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So närrisch ging es zu beim Fladunger Maulaff zur Fasenacht 1971

Ein strahlendes Fladunger Prinzenpaar: Anita und Edi Baumbach erinnern sich noch heute gerne an den Fasching von vor 50 Jahren. 
Foto: Archiv Baumbach | Ein strahlendes Fladunger Prinzenpaar: Anita und Edi Baumbach erinnern sich noch heute gerne an den Fasching von vor 50 Jahren. 

Vor genau 50 Jahren, am 10. Februar 1971, waren Anita und Edi Bambach das Prinzenpaar des Fladunger Fastnachtsclub (FFC). Ein halbes Jahrhundert später erinnern sie sich an ihre Regentschaft und die damalige Faschingszeit.

„Wenn diese Fladunger Fasenacht hält, was der Auftakt am 11. 11. versprach, dann steht der Stadt der Maulaffen eine rauschende Saison bevor“, hieß es damals am 14. November 1970 in der Zeitung. Prinzessin Anita I. vom Berg und Prinz Edi I. von Gerst (eine Anspielung auf seine Herkunft als Oberfladunger Gerstenesel) waren da bereits zehn Jahre verheiratet und hatten drei Kinder.

Faschingsprinzenpaar, damit hatte Anita damals gar nicht gerechnet. Schließlich war ihre jüngste Tochter erst eineinhalb Jahre alt. Nach kurzer Überredungsarbeit der FFC-Verantwortlichen (Präsident Artur Vey, Otto Wald, Gerhard Götz und Wilfried Sebold) willigten sie schließlich ein und wurden somit das erste verheiratete Prinzenpaar der Vereinsgeschichte. Seither gab es nur noch verheiratete Prinzenpaare.

Das Prinzenpaar mit Hofstaat.
Foto: Archiv Baumbach | Das Prinzenpaar mit Hofstaat.

Die Vorfreude auf die Session war groß, es gab aber auch einen Disput. Fladungens zweiter Bürgermeister Oberlehrer Alois Dörr untersagte den Aktiven des FFC, die Bücherei (heutige Bar der Grenzlandhalle) als Umkleide zu nutzen. Deshalb mussten sich Anita und Edi im Wartezimmer der gegenüberliegenden Zahnarztpraxis ankleiden, für die Prinzengarde wurde ein einfacher Bauwagen zur Umkleidekabine umfunktioniert.  Das trübte die Stimmung der Maulaffen-Regenten nicht. Im Gegenteil! Prinzessin Anita im goldenen Kleid und Prinz Edi im weißen Anzug gaben vor dem von Otto Wald gemalten Bühnenbild ein strahlend schönes Paar ab.

Anita und Edi Bambach erinnern sich noch ganz genau. Über jeden der Akteure können sie etwas erzählen. In ihrem Fotoalbum haben sie zig Fotos, Texte und Zeitungsberichte aufbewahrt. Nicht nur von sich als Prinzenpaar, sondern von allen Auftritten – angefangen von unübertrefflichen Bookesweibern (Wilfried Sebold und Kilian Kümmeth) bis hin zu den berühmten singenden Maulaffen (Joachim Gottwalt, Kilian Kümmeth, Edgar Goldbach, Egon Burger, Wilfried Selbold, Charly Dros, Leo Goldbach, Wolfgang Feldner, Willi Ziegler und Roman Thomas) und vielen anderen. Hannes Drescher führte als wort- und witzgewaltiger Sitzungspräsident durch das vierstündige Programm, das von den Tänzen der Prinzengarde aufgelockert wurde.

Die Stars der Fladunger Fasenacht waren die singenden Maulaffen. 
Foto: Archiv Baumbach | Die Stars der Fladunger Fasenacht waren die singenden Maulaffen. 

Nach der Sitzung eröffneten Anita und Edi mit einem Walzer den Tanz, der bis tief in die Nacht ging und schließlich noch im Keller des Pfarrhauses ausklang.

Besuch im Krankenhaus

Neben zwei Faschingssitzungen gab es auch noch zwei Kinderprunksitzungen mit Kinderprinzenpaar (Edith Schmitt und Klaus Gottwalt) und eigenem Sitzungspräsidenten (Georg Klar) sowie eine Seniorensitzung. Außerdem besuchten die FFC-Regenten Kappenabende in Rüdenschwinden, Leubach und Brüchs. „War das eine Gaudi“, erinnert sich Edi Bambach lächelnd. So etwas müsste man heutzutage wieder ins Leben rufen, ergänzt er.

Unvergessen für das Paar auch ihr Besuch im alten Mellrichstädter Krankenhaus. Hier begrüßten sie mit einer Durchsage die Patienten und verteilten Obst. Als Prinz von Gerst war es auch Edi, der damals das Band der Freundschaft zwischen dem FFC und dem benachbarten OCC (Oberfladunger Carnevalsclub) spann. Unter seiner Regentschaft begruben die Vereine ihre unsinnige Erbfeindschaft, von der ohnehin keiner mehr wusste, wie sie entstanden war.

Am Aschermittwoch war dann Schluss mit lustig und der Maulaff wurde wieder eingesperrt. Anita und Edis Fazit 50 Jahre danach: „Schön war die Zeit.“ Für die Zukunft wünschen sie sich, dass auch die nächsten Generationen an dieser Tradition festhalten und sie fördern.

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