Niederlauer

Streuobst-Infotafel: Was Rebella, Remo und Retina zu erzählen haben

Auf Initiative des Niederläurer Obst- und Gartenbauvereins informiert nun eine Tafel über Rebella, Retina, Remo und andere Obstsorten auf der Niederläurer Streuobstwiese.
Obst- und Gartenbauvereins-Vorsitzender Michael Beck (rechts) und sein Stellvertreter Thomas Knaier freuen sich über die neu aufgestellte Infotafel zur Sortenvielfalt der Streuobstwiese in der Grünen Au. Der Blick auf die Niederläurer Pfarrkirche St. Katharina im Hintergrund ergänzt das idyllische Ensemble.
Obst- und Gartenbauvereins-Vorsitzender Michael Beck (rechts) und sein Stellvertreter Thomas Knaier freuen sich über die neu aufgestellte Infotafel zur Sortenvielfalt der Streuobstwiese in der Grünen Au. Der Blick auf die Niederläurer Pfarrkirche St. Katharina im Hintergrund ergänzt das idyllische Ensemble. Foto: Kristina Kunzmann

Vögel zwitschern, Butterblumen wiegen sich sanft im Wind, kaum ein Geräusch ist von der nahen Hauptstraße zu hören. Ab und zu kommt ein Radfahrer oder Fußgänger vorbei. Auf einer kleinen Anhöhe thront idyllisch die kleine Kapelle, im Hintergrund ist der Turm der Pfarrkirche St. Katharina zu sehen. Die Streuobstwiese in der Niederläurer Grünen Au ist zu jeder Tageszeit ein idyllischer Ort. Auf Initiative des Obst-und Gartenbauvereins Niederlauer wurde dort nun eine Informationstafel zur Sortenvielfalt der Streuobstweise aufgestellt, die das attraktive Natur- und Erholungsensemble unweit des Radweges Richtung Unter-/Oberebersbach ergänzt.

"Es war schon lange der Wunsch der erweiterten Vorstandschaft unseres Vereins, der Streuobstwiese eine Information für die Besucher beizufügen. Mit der neuen Informationstafel konnten wir dies nun verwirklichen. Sie ermöglicht es den Besuchern, den Bäumen die jeweilige Obstsorte zuzuordnen. So erhalten Apfelsorten wie Rebella, Remo und Retina und andere auf der Wiese wachsende Fruchtarten für sie ein Gesicht", sagt Michael Beck. Er ist Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) und hat zusammen mit seinem Stellvertreter Thomas Knaier das Projekt federführend betreut. Ermöglicht wurde dessen Umsetzung aber vor allem durch die große Eigeninitiative von Beck, Knaier und weiteren Vereins-Mitgliedern. 

Blick von oben auf einen Teil der Niederläurer Streuobstwiese. 42 verschiedene Sorten Äpfel, Birnen, Zwetschgen und Walnüsse wachsen dort.
Blick von oben auf einen Teil der Niederläurer Streuobstwiese. 42 verschiedene Sorten Äpfel, Birnen, Zwetschgen und Walnüsse wachsen dort. Foto: Kristina Kunzmann

Ohne das Engagement der Mitglieder wäre das Projekt nicht möglich gewesen

Ohne deren Engagement und Spendenbereitschaft wären die Projektkosten, die bei 1300 Euro lagen, laut Michael Beck erheblich höher ausgefallen. Eine finanzielle Förderung in Höhe von 1000 Euro gewährte der Landkreis Rhön-Grabfeld aus seinem Kleinprojektefond im Bereich "Naturschutz und Allgemeinbildung". An der Differenz zu den Gesamtkosten wird sich die Gemeinde Niederlauer beteiligen.

Bis zur Fertigstellung der Tafel aber war es ein langer Weg, erläutert Thomas Knaier. Zunächst musste geklärt werden, dass die Verwendung der ausgewählten Obst-Fotos dem Verein urheberrechtlich erlaubt wird. Vereins-Mitglieder fertigten außerdem ein Drohnenfoto von der Obstwiese an, woraus die Bad Neustädter Grafikerin Nina Schmitt unter Einbezug der Obst-Fotos das Design der Tafel entwickelte. QR-Codes wurden ebenfalls beigefügt, sie ermöglichen den Abruf von Zusatzinformation, zum Beispiel zur Erntezeit, Tipps zur Lagerung oder Herkunft der Früchte. Ein Kunst-Objekt aus hohlen Apfelbaum-Scheiben wertet die Tafel zusätzlich auf.

Auch Butterblumen wiegen sich auf der Streuobstwiese sanft im Wind. Diese ist den Mitgliedern des Niederläurer Obst- und Gartenbauvereins als Teil des Vertrags-Naturschutzes eine echte Herzensangelegenheit.
Auch Butterblumen wiegen sich auf der Streuobstwiese sanft im Wind. Diese ist den Mitgliedern des Niederläurer Obst- und Gartenbauvereins als Teil des Vertrags-Naturschutzes eine echte Herzensangelegenheit. Foto: Kristina Kunzmann

Interesse der Radler und Fußgänger ist groß

42 verschiedene Sorten an Äpfeln, Birnen, Zwetschgen sowie Walnüssen sind auf der Streuobstwiese zu finden. Der Nussbaum ist dem verstorbenen OGV-Ehrenvorsitzenden Wolfgang Schafferhans gewidmet. Die Biozertifizierung der Wiese läuft laut Michael Beck derzeit. Eine Sitzbank und ein Insektenhotel wurden auf der Wiese ebenfalls bereits errichtet, außerdem ein Reisig- und ein Totholz-Haufen für Insekten und Kleinstlebewesen. Nisthilfen für Vögel und ein Steinhaufen für Wirbeltiere sind laut Beck und Knaier in der Planung.

Eigentlich sollte die Fertigstellung der Tafel zusammen mit Wolfram Vaitl (Präsident des Bayerischen Landesverbands für Gartenbau und Landespflege) gefeiert werden, dies fiel nun allerdings der Coronakrise zum Opfer und soll später nachgeholt werden. Über ein reges Interesse an der Tafel können sich Michael Beck und Thomas Knaier trotzdem freuen. So berichtet Knaier von einem regen Fußgänger- und Radfahrer-Verkehr. Viele bleiben interessiert stehen, sehen sich die Tafel genauer an und holen ihr Handy heraus, um Zusatzinfos über den QR-Code abzurufen, hat er beobachtet.

Für Insekten und Kleinstlebewesen wurde auf der Streuobstwiese unter anderem ein Reisighaufen angelegt.
Für Insekten und Kleinstlebewesen wurde auf der Streuobstwiese unter anderem ein Reisighaufen angelegt. Foto: Kristina Kunzmann

Die Streuobstwiese wurde von Mitgliedern des Obst- und Gartenbauvereins im Jahr 2000 angelegt, wird von ihnen gepflegt und ist den Naturfreunden ein Herzensanliegen. Dies spürt man, wenn die beiden Vereinsvorsitzenden die Gründe für deren Wichtigkeit erläutern. "Sie soll das Bewusstsein für unser heimisches Obst wecken und aufrechterhalten und zur Bildung der Bevölkerung sowie der Traditionspflege beitragen", erklärt Thomas Knaier und lässt den Blick über die Bäume schweifen. Es gibt sie noch, diese Orte, an denen das Leben langsamer zu verlaufen scheint, alle Hektik in den Hintergrund rückt. Die Streuobstwiese in der Grünen Au ist so ein Ort. Mit der Infotafel ist sie nun um ein lehrreiches Objekt reicher.

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