Bad Königshofen

Stadttor wird aus dem Dornröschenschlaf geweckt

Das historische Stadttor von Bad Königshofen ist das letzte von insgesamt drei Toren der einstigen fürstbischöflichen Festungsstadt.
Foto: Hanns Friedich | Das historische Stadttor von Bad Königshofen ist das letzte von insgesamt drei Toren der einstigen fürstbischöflichen Festungsstadt.

Lange hat es gedauert, nun aber wird es wohl war: Das historische Stadttor am Obertor in Bad Königshofen wird aus dem „Dornröschenschlaf“ geweckt. Das jedenfalls war auch kurz Thema bei der letzten Stadtratssitzung (wir berichteten). Das Tor war über all die Jahre hinter Büschen und Hecken verborgen und man konnte nur erahnen, wo das Tor zu finden ist, das auf einem Schild erwähnt wird. Bereits im Jahr 2011 hatte sich der Verein für Heimatgeschichte im Grabfeld, gemeinsam mit der Stadt und dem Landkreis Rhön-Grabfeld stark gemacht, dieses Tor wieder der Öffentlichkeit zugängig zu machen. Allerdings ohne Erfolg. Das Tor ist das letzte der insgesamt drei Stadttore, die die einstige Festungsstadt Königshofen sicherte. In den 1980er Jahren fiel das Tor im Süden der Stadt in der Brauhausstrasse der Spitzhacke zum Opfer. Damals entstanden dort neue Wohngebäude.

Das letzte Stadttor am Anwesen der einstigen Ziegelei Gernert wurde bereits von dem fränkischen Dichter Friedrich Rückert in seinem Gedicht „Die Wanderschaft“ beschrieben: „Der Wanderbursche wollte gehen, aufs Wandern, um die Welt zu sehn. Bis Königshofen vor das Thor, hat er’s gebracht und steht davor und sieht aufs allerbeste, die Stadt sich an, die Veste. Die Vestung hat ein Thor allein, um desto vester nur zu sein. Daß Feinde,. Wenn sie kämen, nicht mehr als eins einnähmen...“ Es ist genau, das Stadttor, das Friedrich Rückert in seinem Gedicht beschreibt. Das jedenfalls bestätigt der Rückert-Experte aus Stadtlauringen Reinhold F. Heusinger. Dieses Stadttor zu erhalten ist seit Jahren ein Bemühen des Vereins für Heimatgeschichte im Grabfeld, aber auch der Stadt Bad Königshofen.

Drei Stadttore hatte einst die Festung Königshofen: Das Ellentor, das Obern Tor und das Neue Tor, das 1559 errichtet wurde. Das schreibt Josef Sperl in seinem Buch über die Festung Königshofen. Hinzu kamen vier Eckbollwerke, die heute teils noch vorhanden sind. Dazu gehören im Südwesten der Stadt das „Lärmenbollwerk“, im Nordwesten „Das Bollwerk hinter dem neuen Spital“, das „Bollwerk am amptshaus“ und im Südosten das „Bollwerk beim roten-wahl-tor“. Von der Festung selbst steht lediglich noch das Obertor.  Im März 2011 fanden Besprechungen mit Kreisbaumeister Herbert Bötsch, Christian Schmidt, Gebietsreferent des Landesamtes für Denkmalpflege,. Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert, Bürgermeister Thomas Helbling und Besitzer Norbert Gernert statt.

Vorschlag: eine Brücke über den Wallgraben 

Dabei ging es auch darum, wie eine Anbindung zwischen Juliuspromenade und dem Parkplatz am Spitalhof geschaffen werden könnte. Christian Schmidt schlug dazu vor, eine Brücke über den noch vorhandenen Wallgraben zu bauen. Bürgermeister Thomas Helbling sagt dazu, dass die Stadt schon seit Jahren versucht, dieses Obertor wieder herzurichten und der Öffentlichkeit zugängig zu machen. „Es wäre eine Attraktion für unsere Gäste aber auch für die Bürger der Stadt.“ Daß eine Sanierung erforderlich ist, stellte Kreisheimatpfleger Reinhold Albert fest. Dazu allerdings müsse man das Tor einmal genauer „unter die Lupe nehmen.“ Wichtig sei es, das letzte Stadttor der fürstbischöflichen Festung zu erhalten.

Der Vorsitzende des Vereins für Heimatgeschichte im Grabfeld, Hanns Friedrich, verwies in diesem Zusammenhang auf einen weiteren werbewirksamen Bereich, den Friedrich-Rückert Wanderweg. Der bekäme durch das Obertor ein besonderes Highlight, weil der Dichter genau dieses Tor in seinem Gedicht von der Wanderschaft  beschrieben hat: Gerade deshalb hofft man nun bei der Stadt und im Verein für Heimatgeschichte, daß es gelingt, dieses Stadttor wieder zu sanieren, es am bisherigen Platz zu belassen und der Öffentlichkeit wieder zugängig zu machen.

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