Bad Königshofen

Stadtwald Bad Königshofen: Holzverkauf und Zuschüsse sorgen für sattes Plus

Nach dem steilen Sinkflug im Jahr 2020 erholte sich der Holzmarkt im vergangenen Jahr überraschend deutlich. Hohe Bundeswaldprämie kam überraschend.
Forstdirektor Wilhelm Schmalen (links), der seit 2015 mit für den Stadtwald Bad Königshofen zuständig war, wurde von Bürgermeister Thomas Helbling verabschiedet. An der Sitzung des Land- und Forstwirtschaftsausschusses nahm auch Schmalens Nachfolger Jürgen Hahn (recht) teil.
Foto: Michael Petzold | Forstdirektor Wilhelm Schmalen (links), der seit 2015 mit für den Stadtwald Bad Königshofen zuständig war, wurde von Bürgermeister Thomas Helbling verabschiedet.

Die Prognosen der Fachleute waren düster ausgefallen, nachdem Trockenheit, Borkenkäfer und drastisch sinkende Holzpreise schon 2020 für ein Minus von 175.000 Euro in der Forstkasse der Stadt gesorgt hatten. Die Zeiten hoher Gewinne in der Waldwirtschaft seien erst einmal vorbei, hatten Stadtförster Herbert Geßner und Forstdirektor Wilhelm Schmalen vom Amt für Landwirtschaft und Forsten in Bad Neustadt bei der Sitzung des Land- und Forstwirtschaftsausschusses im vergangenen Jahr erklärt. Für 2021 sagten sie sein Minus von rund 120.000 Euro voraus.

Stadt verdiente mit dem Holzverkauf gut 75.000 Euro mehr als eingeplant

Um so größer war jetzt die Freude bei der Sitzung des Ausschusses, der seit langem wieder einmal im Rathaus tagte, dass statt des dicken Minus ein satter Gewinn von mehr als 131.220 Euro zu Buche stand. Ausschlaggebend dafür sind in erster Linie, wie Stadtförster Geßner in seiner Jahresbilanz deutlich machte, außerordentlich hohe staatliche Zuwendungen von gut 380.000 Euro. Rund 250.00 Euro gab es aus Landesmitteln für waldbauliche Maßnahmen, rund 132.000 Euro betrug die Bundeswaldprämie, mit deren Zuteilung niemand gerechnet hat. Zudem hatten die Holzpreise auf rund 36 Euro für den Festmeter gegenüber 2020 unvermutet stark angezogen, sodass statt der kalkulierten 150.000 Euro dann doch rund 225.000 Euro erlöst wurden.

Deutlich entspannt hat sich auch die Situation im Wald. Mussten 2020 noch 15.000 Festmeter - das Dreifache des durchschnittlichen Jahreseinschlags - wegen des Borkenkäferbefalls gefällt werden, so lag die Menge im vergangenen Jahr mit 5015 Festmetern im Bereich der Planung. Allerdings waren davon 92 Prozent Fichtenholz, das durch Trockenheit oder Borkenkäfer angefallen ist. Für das kommende Jahr sind auch wieder 5000 Festmeter vorgesehen.

Die Holzpreise sind heuer nicht höher als vor 40 Jahren

Forstdirektor Schmalen machte darauf aufmerksam, dass auch ohne den Bundeszuschuss eine schwarze Null beim Betriebsergebnis herausgekommen wäre. Richtig glücklich könne man aber trotzdem nicht sein. Der Holzpreis sei zwar gegenüber dem Vorjahr stark angestiegen, aber in vielen Sortimenten bekomme man heute nicht mehr, wie schon vor 40 Jahren. Dank gebühre Herbert Gessner, der sich viel Arbeit und Mühe mit den Zuschussanträgen gemacht habe.

Mehr als zufrieden zeigte sich auch Bürgermeister Thomas Helbling, der sich ebenfalls bei Gessner bedankte. Dass das Ergebnis so positiv ausfallen werde, habe niemand erwartet. Insofern war es auch keine Überraschung, dass der Ausschuss das Ergebnis einstimmig annahm. Vor der Sitzung war der Ausschuss zu einer Exkursion zu drei Punkten aufgebrochen. In der Waldabteilung Kurze Steig ging es unter anderem um eine Durchforstung von alten Beständen an einem Steilhang, die Kultursicherung,  Aufforstung einer Käferfläche und am Birkensee sowie Hausschlag um Jungbestandspflegen.

Forstdirektor Wilhelm Schmalen geht demnächst in den Ruhestand

Für Wilhelm Schmalen, der seit 20 Jahren in Bad Königshofen lebt und seit 2015 für den Forstbereich mit zuständig ist, war es der letzte dienstliche Termin mit der Stadt, geht er doch in wenigen Wochen in den Ruhestand. Für ihn sei es immer etwas Besonderes gewesen, an seinem Wohnort am Wald mitgestalten zu können, erklärte Schmalen. Bürgermeister Helbling dankte für die vielen Jahre vertrauensvolle Zusammenarbeit und überreichte zum Abschied einen kleinen Präsentkorb.

Mit Forstdirektor Jürgen Hahn hatte auch Schmalens Nachfolger an der Ausschusssitzung teilgenommen. Der gebürtige Bad Neustädter hat mit der Forstdirektion Würzburg, der Landesanstalt in Freising, der Forstschule in Lohr, wo er als Referendar-Ausbilder tätig war und Schweinfurt, mit dem Schwerpunkt Haßberge schon eine Reihe beruflicher Stationen hinter sich gebracht. Er freute sich, Schmalens Bereich mitzuübernehmen und versprach eine spannende Zeit.

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