Heustreu

Wann darf die Heustreuer Festhalle endlich öffnen?

Innen fertig, außen auch bald. Öffnen darf die Festhalle Heustreu bedingt durch die Coronapandemie in absehbarer Zeit aber noch nicht.
Foto: Stefan Kritzer | Innen fertig, außen auch bald. Öffnen darf die Festhalle Heustreu bedingt durch die Coronapandemie in absehbarer Zeit aber noch nicht.

Die Festhalle ist nach ihrer Generalsanierung bis auf den Außenbereich fertig, öffnen darf das schmucke Haus aber nicht. Pandemiebedingt. Das sorgt nun auch bei der Vorstellung des Gemeindehaushalts für das laufende Jahr für Verdruss und für Fragezeichen im Zahlenwerk. Schließlich spielt eine geöffnete und rege nachgefragte Festhalle jährlich Einnahmen in sechsstelliger Höhe in die Gemeindekasse. Doch in diesem Jahr ist eben alles anders.

Anders war in der Gemeinderatssitzung auch der Auftakt vor dem ersten Tagesordnungspunkt. Die Staatsregierung hatte Kommunen ab dieser Woche dringend empfohlen, vor Sitzungen Schnelltests für alle Anwesenden anzubieten. Das BRK nahm die Tests vor, ein Teil des großen Saals in der Festhalle wurde so zur Teststation.

Haushaltsaufstellung in Pandemiezeiten

Alles andere als einfach sei es, so Bürgermeister Ansgar Zimmer, in Pandemiezeiten einen Haushaltsplan zu erstellen. Der Gemeinderat hat sich nach kurzer Diskussion nun auf ein Zahlenwerk verständigt. Schließlich will die Gemeinde bedingt durch den hohen Schuldenstand Stabilisierungshilfe beantragen. Der Entschluss war schon in einer vorhergehenden Gemeinderatssitzung getroffen worden.

Mit 2 871 695 Euro im Verwaltungshaushalt und 1 699 653 Euro im Vermögenshaushalt nimmt die Gemeinde im gesamten Haushalt in Höhe von 4 571 348 Euro nur etwa halb so viel Geld im Vergleich zum Jahr 2020 in die Hand. Grund hierfür sind die weitestgehend beglichenen Rechnungen für die Sanierung der Festhalle. Obwohl in diesem Jahr noch einmal Fördermittel in Höhe von 935 500 Euro aus der Städtebauförderung und dem Kommunalen Investitionsprogramm erwartet werden, muss auch die Fertigstellung der Festhalle vor allem im Außenbereich mit 800 000 Euro im Haushalt verankert werden. Der Schuldenstand der Gemeinde wird sich zum Ende des laufenden Geschäftsjahres auf rund 2,4 Millionen Euro belaufen. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1895 Euro. Der Landesdurchschnitt liegt mit 593 Euro weitaus niedriger.

Hoffen auf den Herbst

Kämmerin Christina Saal hatte Einnahmen aus Veranstaltungen in der Festhalle im Haushalt 2021 in Höhe von 169 000 Euro eingeplant. "Das klappt aber nur, wenn wir ab Herbst richtig durchstarten können", gab 2. Bürgermeister Markus Werner zu bedenken. So bleibt die Festhalle aufgrund ihrer aktuellen Schließung und dadurch fehlenden Betriebseinnahmen die große Unbekannte im Haushalt 2021.

Eine Zuführung zum Vermögenshaushalt wird es in diesem Jahr voraussichtlich nicht geben und aus den Rücklagen müssen 291 478 Euro zum Ausgleich des Haushalts beitragen. Damit verfügt die Gemeinde immer noch über Rücklagen in Höhe von rund einer Million Euro für die kommenden Jahre. Eine neue Kreditaufnahme ist in diesem wie auch in den beiden folgenden Jahren nicht geplant. Zunächst müssen die Schulden getilgt werden, was jährlich mit rund einer Viertelmillion Euro zu Buche schlagen wird.

Am umfangreichen Investitionsprogramm hält die Gemeinde allerdings fest. Neben der Festhalle werden auch Tiefbauarbeiten im Baugebiet Oberes Tannig mit rund 300 000 Euro aufgewendet werden müssen. Insgesamt beläuft sich das Investitionsvolumen auf eine Summe von 1,4 Millionen Euro. Markus Werner hatte angeregt, die Bauleitplanung zur Erschließung weiterer Bauplätze bereits in diesem Jahr voranzutreiben und mehr Geld dafür einzuplanen, um für die Zukunft in Anbetracht der hohen Nachfrage nach Bauland gerüstet zu sein.

Neuer Internetauftritt

Nach 15 Jahren online ist der Internetauftritt der Gemeinde nicht mehr zeitgemäß. Der Gemeinderat verständigte sich deshalb einstimmig auf eine Neugestaltung durch die offizium next GmbH aus Bad Neustadt. Zahlreiche Gemeinden im Landkreis und auch innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Heustreu nehmen die Dienste dieses Unternehmens für die Gestaltung von Homepages in Anspruch. Die Kosten belaufen sich für Heustreu auf 3800 Euro. Für weitere 920 Euro wird eine Heustreu App ins Leben gerufen. Gemeinderat Martin Müller betonte die Bedeutung von Apps in der heutigen Zeit. "Die klassische Homepage tritt immer mehr in den Hintergrund", so Müller, "Apps sind die Zukunft!" Die Gemeinde baut damit das Onlineangebot zur Information der Bürger aus. Eine gedruckte Dorfzeitung wird es auch in Zukunft nicht geben, bestätigte Ansgar Zimmer.

Mit einer Reihe an Bauanträgen hatte der Gemeinderat keine Probleme. Eine Dacherhöhung an einem bestehenden Wohnhaus in der Bühlstraße kann vorgenommen werden. Zwei Wohnhausneubauten mit Garagen im Oberen Tannig wurden ebenfalls positiv beschieden. Und auch eine Maschinen- und Lagerhalle mit Kräutertrocknung auf einem Flurstück auf westlicher Gemarkung in Richtung Wollbach wurde einstimmig auf den Weg gebracht.

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