Heustreu

Verwechslungskomödie: "Neurosige Zeiten"

Wer in der Psychiatrie nicht pariert, landet in der Zwangsjacke. Dr. Schanz (Paul Greb, links) und Rolf (Pfarrer Leo Brand) machen mit der plötzlich in der Anstalt auftauchenden Mutter (Petra Menninger) kurzen Prozess.
Foto: Stefan Kritzer | Wer in der Psychiatrie nicht pariert, landet in der Zwangsjacke. Dr. Schanz (Paul Greb, links) und Rolf (Pfarrer Leo Brand) machen mit der plötzlich in der Anstalt auftauchenden Mutter (Petra Menninger) kurzen Prozess.

Es ist eine Verwechslungskomödie, wie sie im Lehrbuch steht: Das Heustreuer Kolpingtheater zeigt in der Festhalle den Schwank ,,Neurosige Zeiten" von Winnie Abel. In der Premiere bei ausverkauftem Haus begeisterten die Schauspieler mit Witz und Schlagfertigkeit. Und machen das ganze Dorf zur Irrenanstalt.

Im dreiaktigen Schwank versucht Agnes (Stephanie Greb) ihrer Mutter (Petra Menninger) beim Besuch zu zeigen, dass sie ein ganz normales Leben als Tochter einer angesehenen Hoteldynastie führt. Aber das Leben ist eben kein Wunschkonzert: Agnes lebt nämlich gar nicht in einer luxuriösen Villa, sondern in der offenen Wohngemeinschaft der Psychiatrie Heustreu. Dahin verschlagen hat sie ein richterlicher Beschluss, weil die sexsüchtige junge Frau unbekleidet zu einem Meeting erschien und sich dementsprechend lieber auf den Schritt des Chefs, anstatt auf das Hotelmanagement konzentrierte. Dass das zu Schwierigkeiten führt, ist so sicher, wie das ,,Amen" in der Kirche.

Desaster ist vorprogrammiert

Als die Mutter erscheint, muss Agnes ihre Mitbewohner vorstellen, die natürlich auch nicht grundlos in der Psychiatrie sind. Aber Agnes hat schnell eine Lösung parat: Marianne, die Stalkerin (Susanne Wüst) des Volksmusikers Harald Hammer (Wolfgang Köttler) wird kurzfristig zur Haushälterin, der soziophobe Willi (Karl-Heinz Zirkelbach) wird zum Hausmeister, Hans (Achim Gütling) mit dem Putzfimmel und dem Kontrollzwang wird zum Lebensgefährten und die manisch-depressive Desiree (Verena Troibner) wird zur weltberühmten Künstlerin, die ansonsten im Louvre in Paris ihre Werke ausstellt. Aber was ist mit dem Beschäftigungstherapeut Rolf (Pfarrer Leo Brand) und Doktor Doktor Schanz (Paul Greb)? Ganz einfach: Rolf wird mit einem Kasperletheater abgelenkt und Herr Schanz wird zum ,,irren Ingo", der gegenüber in der Irrenanstalt wohnt. Aber damit nicht genug: Zu allem Überfluss taucht auch noch Tuppertante Herda (Sabine Müller) auf, die fälschlicherweise für Agnes Mutter gehalten wird und leider einen kleinen Unfall erleidet. Und was macht man mit so einer (angeblichen) Leiche? Na klar: Ab unter den Teppich damit! Noch komplizierter wird es dann, als Volksmusikstar ,,Hardi" für einen Bericht in einer namhaften Zeitung mit vier Buchstaben mit seinem Reporter (Rainer Stäblein) ankommt, um eine Mutprobe durchzuführen: Eine Nacht mit seiner Stalkerin. Das Desaster ist vorprogrammiert.

Keine Herausforderung zu klein

Wie händelt man solch ein Chaos? Es scheint aussichtslos. Aber für das Heustreuer Kolpingtheater ist keine Herausforderung zu klein: Mit kreativen Witzen, lebhaftem Schauspiel und natürlich ein bisschen Anzüglichkeit gelang es der Theatergruppe, bei der Premiere wieder viel Lachen und Schmunzeln in der Festhalle zu verbreiten. Zum ersten Mal beim Theaterspiel dabei war der neue Pfarrer Leo Brand, der sich vorzüglich in das Bühnendurcheinander integrierte. In seiner besten Szene packte er die eingebildete Mutter von Agnes in eine Zwangsjacke. Absolut sehenswert. Ob sich am Ende alles auflöst in der Heustreuer Anstalt?

Weitere Vorstellungen am 1. und 2. Februar jeweils um 19.30 Uhr sowie am 3. Februar um 17 Uhr in der Festhalle. Karten sind erhältlich bei Walter Weber unter Telefon 09773-6039.

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