Bischofsheim

Schulkinderbetreuung: Zentrales Angebot in Bischofsheim?

Ab 2025 besteht ein Rechtsanspruch auf eine ganztägige Betreuung von Grundschülern. Die Stadt Bischofsheim untersucht in einem ersten Schritt, welche Möglichkeiten hierfür am Schulstandort Bischofsheim bestehen.
Foto: Marion Eckert | Ab 2025 besteht ein Rechtsanspruch auf eine ganztägige Betreuung von Grundschülern. Die Stadt Bischofsheim untersucht in einem ersten Schritt, welche Möglichkeiten hierfür am Schulstandort Bischofsheim bestehen.

Wo sollen die Grundschüler künftig nach Unterrichtsende betreut werden? Zentral in Bischofsheim oder auch am Grundschulstandort Unterweißenbrunn? Klar ist, dass die Schulkinderbetreuung künftig nicht mehr in den Kindergärten stattfinden wird.

Ausführlich beschäftigten sich die Bischofsheimer Stadträte mit dieser Thematik. Bürgermeister Georg Seiffert und die geschäftsführende Beamtin Ulla Sippach machten deutlich, dass ab dem Jahr 2025 ein Rechtsanspruch auf ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder im Grundschulalter vorgesehen sei. Für die nötigen Investitionen in den Ganztagsausbau stelle der Bund zwei Milliarden Euro zur Verfügung. Kommunen stehen in der Pflicht, frühzeitig entsprechende Überlegungen anzustellen, notwendige Maßnahmen zu ergreifen, um 2025 handlungsfähig zu sein. Der Stadtrat müsse entscheiden, wie die Grundschulkindbetreuung bedarfsgerecht umgesetzt werden soll.

Derzeit besuchen 120 Kinder aus Bischofsheim die Grundschule, von denen insgesamt 55 eine Betreuung nach Schulende in Anspruch nehmen. Zum einen werde in den Kindergärten wie in Bischofsheim und Oberweißenbrunn eine Grundschulkindbetreuung angeboten, diese nehmen 23 Schüler in Anspruch. Zum anderen gibt es an der Schule seit 2018 ein offenes Ganztagsangebot für Grundschüler. Hier werden 32 Schüler aus Bischofsheim in zwei Kurzgruppen von 11.15 bis 14 Uhr betreut. Die Schüler fahren nach Unterrichtsende mit dem Bus nach Bischofsheim.

Erheblicher Flächenbedarf notwendig

Nach dem aktuellen Raumprogramm besteht für Grundschulkinder ein erheblicher Flächenbedarf, der an den bestehenden Kindergärten schwer oder gar nicht erfüllt werden könne. Bisherige Lösungen seien lediglich geduldet. Auch im Hinblick darauf, dass die ehrenamtlich geführten Trägervereine entlastet werden sollen, spreche vieles dafür, die Grundschulkindbetreuung an der Schule anzusiedeln. Die Schulgebäude bieten sich grundsätzlich an. Dies erfordere jedoch adäquate räumliche Bedingungen in den Schulgebäuden. In Frage kommen daher die Grundschulgebäude oder zentral das Schulgebäude in Bischofsheim.

Die neue Betreuungsform werde das vorhandene offene Ganztagsangebot in Bischofsheim ergänzen. Um Synergieeffekte zu erzielen, wurde von Seiten der Verwaltung dem Gremium vorgeschlagen, den Schulstandort Bischofsheim im Hinblick auf die baulichen Möglichkeiten für eine Unterbringung der Grundschulkindbetreuung zu untersuchen und gegebenenfalls die erforderlichen Planungsleistungen einzuholen. Im Abstimmung mit der Schulleitung soll der mögliche Bedarf prognostiziert und die bauliche Situation analysiert werden.

Kontroverse Diskussionen im Stadtrat

Die Stadträte taten sich mit der Fokussierung auf ein zentrales Angebot in Bischofsheim nicht leicht. Es wurde über den künftigen Bedarf diskutiert, über die bestehenden Angebote der Kindergärten und über die Betrachtung des Standortes in Unterweißenbrunn. Benjamin Lenhardt schlug vor, die Standortfrage zunächst nicht fest zu zurren und beide Schulstandorte zu überprüfen. Roland Mai zeigte sich gegenüber großen Einrichtungen kritisch. Christian Enders sah es jedoch als sinnvoll an, das Betreuungsangebot zentral in Bischofsheim anzusiedeln. Johanna Fellenstein fragte nach der Zukunft der Kindergärten, die derzeit Schulkindbetreuung im Angebot haben. Bürgermeister Seiffert machte deutlich, dass bauliche Investitionen zur Schulkindbetreuung an den bestehenden Kindertageseinrichtungen nicht weiter verfolgt werden sollen. Ausdrücklich betonte er, dass dies nicht für Regelkind- und U3-Kinder-Betreuung gelte. Vielmehr sollen die Kindergärten für die Betreuung dieser beiden Gruppierungen gestärkt werden, ergänzte Sippach.

Für die Schulkindbetreuung werde sich vermutlich kein Trägerverein finden. Dies werde die Stadt leisten müssen, machte Sippach heute schon aufmerksam. Mit zwei Gegenstimmen wurde beschlossen, den von der Verwaltung vorgeschlagenen Weg weiter zu verfolgen.

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