Sulzfeld

Sulzfelder Schloss ist wieder im Dornröschenschlaf

Die Gemeinde muss viel Geld in die Kinderbetreuung investieren. Nachdem die Pläne der Sulzfelder Umgehung genehmigt sind, beginnt jetzt bald das Planfeststellungsverfahren.
Still ruht das Schloss: Weil  die Gemeinde Sulzfeld viel Geld in die Kinderbetreuung investieren muss, bleibt für die Umsetzung des Nutzungskonzepts derzeit nichts übrig.
Foto: Alfred Kordwig | Still ruht das Schloss: Weil  die Gemeinde Sulzfeld viel Geld in die Kinderbetreuung investieren muss, bleibt für die Umsetzung des Nutzungskonzepts derzeit nichts übrig.

Etwas aus dem Blickfeld der Kommunalpolitik vor Ort ist die Sanierung des Sulzfelder Schlosses geraten, seit klar ist, mit wieviel Millionen hier gerechnet werden muss. Im Gespräch mit dieser Redaktion über die aktuell größten Projekte in der Gemeinde ließ Bürgermeister Jürgen Heusinger zwar auch nicht die Katze aus dem Sack, was die Höhe der Kosten und mögliche Zuschüsse angeht, betonte aber , dass die Gemeinde nach wie vor an dem Ziel festhalte, das Schloss einmal öffentlich zugänglich zu machen. Probewochenenden für Musikkapellen und Chöre  sollen dort einmal samt Übernachtungen möglich sein. Daneben sind Räumlichkeiten für die Seniorenbetreuung vorgesehen.

In den Obergeschossen des Schlosses könnten laut Konzept Übernachtungsmöglichkeiten entstehen.
Foto: Michael Petzold | In den Obergeschossen des Schlosses könnten laut Konzept Übernachtungsmöglichkeiten entstehen.

Gemeinde steht auch einem Investor für das Schloss offen gegenüber 

"Wir haben das Schloss in den Dornröschenschlaf geschickt", machte Heusinger deutlich. Zuvor waren aber alle nachträglichen Einbauten samt alle Schadstoffe entfernt worden, so dass das Schloss aus dem 16. Jahrhundert sich quasi im Rohbau befindet. Einschließlich dem Erwerb wurden bislang rund 400 000 Euro investiert. Nichts dagegen hätte man im Gemeinderat, wenn sich ein Investor finden würde, der das bestehende Konzept übernimmt. Ausgeschlossen bleibe aber nach wie vor eine künftige private Nutzung,  betonter Heusinger, weil man da in der Vergangenheit keine guten Erfahren gemacht habe.       

Das Schlossprojekt könnte aber angegangen werden, so Heusinger, wenn es nicht Pflichtaufgaben gäbe, deren Erledigung dringlicher sei. Rund zwei Millionen Euro bei 80 Prozent Zuschüssen wird die Gemeinde in die Kinderbetreuung investieren.  Im gut 1700 Einwohner zählenden Sulzfeld gibt es seit einigen Jahren immer mehr Nachwuchs, für den die Plätze in der Kinderkrippe, dem Kindergarten und dem Hort nicht mehr ausreichen.

Statt ein- nun zweigeschossig: Südansicht der neuen Kindertagesstätte St. Marien, die an die bestehende Grundschule (rechts) angebaut werden soll.
Foto: Entwurf: Planidee Franken | Statt ein- nun zweigeschossig: Südansicht der neuen Kindertagesstätte St. Marien, die an die bestehende Grundschule (rechts) angebaut werden soll.

Der Trend gehe dahin, dass junge Eltern Häuser bauen und beide berufstätig sind. Das Betreuungsangebot in Sulzfeld reiche lückenlos für Kinder von sechs Monaten bis neuen Jahren. Krippe und Kindergarten werden räumlich getrennt sein. Ein komplett neuer Kindergarten, der allein wegen des zusätzlichen Raumbedarfs denkbar wäre, käme schon deshalb nicht in Frage, weil eine Förderbindung besteht, die die Gemeinde bei der energetischen Sanierung vor einigen Jahren eingegangen ist.           

Etwas Geduld müssen die Sulzfelder und noch mehr die Kleinbardorfer aufbringen, wenn es um die geplante Umgehung geht. Ein Projekt, dass zusammen über 20 Millionen Euro kosten wird.  Allein auf 13,5 Millionen Euro kommt die seit Jahren geplante Umgehung von Sulzfeld. Deren Planung wurde unlängst von der Obersten Baubehörde in München abgesegnet, wie Alexander Schlegel, der Leiter der Abteilung  Straßenbau-Planung am Staatlichen Bauamt Schweinfurt, gegenüber dieser Redaktion  erklärte. Jetzt müsse unverzüglich durch die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens Baurecht geschaffen werden. Angesichts der laufenden Corona-Pandemie werden das ganze Procedere mit der Planauslegung hauptsächlich online ablaufen, so Schlegel. Anschließend werde dann mit den Grundstückskäufen begonnen. Mit einem Baubeginn rechnet er  frühestens im Frühjahr 2022.   

Am Badesee soll Dank einer Spende ein Wasserspielplatz entstehen

Während dieses Projekt ohne finanzielle Beteiligung von Sulzfeld abgewickelt wird und die Gemeinde bei abflauender Verkehrsbelastung in die Lage versetzen wird, den Innenortsbereich zu gestalten, beträgt der Anteil bei der Umgehung von Kleinbardorf rund 400 000 Euro, von denen bereits 230 000 Euro aufgebracht wurden. Der Eigenanteil wird fällig, weil die Umgehung auf Initiative der Gemeinde nachträglich zur Sulzfelder Planung aufgenommen wurde. Insgesamt werden die Kosten auf  6,7 Millionen Euro geschätzt. Hier sollen sofort im Anschluss an das Sulzfelder Planfeststellungsverfahren die notwendigen baurechtlichen Schritte eingeleitet werden.  

Trotz oder gar wegen der noch herrschenden Pandemie laufen bei Bürgermeister Heusinger jede Menge Anmeldungen für den Campingplatz am Badesee ein. Vor allem die kleinen Besucher dürfen sich auf eine neue Attraktion im Sommer freuen. Dank eine Spende über 25 000 Euro wird am Badesee  ein Wasserspielplatz für Kinder entstehen.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Rhön-Grabfeld und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
Sulzfeld
Michael Petzold
Baubehörden
Baurecht
Betreuung von Kindern
Junge Eltern
Jürgen Heusinger
Kinder und Jugendliche
Millionen Euro
Planfeststellung und Planfeststellungsverfahren
Sanierung und Renovierung
Seniorenbetreuung
Stadträte und Gemeinderäte
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!