Unsleben

Unsleben: Die Koffer werden schon gepackt

Aus der Vogelperspektive ist zu erkennen, dass sich das Äußere des Gebäudes total verändert hat.
Aus der Vogelperspektive ist zu erkennen, dass sich das Äußere des Gebäudes total verändert hat. Foto: Architekturbüro Karch

In Willmars werden die Koffer schon gepackt, in Unsleben geht es ans Saubermachen: Kein Zweifel, die Rückkehr aus dem Ausweichquartier in die vertraute Umgebung der Herbert-Meder-Schule steht den 100 Schülern der Einrichtung der Lebenshilfe Rhön-Grabfeld kurz bevor. Zum Schuljahresbeginn können wie geplant die sanierten Räume bezogen werden, verkündeten Schul- und Geschäftsführung in  einem Pressegespräch.

In der eindrucksvollen Lampengalerie der Aula freuen sich (von links) Vorstandsmitglied Thomas Dietz, Schulleiter Peter Heinrich, Vorsitzende Brunhilde Hergenhan, Geschäftsführer Jens Fuhl und die Architekten Sabine Karch-Fuchs und Michael Karch auf die Rückkehr in die Herbert-Meder-Schule in Unsleben.
In der eindrucksvollen Lampengalerie der Aula freuen sich (von links) Vorstandsmitglied Thomas Dietz, Schulleiter Peter Heinrich, Vorsitzende Brunhilde Hergenhan, Geschäftsführer Jens Fuhl und die Architekten Sabine Karch-Fuchs und Michael Karch auf die Rückkehr in die Herbert-Meder-Schule in Unsleben. Foto: Eckhard Heise

Drei Jahre "Exil" gehen damit zu Ende. „Dabei haben wir uns in Willmars sehr wohl gefühlt“, betont Schulleiter Dr. Peter Heinrich. Von der Bevölkerung sei die Schule gut aufgenommen worden, die Gemeinde habe alles für eine optimale Unterbringung getan – sie hat sogar selbst einen Dienstraum der Verwaltung zur Verfügung gestellt. Und obwohl die Schule auf drei Gebäude verteilt war, war ein geregelter Ablauf gewährleistet. Einziges Manko neben dem komplizierteren Schülertransport: Die Klassenräume konnten nur über Treppen erreicht werden.

Technik ist auf dem neuesten Stand

Während dieser Zeit wurde das Schulgebäude ins Unsleben nahezu komplett auf Vordermann gebracht und ist nun schon rein äußerlich kaum noch wieder zu erkennen. Dabei hat sich die Raumaufteilung nicht verändert und es sind auch nur etwa 160 Quadratmeter Nutzfläche hinzugekommen, erklärt das verantwortliche Architektenehepaar Sabine Karch-Fuchs und Michael Karch. Dafür wurden sämtliche Räume saniert und die Technik auf den neuesten Stand gebracht.

„Im alten Schulgebäude herrschten zuletzt unglaubliche Zustände“, erinnert sich Lebenshilfe-Geschäftsführer Jens Fuhl. Bereits 2009 wurden die ersten Überlegungen für eine Sanierung vorgenommen. Doch dann mussten erst einmal „dicke Bretter gebohrt werden“. Es sei sogar auf politischer Ebene die Notwendigkeit der Schule in Zweifel gezogen worden, weil das Thema Inklusion zu der Zeit hoch gehandelt worden sei. Dann kam die Frage nach Sanierung oder Neubau auf. Ein neues Gebäude hätte „draußen auf der Wiese“ errichtet werden müssen und wäre teurer gekommen. Ein Bau am gleichen Standort sei aus platztechnischen Gründen ausgeschlossen gewesen. Außerdem sei der Standort ideal, und es wäre schwer gewesen, in Unsleben eine Alternative zu finden.  

Sanierung oder Neubau?

Eine Umsiedlung in eine andere Gemeinde sei ebenfalls nicht sinnvoll gewesen, da Unsleben in der Mitte des Landkreises liegt, die Schüler also etwa die gleiche Entfernungen haben. Eine Sanierung im laufenden Betrieb sei aber auch nicht in Frage gekommen. So musste erst einmal eine schwierige Entscheidungs- und dann auch Finanzierungsphase durchlaufen werden.

Den Ausschlag für die Notwendigkeit zum Handeln habe schließlich ein Leitungsbruch gegeben, der Teile des Untergeschosses unter Wasser gesetzt habe - „schon zuvor musste eine Dusche nach der anderen wegen Schäden an der Installation vom Netz genommen werden“, erläutert Fuhl. Nach dem Vorfall seien wochenlang die Lüfter gelaufen und der Holzboden habe sich gelöst, so dass Verletzungsgefahr für Rollstuhlfahrer und Schüler entstanden sei, ergänzt Lebenshilfe-Vorsitzende Brunhilde Hergenhan.

Nachdem dann alle Hürden genommen waren, wurde 2017 mit den Arbeiten begonnen. Sämtliche Räume wurden auf Vordermann gebracht, die Technik und Fenster komplett erneuert, der Werkraum vergrößert, eine moderne Küche installiert – in der Schule wird das Essen noch selbst gemacht „und wir haben einen genialen Koch“, beteuert Heinrich -, die düstere Fassadenverkleidung mit schwarzem Schiefer wurde gegen eine peppige Verschalung ausgetauscht und vieles mehr, zählen die Architekten auf. Lediglich das Therapiebecken blieb zunächst noch unangetastet, „weil derzeit die Handwerkerkosten für solch spezielle Gewerke ins Uferlose schießen“, versichert Heinrich.

Kostenrahmen nahezu eingehalten

Trotz solcher Preisentwicklungen konnte das 2015 geschätzte Sanierungsvolumen von 6,8 Millionen Euro nahezu eingehalten werden, fasst Fuhl zusammen. Etwa 90 Prozent trägt der Freistaat, rund 700 000 Euro muss die Lebenshilfe aufbringen.

Die offizielle Einweihung erfolgt am 15. Januar 2021 im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Lebenshilfe. Am 16. Januar ist ein Tag der offenen Tür vorgesehen.

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