Bad Neustadt

Stadt nimmt die Heilquellen in ihre Obhut

Die Bonifatiusquelle sprudelt aus dem vorderen, die Elisabethquelle aus dem hinteren Hahn im Kurhaus. Ab dem kommenden Jahr will die Stadt die Regie bezüglich der Heilquellen übernehmen.
Foto: Stefan Kritzer | Die Bonifatiusquelle sprudelt aus dem vorderen, die Elisabethquelle aus dem hinteren Hahn im Kurhaus. Ab dem kommenden Jahr will die Stadt die Regie bezüglich der Heilquellen übernehmen.

Das Wasser der Bonifatius- und der Elisabethquelle sprudelt aus Wasserhähnen, die Karl-Theodor-Quelle speist Bäderanwendungen im Kurhaus. Die drei Heilquellen und deren Nutzung sind zwingend nötig, will die Stadt ihr Prädikat "Bad" behalten. Das Rhön-Klinikum hat nun verlautbart, dass es die Heilquellen gerne in die Obhut der Stadt übergeben würde. Der Werkausschuss hat dies einstimmig befürwortet, auch wenn nicht unerhebliche Kosten bei der Unterhaltung der Quellen auf die Stadt zukommen.

"Das Rhön-Klinikum hat kein Interesse mehr an den Heilquellen im Kurhaus", bringt es Stadtwerke-Geschäftsführer Ulrich Leber im Werkausschuss kurz und knapp auf den Punkt. Die Stadt allerdings schon, ist doch mit dem Betrieb der drei Quellen und der Nutzung deren Heilwässer der Titel des einzigen "Bad" Neustadt in der Riege der Neustadts in Europa fest verbunden. Oder anders formuliert: Ohne Heilquellen in Zukunft kein "Bad" mehr.

Rhön-Klinikum zieht sich zurück

"Der Titel Bad zeichnet uns aus", betonte Bürgermeister Michael Werner im Werkausschuss. Stadträtin Gudrun Hellmuth sagte: "Es bleibt uns gar nichts anders übrig, als die Heilquellen zu übernehmen". Wenn auch der Rückzug des Rhön-Klinikums aus dem Betrieb bedauerlich sei, so Hellmuth. Nach einer Übernahme durch die Stadt zu Beginn des kommenden Jahres würden die Stadtwerke Regie in Sachen Wässer im Kurhaus führen.

Der im wahrsten Sinne des Wortes laufende Betrieb der Heilquellen wird für die Stadtwerke einen erheblichen Mehraufwand bedeuten und obendrein teuer für die Stadt werden, auch wenn eine genaue Einordnung der Kosten im Werkausschuss noch nicht möglich war. Regelmäßig muss das Wasser untersucht und begutachtet werden. Während die Bonifatius- und die Elisabethquelle als Heilquellen seit 1910 anerkannt sind, fehlt die Heilwasseranerkennung bei der Karl-Theodor-Quelle aus dem Jahre 1968 und müsste noch beantragt, geprüft und positiv beschieden werden. Die bergwerksrechtliche Genehmigung der solehaltigen Quellen muss ebenfalls in regelmäßigen Abständen eingeholt werden.

Nutzung zu Heilzwecken in geeigneten Räumlichkeiten

Alle zehn Jahre erfolgt dann die Reprädikatisierung des Heilbades. Hierbei muss die Stadt nicht nur die Existenz von Quellen, sondern auch deren Nutzung zu Heilzwecken in geeigneten Räumlichkeiten nachweisen. Nur dann darf die Stadt den Titel "Bad" tragen, den Bad Neustadt an der Saale seit 1934 führt. Grund hierfür war die Eingemeindung von Bad Neuhaus. Der Stadtteil hatte das Prädikat "Bad" bereits im Jahre 1907 erhalten.

Wie die Heilquellen in Zukunft besser nutzbar gemacht werden könnten, darüber will die Stadt ebenfalls nachdenken. Eine Umleitung des Heilwassers ins Triamare nach dessen Sanierung brachte Ulrich Leber schon mal ins Spiel. Natürlich nicht für die großen Becken, sondern in einem eigenen Bereich. Der Werkausschuss sprach sich ohne Gegenstimme für die unentgeltliche Übernahme der Heilquellen zum 1. Januar 2021 aus den Händen der Rhön-Klinikum AG aus. Die schlussendliche Entscheidung für die Übernahme der Heilquellen durch die Stadt obliegt allerdings dem Stadtrat.

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