Bad Königshofen

Vom Kirchturm der Stadtpfarrkirche geht keine Gefahr aus

Im Ingenieurbüro Federlein in Salz ist das von einer Drohne aufgenommene Bild von der Besichtigung zu sehen. Anhand dessen erläuterten Dieter Federlein und Matthias Heuring die nächsten Schritte der Sicherungsmaßnahmen.
Im Ingenieurbüro Federlein in Salz ist das von einer Drohne aufgenommene Bild von der Besichtigung zu sehen. Anhand dessen erläuterten Dieter Federlein und Matthias Heuring die nächsten Schritte der Sicherungsmaßnahmen. Foto: Hanns Friedrich

Nachdem an der Laterne des Kirchturms in Bad Königshofen starke Sicherungsbänder angebracht sind, kocht auch die Gerüchteküche in der Stadt. Der Turm sei in diesem Bereich nicht mehr stabil, die Laterne könnte einbrechen, eventuell seien gar die Anwohner gefährdet,“ hört man immer wieder.  „Nichts von dem trifft zu,“ sagt Ingenieur Dieter Federlein vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Salz in einem Gespräch mit dieser Redaktion. Ende August war er mit Dachdeckermeister Maximilian Neumann mit dem Kran der Firma Josef Weber in luftiger Höhe, um die Schäden genau unter die Lupe zu nehmen. Mittlerweile sind diese Untersuchungen im Büro in Salz ausgewertet und liegen vor.

Arbeitsbänder, keine Sicherungasbänder

In diesem Zusammenhang legt Dieter Federlein Wert darauf, dass die Laterne am Kirchturm sicher ist und die Bänder, die sie zur Zeit umschließen, sogenannte „Arbeitsbänder“ sind. Der Grund: In den kommenden Wochen sind in luftiger Höhe erste Sicherungsmaßnahmen vorgesehen. Die Konstruktion der Laterne am Bad Königshofener Kirchturm ist zwar schadhaft, aber es bestehe keinerlei Gefahr durch herabstürzende Teile. Wichtig sei es aber nun, die Laterne zu schließen.

Mit starken Bändern ist die Laterne des Bad Königshofener Kirchturms umspannt. Diese Bänder dienen jedoch der Arbeitssicherung. Von der Laterne geht keine Gefahr aus.
Mit starken Bändern ist die Laterne des Bad Königshofener Kirchturms umspannt. Diese Bänder dienen jedoch der Arbeitssicherung. Von der Laterne geht keine Gefahr aus. Foto: Hanns Friedrich

Das soll von außen geschehen, wozu eine entsprechende Arbeitsbühne, die mit dem Kran nach oben gehievt wird, genutzt werden soll. Die Verkleidung von außen nannte der Ingenieur sinnvoll, da damit die bis zu 500 Jahre alte Holzkonstruktion durch Witterungseinflüsse geschützt ist.

Der Chef persönlich war vor Ort

Dieter Federlin war beim Besichtigungstermin auch in der Laterne selbst noch in „höheren Gefilden“, um zu untersuchen, inwieweit die Eisenstange, die in den sogenannten Kaiserstil hineinragt und das Kreuz trägt, noch fest sitzt. „Hier ist alles in Ordnung und ich konnte keine Schäden feststellen.“ Dieser „Kaiserstil“ setzt sich auch innerhalb der Haube unterhalb der Laterne fort. An ihm hängen die Sparren und Gebinde des Turms.

Die Feuerglocke ist die höchste und älteste Glocke am Bad Königshofener Kirchturm. Sie hängt in der sogenannten Laterne, gemeinsam mit einem weiteren Schlagwerk. Auch hier wurden gravierende Schäden im Gebälk von Schreinermeister Michael Heusinger (im Hintergrund) und Rainer Bulheller von der gleichnamigen Firma entdeckt. Oftmals kommt man mit dem Metermaß zwischen die Fugen der Balken.
Die Feuerglocke ist die höchste und älteste Glocke am Bad Königshofener Kirchturm. Sie hängt in der sogenannten Laterne, gemeinsam mit einem weiteren Schlagwerk. Auch hier wurden gravierende Schäden im Gebälk von Schreinermeister Michael Heusinger (im Hintergrund) und Rainer Bulheller von der gleichnamigen Firma entdeckt. Oftmals kommt man mit dem Metermaß zwischen die Fugen der Balken. Foto: Hanns Friedrich

Keine Bedenken gibt es zum Kreuz, die Verblechung und die Dichtigkeit sind noch in Ordnung. Federlein lobt die Sorgfaltspflicht der Kirchenverwaltung, die sehr schnell reagierte. Nun gelte es aber nach der ersten Sicherung, das weitere Vorgehen zu besprechen und vor allem eine Finanzierung auf die Beine zu stellen. Dabei spielt das Bau-Moratorium der Diözese Würzburg eine entscheidende Rolle, womit bekanntlich für insgesamt fünf Jahre alle Zuschüsse für Kirchen und Sanierungen gestoppt wurden, die nicht zwingend erforderlich sind.

Wassereinbruch in Turmzwiebel

Vor Ort waren bei der Besichtigung auch Schreinermeister Michael Heusinger und Zimmermeister Rainer Bulheller, die ebenfalls in die anstehende Renovierungsmaßnahmen mit eingebunden sind. Begutachtet wurde von Dieter Federlein auch die große Turmzwiebel. Dort ist ja im Innern ein Wassereinbruch erkennbar. In diesem Zusammenhang verweist er darauf, dass das Problem darin besteht, dass das Wasser auch in die Balken eindringt, wieder abtrocknet und dann erneut Wassereinbrüche kommen. Das schade dem Holz, auch wenn es sich um Eichenbalken handelt.

Sanierungsbeginn steht in den Sternen

Wann die grundlegende Sanierung erfolgen kann, „steht noch in den Sternen.“ Dies wieder im Hinblick auf das Bau-Moratorium der Diözese Würzburg. Hinzu kommt die Finanzierung durch die Kirchenverwaltung, die auch die Stadt Bad Königshofen als Zuschussgeber „mit im Boot“ haben möchte (wir berichteten). Dieter Federlein verweist im Gespräch auch auf die historische Turmuhr. Sie hat in den vergangenen drei Jahrzehnten ebenfalls stark gelitten. Vor allem das Zifferblatt ist besonders in Mitleidenschaft gezogen. Im Rahmen einer grundlegenden Sanierung des Turmes soll dies dann auch instand gesetzt werden, erläuterte der Ingenieur.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Bad Königshofen
  • Hanns Friedrich
  • Architekturbüros
  • Besichtigungstermine
  • Bänder
  • Diözesen
  • Gefahren
  • Instandhaltung
  • Josef Weber
  • Renovierungsmaßnahmen
  • Sanierung und Renovierung
  • Schäden und Verluste
  • Stadt Bad Königshofen
  • Städte
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!