Herschfeld

St. Laurentius: Tagespflege Leutershausen stößt auf großes Interesse

Das gesamte Untergeschoss des mitten in Leutershausen geplanten Gebäudekomplexes wird die Tagespflege der Sozialstation einnehmen. Sobald die Förderstellen grünes Licht geben, soll gekauft werden. Vorsitzender Heinisch, Kassier Baumann und Pflegedienstleiter Kleinhenz informierten bei der Mitgliederversammlung der Sozialstation St. Laurentius Bad Neustadt über den Stand der Planung und des Kaufgeschäftes.
Foto: Klaus-Dieter Hahn | Das gesamte Untergeschoss des mitten in Leutershausen geplanten Gebäudekomplexes wird die Tagespflege der Sozialstation einnehmen. Sobald die Förderstellen grünes Licht geben, soll gekauft werden.

Die diesjährige Mitgliederversammlung der Sozialstation St. Laurentius Bad Neustadt war anders als gewohnt. Diesmal wurde sie auf maximal 25 Teilnehmer begrenzt im Herschfelder Pfarrheim mit Hygienekonzept, Mund-Nasen-Schutz, Körpertemperaturmessung, Desinfektionsmittel und Abstandsvorschriften abgehalten. Am Ende der gut zweistündigen Zusammenkunft konnten die Vertreter aus den 33 Pfarreien im Altlandkreis Bad Neustadt die Feststellung mit nach Hause nehmen, dass die Sozialstation auch 2019 gut gearbeitet hat, auf finanziell soliden Füßen steht und optimistisch in die Zukunft blicken kann.

Pfarrer Hans Beetz hatte die Teilnehmer mit Worten zum Heiligen Vinzenz von Paul, dem Begründer der neuzeitlichen Caritas, eingestimmt. Vorsitzender Alois Heinisch freute sich über ein gutes Jahresergebnis: "Die gesetzten Ziele sind weitgehend erreicht worden." Er berichtete von Wachstum bei den Erträgen und Umsätzen und zeigte sich stolz über die erfolgreiche Qualitätsprüfung des Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). Er unterstrich die vielen Angebote, wie beispielsweise die Aktion "Hand in Hand", bei der 16 ehrenamtliche Betreuerinnen 300 Besuche bei 13 Personen durchgeführt hatten. Mit herzlichen Worten bedankte sich Heinisch bei allen Mitarbeitern für das Engagement und das konstruktive, harmonische und vertrauensvolle Miteinander.

Gewinnung von Pflegefachkräften gestaltet sich immer schwieriger

Mit vielen Zahlen belegte Pflegedienstleiter Bruno Kleinhenz die erfolgreiche Arbeit der Sozialstation. Insgesamt 91 Mitarbeiter sind vorwiegend in Pflege, Hauswirtschaft und Verwaltung tätig. Er stellte fest: "Wir brauchen immer mehr Pflegefachkräfte, wobei es nach wie vor schwierig ist, ausreichend und geeignete Mitarbeiter zu finden." Deshalb könne man derzeit nicht alle Patienten aufnehmen. Im Leistungsstatistik -Vergleich zu 2018 vermeldete Kleinhenz überall ein Plus. Unter anderem gab es mit 873 versorgten Patienten ein Plus von 8,85 Prozent und mit 105 598 Hausbesuchen einen Zuwachs von 7,4 Prozent.

Neben seinen Dankesworten galt sein Blick den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Vom Virus selbst seien die Mitarbeiter bislang verschont geblieben, jedoch hatte die Sozialstation erhebliche Mindereinnahmen durch Patientenabsagen. Zudem waren Mehrkosten für notwendige Schutzkleidung und Personalausfälle durch angeordnete Quarantäne zu stemmen. "Dennoch sind wir bisher einigermaßen glimpflich davongekommen", bilanzierte Kleinhenz.

Etwa 1,4 Millionen Euro für die Tagespflege in Leutershausen

Trotz der zusätzlichen Belastungen konnte Kassier Udo Baumann ein erfreuliches Plus aus 2019 vorweisen. Bei einem Jahresumsatz von 2,6 Millionen Euro konnte ein Überschuss von 205 000 Euro erzielt werden. Die beiden Kassenprüfer bescheinigten eine vorbildliche Kassenführung. Angesichts der positiven Zahlen sah Beetz keinen Anlass, den Jahresbeitrag zu erhöhen. Nur wenig Raum nahm die Vorstellung und Verabschiedung des diesjährigen Haushaltes und Stellenplanes in Anspruch. Baumann rechnet mit 2,58 Millionen Euro Ausgaben, wobei die Personalkosten mit 2,4 Millionen den Löwenanteil ausmachen. Die Haushaltsplanung sollte heuer mit einem Überschuss von circa 57 000 Euro abschließen.

Auf großes Interesse stießen die Informationen zum Millionenprojekt "Tagespflege Leutershausen". Etwa 1,4 Millionen Euro werde der Verein investieren, ein ganzes Geschoss des neu geplanten Gebäudekomplexes werde erworben. Dort will die Sozialstation künftig 24 Tagesgäste betreuen. Die Verhandlungen sind weitgehend abgeschlossen, die Baugenehmigung ist erteilt. Nur noch der bereits als Entwurf vorliegende, notariell zu beurkundende Kaufvertrag muss abgeschlossen werden. Die Förderstellen müssen aber zuvor erst grünes Licht gegeben haben. Zuschüsse von 300 000 Euro wurden beim Deutschen Hilfswerk und gar 600 000 Euro beim bayerischen "PflegesoNah-Förderprogramm" beantragt. Wenn alles gut läuft, kann eventuell im November der Spatenstich erfolgen. Die Bezugsfertigkeit des Objekts erhofft man sich für Herbst 2022. Finanziert werden soll über die beantragten Zuschüsse, mit Hilfe eines kfw-Darlehens und über einen Griff in den eigenen Geldsäckel (400 000 Euro).

Nach 17-jähriger Tätigkeit als Vertreter der beteiligten Kirchenstiftungen  in der Vorstandschaft der Sozialstation St. Laurentius Bad Neustadt wurde Pfarrer Hans Beetz (links) vom Vorsitzenden Alois Heinisch (rechts) im Rahmen der Mitgliederversammlung mit herzlichen Dankesworten in den Ruhestand verabschiedet. Heinisch lobte dessen Hartnäckigkeit im Einsatz für die Sozialstation, sein Engagement und, dass er immer mit Rat und Tat zur Seite stand.
Foto: Klaus-Dieter Hahn | Nach 17-jähriger Tätigkeit als Vertreter der beteiligten Kirchenstiftungen  in der Vorstandschaft der Sozialstation St.
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