Stockheim

Stockheim: Barrierefreier Zugang zur Kirche weiter nicht in Sicht

Schon seit Jahren ist in Stockheim die mögliche Schaffung eines barrierefreien Zugangs am Seiteneingang der Kirche St. Vitus im Gespräch. Die politische Gemeinde sei willens, aber das Bischöfliche Ordinariat verhält sich zögerlich, wie abermals im Gemeinderat beklagt wurde.
Schon seit Jahren ist in Stockheim die mögliche Schaffung eines barrierefreien Zugangs am Seiteneingang der Kirche St. Vitus im Gespräch. Die politische Gemeinde sei willens, aber das Bischöfliche Ordinariat verhält sich zögerlich, wie abermals im Gemeinderat beklagt wurde. Foto: Eva Wienröder

Unter Berücksichtigung der Corona-Schutzrichtlinien fand die letzte Sitzung des Gemeinderates in dieser Wahlperiode nicht wie gewohnt im Sitzungsraum im Amtshaus, sondern im Saal des Gemeinde- und Pfarrzentrums "Alte Schule" statt. Am Anfang der Zusammenkunft stand das Gedenken an den am 28. März verstorbenen Gemeinderat Ludwig Streit, zu der auch dessen Witwe Christa und Tochter Michaela anwesend waren.

"Wir haben einen langjährigen Gemeinderatskollegen, engagierten Bürger und Freund verloren", bedauerte Link und unterstrich das beispielhafte Engagement Streits für seine Heimatgemeinde. Streit war fast ein Vierteljahrhundert in der Kommunalpolitik tätig. Er gehörte seit Mai 1999 ununterbrochen dem Gemeinderat an und war zwischenzeitlich unter anderem in der Gemeinschaftsversammlung der VG Mellrichstadt und beim AZV Mellrichstädter Gruppe Verbandsrat. Er gehörte dem Rechnungsprüfungsausschuss der Gemeinde an, fungierte als Beauftragter für Wald- und Wiesenwege und brachte sein Fachwissen als Bauunternehmer in zahlreichen Arbeitsgruppen ein. In Würdigung seiner Verdienste und seines Engagements erhielt Streit 2017 die kommunale Dankurkunde des Freistaat Bayern verliehen.

Barrierefreier Zugang an der Kirche

Im weiteren Verlauf der Zusammenkunft informierte der Bürgermeister über den Sachstand bezüglich einer möglichen Errichtung eines barrierefreien Zugangs am Seiteneingang der Kirche St. Vitus. Ratskollegin Karmen Wille hatte in einer vorangegangenen Sitzung das Thema, das die Stockheimer schon seit Jahren beschäftigt, aufgegriffen und sich nach staatlichen Fördermöglichkeiten erkundigt.  Wie Link ausführte, hatte der Gemeinderat bereits im Dezember 2014 die Zustimmung für die Überbauung von öffentlichem Grund erteilt, um der Kirche die Möglichkeit zu geben, einen barrierefreien Zugang zu schaffen. Im April 2015 haben die Bürgervertreter beschlossen, dass der Bau von der politischen Gemeinde unterstützt wird und auch einen Zuschuss in Aussicht gestellt.

Seit diesen Beschlüssen habe es diversen Schriftverkehr zwischen der Gemeinde und dem Bischöflichen Ordinariat in Würzburg gegeben. Hierbei gehe nicht hervor, dass von Seiten der Kirche das Bauvorhaben fokussiert werde, so der Bürgermeister und beklagte, dass die Gemeinde auf ihre Anfragen hin seit rund zwei Jahren keine Antwort bekommen habe.

Die Verwaltung habe dennoch staatliche Fördermöglichkeiten geprüft, eventuell wären Mittel über die Städtebauförderung denkbar. Die Baumaßnahme sei aber nur mit der Kirche als Eigentümerin des Kirchengebäudes durchführbar, so der Hinweis seitens der Verwaltung von Kämmerin Janine Schauk. Vom Ordinariat habe man aber keine verbindliche Auskunft, ob überhaupt ein barrierefreier Zugang gewünscht sei.

"Die Gemeinde hat das Möglichste gemacht", bekundete der Bürgermeister. Aus dem Gemeinderat wurde ihm beigepflichtet, dass nun die Kirche am Zuge sei. Karmen Wille forderte eine Lösungsstrategie und schlug derweil vor, man sollte zum letzten Mal eine Arbeitsgruppe aus Pfarrgemeinderat, Gemeinderat und Bürgern bilden.

Förderprogramme haben sich geändert

Im Oktober 2019 hat der Gemeinderat Handlungsfelder und ein Fördergebiet zur Aufnahme der Städtebauförderung festgelegt. Bauamtsleiter Christian Rosshirt informierte darüber, dass sich zum Jahreswechsel allerdings die Förderprogramme geändert haben und erläuterte den Sachstand dazu. Im Gremium sieht man beim weiteren Vorgehen die Ausweisung eines Sanierungsgebietes mit mehr Vorteilen verbunden als die eines so genannten Stadtumbaugebietes. So könnten auch private Vorhaben profitieren. Weitere Schritte sollen mit der Regierung von Unterfranken geklärt werden.

Im Zusammenhang mit der Städtebauförderung steht auch die Sanierung des ausgebrannten Pfarrhauses. Hier ist noch nicht klar, wieviel Förderung die Gemeinde bekommt. Gleichzeitig drängt die Versicherung zum raschen Wiederaufbau. Die Ratsleute sehen ausführlichen Beratungsbedarf, deshalb soll dem Thema bei einer der nächsten Treffen ein eigener Tagesordnungspunkt gewidmet werden.

Beschlüsse aus der nichtöffentlichen Sitzung

Bürgermeister Link gab noch Beschlüsse aus der nichtöffentlichen Sitzung vom 10. Februar bekannt. Der Gemeinderat hat den Fischereipachtvertrag mit dem ASV Ostheim vorzeitig um zehn Jahre bis zum 31. Dezember 2032 verlängert. Für die Erweiterung der bestehenden Urnenwand um acht Nischen auf dem Stockheimer Friedhof erhielt die Firma Stiel-Bau aus Ostheim den Auftrag zum Angebotspreis von 13 200 Euro.

Karmen Wille gab die Anfrage eines Bürgers an Martin Link weiter. Dem war aufgefallen, dass der hintere Steinbruch am Grasberg Richtung Schützenhaus großflächig verfüllt und planiert wurde. Der Bürger sorgte sich in diesem Zusammenhang um den Biotop- und Artenschutz. Nach den Worten des Bürgermeisters stammt der Aushub vom neu ausgewiesenen Baugebiet und das Landratsamt hat die Maßnahme genehmigt.

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