OBERELSBACH

Strom und Geld sparen und Sternenpark ermöglichen

Faszination Sternenhimmel: Damit der geplante Sternenpark Biosphärenreservat Rhön eingerichtet werden kann, aber auch um durch Energieeinsparungen Geld zu sparen, beschloss der Gemeinderat von Oberelsbach die vollständige Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik. Das Bild zeigt nach Angaben des Fotografen einen Blick auf den Rhöner Sternenhimmel vom Kreuzberg. Allerdings nicht zur Wasserkuppe, sondern Richtung Grafenrheinfeld. Unter dem Nebel leuchten vorne Sandberg und Waldberg.
Foto: S. Neumann | Faszination Sternenhimmel: Damit der geplante Sternenpark Biosphärenreservat Rhön eingerichtet werden kann, aber auch um durch Energieeinsparungen Geld zu sparen, beschloss der Gemeinderat von Oberelsbach die ...

„Der Markt Oberelsbach ist wieder einmal Vorreiter für eine positive Entwicklung im Biosphärenreservat Rhön.“ So kommentiere Michael Geier, Leiter der bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats, einen Beschluss, mit dem der Marktgemeinderat Maßstäbe im Biosphärenreservat und wohl auch darüber hinaus setzte. In Oberelsbach und allen Ortsteilen wird die Straßenbeleuchtung in den kommenden Wochen komplett auf LED–Technik umgestellt.

Das ist auf den ersten Blick nicht ganz billig, auf den zweiten Blick sind mit der Umstellung so viele Vorteile verbunden, dass das Ratsgremium einhellig dafür stimmte. Beträgt die bisher installierte Gesamtleistung der 654 Leuchtmittel in der Gemeinde gut 48 000 Watt, wofür jährlich Stromkosten von gut 40 000 Euro anfallen, soll die installierte Leistung nach der Umstellung bei 11 600 Watt liegen was, laut Planer Dominik Böhlein, eine Einsparung von 76 Prozent bedeutet.

Diese Quote werde sich aber noch erhöhen, so der Planer, da die Lampen je nach Bedarf und Zeit gedimmt werden. Abgeschalten, das betonte die Bürgermeisterin, würden die LEDs in der Nacht aber nicht. Man habe die Einsparung sehr vorsichtig gerechnet, in einem andern Fall habe sie mehr als 85 Prozent betragen, ergänzte der Planer. Ausgenommen bleibt, nach seinen Auskünften, die Beleuchtung der Oberelsbacher Kirche. Hier sei lediglich eine Zeitschaltuhr vorgestehen, um die Beleuchtungszeiten regeln zu können.

Die gesamte Umstellung, so Bürgermeisterin Birgit Erb, wird 414 000 Euro kosten. Vom Bundesumweltministerium gibt es einen Zuschuss von rund 88 000 Euro, so dass der Eigenanteil der Gemeinde bei 326 000 Euro liegt. Durch die hohen Einsparungen beim Stromverbrauch und bei den Wartungskosten würden die Anschaffungskosten schon im siebten Jahr amortisiert. Installiert werden sollen die neuen Lampen noch in diesem Jahr, gab der Planer den weiteren Zeitplan bekannt.

Doch Oberelsbach spart durch die Anwendung der neuen Technik künftig nicht nur Energiekosten, was auch eine Verringerung des CO2-Ausstoßes und damit einen Beitrag zum Klimaschutz bedeutet. Oberelsbach, so Erb, wird damit auch zur Musterkommune für den Sternenpark im Biosphärenreservat Rhön. Denn die Gemeinde ist die erste, die ihre Beleuchtung im Zuge dieser Maßnahme vollständig nach den Beleuchtungsrichtlinien für Sternenparks gestaltet.

Dies bedeutet vor allem die Reduzierung unnötiger und unwirtschaftlicher Lichtabstrahlungen nach oben und zur Seite, die Anwendung von warmweißen Licht und den Schutz oder die Schaffung eines dunklen, sternenreichen Himmels. Dieser „Schutz der natürlichen Dunkelheit“ sei wertvoll für die menschliche Gesundheit, die Lebensqualität, die Artenvielfalt, die Astronomie und nicht zuletzt für den Tourismus in der Rhön, erklärte Michael Geier, der dem Gremium die Bedeutung des geplanten Sternenparks vorstellte, mit dem die Modellregion Biosphärenreservat weiter aufgewertet würde.

Für die internationale Anerkennung des Sternenparks sei eine Zonierung erforderlich. An die drei Sternenlichtgebiete Lange Rhön, Geba und Schwarze Berge grenzen sogenannte Pufferzonen, in denen zum Beispiel auch Oberelsbach liegt an. Hier sollten Richtlinien zur Vermeidung von Lichtverschmutzung gelten. Oberelsbach werde ein Beispiel, dass nachhaltige Lichtnutzung zum Schutz von Mensch und Natur möglich ist, ergänzte Birgit Erb.

Dass die Umstellung auf LED auch Ärger bedeuten kann, erläuterte Planer Böhlein dem belustigten Gremium. In jedem Ort, in dem er diese Technik bisher zum Einsatz brachte, habe es Beschwerden von Leuten gegeben, denen beim nächtlichen Gang zur Toilette nicht mehr die Straßenlaterne den Weg weist und die daher das Licht anschalten müssen.

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