Mellrichstadt

Udo-Lindenberg-Mittelschule: Ein Preis für viel Fleiß

An die Udo-Lindenberg-Mittelschule in Mellrichstadt ging in diesem Jahr der Streck-Bräu-Kulturpreis, der zum 15. Mal verliehen wurde. Gerhard Schätzlein überreichte den Wanderpokal an Rektor Achim Libischer, im Hintergrund (rechts), Mellrichstadts Bürgermeister Michael Kraus und Axel Kochinki mit dem Geldpreis von 1000 Euro.
An die Udo-Lindenberg-Mittelschule in Mellrichstadt ging in diesem Jahr der Streck-Bräu-Kulturpreis, der zum 15. Mal verliehen wurde. Gerhard Schätzlein überreichte den Wanderpokal an Rektor Achim Libischer, im Hintergrund (rechts), Mellrichstadts Bürgermeister Michael Kraus und Axel Kochinki mit dem Geldpreis von 1000 Euro. Foto: Markus Büttner

Zum 15. Mal wurde jetzt der Streck-Kulturpreis verliehen. Ausgezeichnet werden seit 1988 Kulturträger im Altlandkreis Mellrichstadt. Preisträger in diesem Jahr ist die Udo-Lindenberg-Mittelschule in Mellrichstadt. Die Schülerinnen und Schüler überzeugten mit einem bewegenden Projekt.  

"Die Schülerinnen und Schüler der Udo-Lindenberg-Mittelschule in Mellrichstadt haben gezeigt, was sie bei entsprechender Motivation und Förderung durch ein außerordentlich engagiertes Lehrerkollegium zu leisten im Stande sind", sagte Mellrichstadts ehemaliger Bürgermeister Eberhard Streit in seiner Laudatio. 

Fakten zur deutschen Teilung als Theaterstück

Das sei letztendlich auch ausschlaggebend für die Jury gewesen, die Schülerinnen und Schüler unter den Bewerbungen auszuwählen. An der Mittelschule wurde ein besonderes Theaterprojekt verwirklicht. Rektor Achim Libischer hatte ein Stück erarbeitet und dabei auf Material von Gerhard Schätzlein zurückgegriffen. In dem Projekt "Unterm selben Stern" sei es gelungen, historische Fakten zur deutschen Teilung schülergerecht zu transportieren und die Auswirkungen dieser Teilung auf das Leben der Menschen im Nachkriegsdeutschland zu veranschaulichen. Den mitwirkenden Akteuren und den Zuschauern habe man mit diesem Theaterstück einen historischen Abschnitt deutscher Geschichte vor Augen geführt. 

Offener Kunstbegriff für den Kulturpreis

Axel Kochinki, Chef der Streck-Bräu in Ostheim, erwähnte den offenen Kunstbegriff des Kulturpreises, der weder Inhalt noch Gestaltung des preiswürdigen Werkes einschränkt. "Die gelungene Renovierung eines Fachwerks kann damit genau so preiswürdig sein wie die Leitung eines musikalischen Ensembles." Genau das zeigten die 14 Preisträger der vergangenen Jahre.

"Alle Tage sind gleich lang, jedoch verschieden breit. Dieses Zitat von Udo Lindenberg drückt das aus, was die Stifter würdigen wollen, nämlich Kulturschaffende, die unsere gleich langen Tage mit besonderen Inhalten füllen und dadurch das Leben schöner, glücklicher und breiter machen", so Axel Kochinki. Er begrüßte die coronabedingt wenigen Gäste wie  Bürgermeister Michael Kraus, seinen Amtsvorgänger Eberhard Streit, die Stifter Christine und Rainer Kochinki, Kreiskulturreferent Hanns Friedrich sowie Achim Libischer als Schulleiter mit Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern.

Intensive Probenarbeit abseits des Schulbetriebs

Lob gab es von Laudator Streit für Lehrerinnen und Lehrer sowie die große Zahl von rund 100 mitwirkenden Schülerinnen und Schüler, die für dieses Stück monatelang, weitgehend in ihrer Freizeit und an Nachmittagen, neben dem laufenden Schulbetrieb geprobt hätten. Sogar ein Filmteam hatte  am ehemaligen Grenzstreifen einen Kurzfilm produziert. Besonders erwähnenswert fand es Eberhard Streit, dass in diesem Stück auch Schülerinnen und Schüler der Flüchtlingsfamilien beteiligt waren.

Letztendlich sei es auf besondere Weise gelungen, Geschichte lebendig werden zu lassen. Das habe Rektor Achim Libischer mit einem Zitat von Erich Kästner beschrieben: "Die Vergangenheit muss reden und wir müssen zuhören. Vorher werden wir keine Ruhe finden."  

Das Theaterstück "Unterm selben Stern" nannte Eberhard Streit den bisherigen Höhepunkt des Projektes "Lindenberg", das 2016 mit der Aufarbeitung der großen Flüchtlingswelle begann und sich intensiv mit "Flucht und Vertreibung" befasste. 2017 wurde es mit dem Programm "Mutig gegen Rassismus" fortgesetzt. 

Das Thema Flucht und Miteinander

Achim Libischer habe sich wohl in den Zeiten der Flüchtlingswelle an Udo Lindenberg erinnert, der wie kaum ein anderer für das Miteinander von Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen eingetreten ist. 

An die Udo-Lindenberg-Mittelschule in Mellrichstadt ging in diesem Jahr der 15. Streck-Bräu-Kulturpreis. Unser Bild zeigt von links: Laudator Eberhard Streit, Rektor Achim Libischer, Gerhard Schätzlein und Axel Kochinki.
An die Udo-Lindenberg-Mittelschule in Mellrichstadt ging in diesem Jahr der 15. Streck-Bräu-Kulturpreis. Unser Bild zeigt von links: Laudator Eberhard Streit, Rektor Achim Libischer, Gerhard Schätzlein und Axel Kochinki. Foto: Markus Büttner

Eberhard Streit würdigte als Jury-Mitglied, dass sich die Lehrerinnen und Lehrer weit über ihre berufliche Verpflichtung hinaus für die Schule, die Schülerinnen und Schüler und für eine Kultur des Miteinanders eingesetzt hätten.

Dank an die Streck-Bräu

Ein herzliches Dankeschön sagte zum Abschluss Schulleiter Achim Libischer an die Streck-Bräu in Ostheim. Nicht einzelne Akteure, sondern alle hätten das Projekt erst möglich gemacht. Das Preisgeld von 1000 Euro sei für ein neues Projekt geplant. Stolz und beeindruckt zeigte sich Bürgermeister und Schulverbandvorsitzende Michael Kraus von der Leistung und Kreativität der Udo-Lindenberg-Schule. „Ich hoffe, dass das kulturelle Feuer an der Schule nicht ausgeht.“

Der Streck-Kulturpreis

Der Streck-Bräu Kulturpreis wurde 1988 als erster privater Kulturpreis des Altlandkreises Mellrichstadt ins Leben gerufen. Christine und Rainer Kochinki wollen damit die heimische Kulturlandschaft in der Region stärken. Gefördert werden Lesitungen mit einem Geldbetrag von 1000 Euro. Seit 2006 gibt es dazu den von Kreiskulturreferent Hanns Friedrich (Bad Königshofen) gestifteten Wanderpokal. Der Jury gehören der jeweiligen Landrat in Rhön-Grabfeld, der Bürgermeister der Stadt Mellrichstadt, Kreiskulturreferent und Kreisheimatpfleger, der Vorsitzende der Volkshochschule Rhön und Grabfeld sowie die Künstlerin Christine Kochinki an.
(hf)

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