RHÖN

Skywalk an der Grenze und eine Arche Rhön

Auf dem Skywalk: Was hier in unserem Symbolbild im Grünen Norden von New South Wales (Australien) eine Attraktion ist, soll auch in der thüringischen Rhön ein Magnet für Touristen werden.
Foto: Picture-Alliance | Auf dem Skywalk: Was hier in unserem Symbolbild im Grünen Norden von New South Wales (Australien) eine Attraktion ist, soll auch in der thüringischen Rhön ein Magnet für Touristen werden.

Die thüringische Rhön rüstet auf. Ganz nach dem Motto „Nicht kleckern, sondern klotzen“ soll die touristische Entwicklung einen kräftigen Schub nach vorne erhalten – und der Thüringer Rhöntourismus endlich in Schwung kommen. Es sollen Magneten – gleich drei an der Zahl – geschaffen werden, deren Anziehungskraft weit über die Region hinaus wirkt.

Als Leuchtturm-Projekt gilt der schiefste Turm der Welt, der auf der Hohen Geba auf 751 Metern Höhe gebaut werden soll. Nicht weniger Strahlkraft sollen von der „Arche Rhön“ in der Erlebniswelt auf dem Weidberg bei Kaltenwestheim sowie von einer als Skywalk bezeichneten Aussichtsplattform „Grenzblick“ bei Unterweid ausgehen.

Aller guten Dinge sind drei, sagt der Volksmund. Diese Projekte im Landkreis Schmalkalden-Meiningen sind Teil eines von den Anrainer-Kommunen erarbeiteten Tourismuskonzepts Rhön, mit dem mehr Besucher in den Thüringer Teil des sich über drei Bundesländer erstreckenden Mittelgebirges gelockt werden sollen.

Also werfen wir unser Auge zunächst auf dieses Projekt: „Die Thüringer Rhön wird zum Ankerplatz für eine Arche“, heißt es im Nachrichtenportal von T-Online. Auf dem Weidberg ist demnach ein 26 Meter langer Bau in Gestalt eines Schiffes geplant, der mit einer neuen Ausstellung über Tiere, Pflanzen und Gesteinsarten in der Region Aktiv- und Naturtouristen anlocken soll. Der Name „Arche Rhön“ knüpft an die biblische Geschichte der Arche Noah an, die zur Rettung für von einer Sintflut bedrohte Tiere wurde. Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr beginnen und bis Ende 2015 abgeschlossen sein.

Die gute Nachricht, dass ihr touristisches Vorhaben, die Arche am Weidberg, mit rund 930 000 Euro gefördert wird, hatten die Kaltenwestheimer noch zu Ende des alten Jahres vernommen. Wie das Internetportal „inSüdthüringen.de“ auf seiner Website schreibt, kam vor Kurzem der Thüringer Wirtschaftsminister Uwe Höhn persönlich in die Rhön, um den Bescheid zu übergeben. Dabei betonte er, dass sich das Land bei der Tourismusförderung nicht nur auf Oberhof oder Geba konzentriere.

Der Minister sprach von einer „konzertierten Aktion“, mit der man nach vielen verpassten Jahren in den Tourismus in der Rhön investiert. Der müsse hier zum wichtigen Wirtschaftsfaktor werden – mit industriellen Ansiedlungen sei eher nicht zu rechnen in dieser Region. Den Kaltenwestheimern zollte er Respekt für ihre Idee mit dem ungewöhnlichen Bauwerk.

Kaltenwestheims Bürgermeister Harald Heim bedankte sich für die große Finanzspritze. Nun könne man mit der Arche einen Beitrag zum Ganzjahrestourismus in der Rhön leisten: „Es war eine gute Entscheidung.“ Ins gleiche Horn stieß Rolf Baumann, SPD-Landtags- und Kreistagsmitglied, der den Kaltenwestheimern und der Verwaltungsgemeinschaft Hohe Rhön attestierte, dass man hier „die Zeichen der Zeit erkannt hat“. Eine Chance wie jetzt, so viel Geld zu bekommen, „gibt es nie wieder für die Rhön“, machte er deutlich.

Eine solche Touristenattraktion darf natürlich in der thüringischen Rhön nicht fehlen: Mit dem Skywalk „Grenzblick“ will die 460-Seelengemeinde Unterweid in Zukunft punkten. Als Standort ist der 555 Meter hohe Weinberg an der Landesgrenze zu Hessen vorgesehen. Und zwar in der Nachbarschaft zu einem Grenzbeobachtungsturm aus DDR-Zeiten. Der soll – in den Originalzustand zurückversetzt – als Mahnmal und Erinnerung an die innerdeutsche Grenze dienen, wie das Freie Wort/Meininger Tageblatt jüngst berichtete.

Laut Vorentwurf soll der Skywalk über die Höhe des Weinbergs hinausragen und im Gestein verankert werden. Ein gitterartiger Steg mit einer Länge von 21 Metern führt dann zum Aussichtsbereich, der zehn Meter lang und sieben Meter breit ist. Der Fußboden in diesem Bereich soll natürlich aus Glas bestehen, um rund 160 Meter tief bis zum Fuß des Weinbergs blicken zu können. Die Gesamtkosten für dieses Touristenprojekt in Unterweid sollen sich zwischen 300 000 und 400 000 Euro bewegen. Für Peter Heimrich, Chef des Landkreises Schmalkalden-Meiningen, ist das Beispiel Unterweid ein Beleg dafür, dass Politik ihre Versprechen auch halten könne.

Apropos schiefer Turm auf der Hohen Geba, der seit der Projektvorstellung die Seiten der Gazetten füllt – vermehrt mit positivem Echo, wie die Protagonisten und Befürworter des Vorhabens nicht müde werden zu betonen. Zu ihnen zählt bekanntlich Landrat Heimrich, der dennoch das Geba-Bürgerbegehren unterschrieben hat. Sollte es nämlich zu einem Bürgerentscheid kommen, dann ist für ihn klar, wie die Frage „Stimmen Sie dafür, dass auf der Hohen Geba ein Aussichts- und Erlebnisturm mit der geplanten Investitionssumme von etwa 14 Millionen Euro entstehen soll?“ ausfällt: „Der Turm wird gebaut!“

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