Unterweißenbrunn

Unterweißenbrunn: Restaurierte Glocken wurden angebracht

Mit dem Autokran wurden die Glocken nach oben gezogen.
Foto: Marion Eckert | Mit dem Autokran wurden die Glocken nach oben gezogen.

Die Unterweißenbrunner haben ihre Glocken wieder. Seit Herbst waren zwei der insgesamt vier Glocken zu Reparatur. Pünktlich zum Osterfest wurden die überarbeiteten und reparierten Glocken wieder zurück auf den Kirchturm verfrachtet.

Das war keine leichte Aufgabe. Denn die große Glocke wiegt 740 Kilogramm und die kleine 420 Kilogramm. Mittels eines Autokrans wurden sie nacheinander nach oben gezogen. Drei Seilzüge waren nötig, um die Glocken im Kirchturm an ihren jeweiligen Platz zu bekommen und wieder an den Aufhängungen anbringen zu können. Mit einer unbeirrbaren Ruhe und Gelassenheit haben die Fachleute der Firma "Turmuhren und Glocken Willing" diese Aufgabe gemeistert. Vor allem bei der großen Glocke war Maßarbeit gefragt. Sie hatte rechts und links in der Fensternische nur zwei Zentimeter Platz.

Aktion für die Nachwelt festgehalten

Kirchenpfleger Franz Schubert, der die ganze Aktion filmte und für die Nachwelt festhielt, war sehr erleichtert, dass am Ende alles gut gegangen waren. Nach der erfolgreichen Reparatur und der Rückkehr in den Kirchturm müsse nun der Steinmetz den Mittelsteg im Fenster wieder anbringen.

Kirchenpfleger Franz Schubert nimmt die reparierten Glocken in Augenschein.
Foto: Marion Eckert | Kirchenpfleger Franz Schubert nimmt die reparierten Glocken in Augenschein.

Die Demontage und Reparatur der Glocken wurde nötig, da bei der Glockenwartung Schäden und Verschleiß festgestellt worden waren. An der großen Glocke war die Krone und Aufhängung gerissen. Ein weiterer Ring zur Befestigung der Glocke wurde angebracht. Die kleine Glocke wies ebenfalls Schäden an der Krone auf. Außerdem war der Schlagring verschlissen.

Neue Klöppel wurden angeschafft

Neue Klöppel mussten für beide Glocken angeschafft werden. "Die alten waren zu hart. Eine Neuanschaffung war günstiger als das Umarbeiten der bisherigen", erklärte Schubert. Die alten Klöppel werde die Pfarrgemeinde aufheben. Angedacht ist, dass sie in der Pfarrscheune einen Platz bekommen.

Es war Millimeterarbeit, die Glocken in den Turm zu bringen.
Foto: Marion Eckert | Es war Millimeterarbeit, die Glocken in den Turm zu bringen.

Viel ist über die Geschichte der Glocken der Unterweißenbrunner Kirche nicht bekannt.  Auf der kleineren Glocken steht die Inschrift "Anno 1748". Die Glocke ist verziert mit Ornamenten, christlichen Darstellungen und einem Schriftzug. Deutlich nüchterner ist die große Glocke, die nur im oberen Bereiche Schriftzeichen aufweist.

Konfisziert, aber nicht eingeschmolzen

Franz Schubert weiß vom Hörensagen, dass während des Zweiten Weltkriegs die Glocken der Unterweißenbrunner Kirche konfisziert wurden. Eingeschmolzen wurden sie jedoch nicht, denn nach Kriegsende kamen sie von Hamburg aus zurück in die Heimat.

Die Kosten für die Sanierung belaufen sich laut Kostenschätzung auf rund 17 000 Euro. Zuschüsse bekommt die Kirchenstiftung von der Stadt Bischofsheim (15 Prozent), der Diözese Würzburg  (20 Prozent) und dem Landkreis Rhön-Grabfeld (5 Prozent). Örtliche Vereine und Gruppierungen haben sich an der Finanzierung ebenfalls beteiligt. 1200 Euro Mehrkosten entstanden durch die Anschaffung der neuen Klöppel. Ihren ersten Einsatz hatten die Glocken in der Osternacht.

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