuren sollen so die Gewässergüte des Haubachs und die Wasserqualität der im Einzugsgebiet befindlichen Trinkwasserbrunnen nachhaltig verbessert werden.

Gemeinde Herbstadt zieht mit

Wie tags darauf trafen sich auch in Herbstadt der Gemeinderat mit den Vertreter vom Amt, den Besitzern und den Bewirtschaftern der Grundstücksflächen am Haubach, um dabei über vier Projekte zu entscheiden, die weiter verfolgt und in Planung kommen sollten. Von den vieren werden zwei verfolgt, darunter auch der Anschluss des Krautgrabens vom Aubstädter Flurende durch den ganzen Wiesengrund bis zur Einmündung in den Haubach. Die Vertreter der Gemeinde Herbstadt zeigten dabei Interesse, die von Aubstädter Seite bereits durchgeführten Renaturierungsarbeiten in ihrem Bereich nun in geeigneter Weise fortzusetzen.

Auch die Vertreter der Gemeinde Herbstadt unter der Leitung von Bürgermeister Georg Rath (dritter von rechts) konnten sich bei ihrer Zusammenkunft mit der Idee der Renaturierung des Krautgrabens bis hin zur Mündung anfreunden.
Auch die Vertreter der Gemeinde Herbstadt unter der Leitung von Bürgermeister Georg Rath (dritter von rechts) konnten sich bei ihrer Zusammenkunft mit der Idee der Renaturierung des Krautgrabens bis hin zur Mündung anfreunden. Foto: Joachim Omert

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