Dürrnhof

Solarpark Dürrnhof: Noch zieht die Bürgerinitiative nicht alle Register

Ein Screenshot von einem Video, das mittels einer Drohne bei Dürrnhof aufgenommen worden ist, soll einen Eindruck von der Dimension des geplanten Solarparks liefern
Foto: Eckhard Heise | Ein Screenshot von einem Video, das mittels einer Drohne bei Dürrnhof aufgenommen worden ist, soll einen Eindruck von der Dimension des geplanten Solarparks liefern

Die Bürgerinitiative Dürrnhof, die gegen den geplanten Solarpark vor ihrer Tür Sturm läuft, lässt nicht locker. Im Gegenteil, sie verstärkt ihre Aktivitäten. Jetzt mobilisierten die Mitglieder Unterstützer und fanden 104 Mitbürger - die Hälfte der wahlberechtigten Einwohner -, die sich gegen das Vorhaben aussprachen. Die entsprechende Namensliste ging an den Bürgermeister sowie die Fraktionssprecher des Bad Neustädter Stadtrats. Vielleicht können sie sich auf diese Weise Gehör verschaffen, denn nach wie vor fühlen sie sich von der Stadt übergangen, klagen Ruth Albrecht und Wolfgang Wilhelm, zwei Vertreter aus dem harten Kern der Bürgerinitiative.

Informieren und Argumente sammeln, die gegen die geplante 34 Hektar große Freiflächenanlage sprechen, sehen die beiden als die aktuelle Aufgabe der Initiative an. Dazu wurde auch bereits eine eigene Homepage – www.solarpark-duerrnhof.de – eingerichtet, auf der sich die Besucher über das Projekt und die Beeinträchtigungen für die Bewohner Dürrnhofs kundig machen können. Ein mittels einer Drohne gedrehtes Video gibt einen Eindruck von den Dimensionen der Anlage.

Bürger sollen aufgeklärt werden

"Im Moment soll erst einmal weiter Aufklärung betrieben werden und den Einwohnern vor Auge geführt werden, welchen Eingriff der Solarpark für Landschaft und Natur darstellt", erklären die beiden. Intensiv haben sich dazu die Mitglieder der Initiative in die Materie eingearbeitet, um die Folgen aufzuzeigen und die Bevölkerung zu informieren. Dazu soll demnächst auch eine Broschüre im Dorf verteilt werden.

Gleichzeitig bereiten sich die Mitstreiter auf eine Auseinandersetzung im Rahmen des Genehmigungsverfahrens vor. Der Stadtrat habe vor kurzem der Änderung des Flächennutzungsplans zugestimmt und damit das übliche Prozedere mit einer Anhörung der Betroffenen und Träger öffentlicher Belange in Gange gesetzt. Bei diesem Prozess können auch die Gegner zu Worte kommen und ihre Argumente vorbringen.

Wolfgang Wilhelm steht Rechtsstreit skeptisch gegenüber

Mit dem Abschluss dieses Verfahrensschrittes sei aber noch nicht automatisch eine Freigabe für den Solarpark verbunden. Wilhelm hofft dabei noch auf das Einlenken der CSU im Stadtrat, weil die sich gegen die Größe des Vorhabens ausgesprochen habe und für eine kleinere Anlage plädiere. Verlassen wolle er sich aber auch nicht unbedingt auf die Position der CSU-Fraktion.

Einer juristischen Auseinandersetzung sieht Wilhelm, der als Architekt großer Bauprojekte über reichlich Erfahrung auf dem Gebiet verfügt, mit gemischten Gefühlen entgegen. Es gebe zahlreiche Ansatzpunkte vor allem im Bereich Naturschutz, die gegen eine Anlage dieses Ausmaßes sprechen, doch sei die Materie so kompliziert, dass es schwierig werden könnte, juristischen Beistand zu finden. Außerdem sei der Ausgang vollkommen unberechenbar, wie etwa die "bizarren" Vorgänge am Windpark Wülfershausen/Wargolshausen zeigen.

Daher setzen die Gegner des Solarparks auf ein Einlenken der Verantwortlichen vor Ort. Ihnen sollte bewusst werden, dass sie für die Bürger der Kommune verantwortlich sind und sich nicht "vor den Karren" eines auswärtigen Investors spannen lassen sollten, hoffen sie. Statt zum Beispiel zu schauen, wo eine geeignete Fläche für Photovoltaik ist, lasse sich die Stadt eine Bauleitplanung aufzwingen, noch dazu für ein Vorhaben in einer Größenordnung, die den Rahmen bisheriger Anlagen der Region deutlich sprenge. "Im Augenblick hat sich die Stadt das Heft des Handelns aus der Hand nehmen lassen", kritisiert Ruth Albrecht, doch noch hofft sie auf Einsicht.  

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