Niederlauer

Warum vorerst kein neuer Milchviehstall in Oberebersbach gebaut werden darf

Aus dem Neubau eines Milchviehstalls und eines Kälberstalls neben einem bestehenden Schweinestall in Oberebersbach wird erst einmal nichts. Der Rat sagte einstimmig Nein zu dem Bauantrag. Das Foto stammt aus dem Archiv und wurde in einem Bullenstall in Frickenhausen aufgenommen.
Foto: Andreas Sietz | Aus dem Neubau eines Milchviehstalls und eines Kälberstalls neben einem bestehenden Schweinestall in Oberebersbach wird erst einmal nichts. Der Rat sagte einstimmig Nein zu dem Bauantrag.

Zahlreiche Gäste säumten unter Einhaltung aller Pandemie-Regeln den Besucherraum bei der jüngsten Ratssitzung in der Niederläurer Sporthalle. Sie waren alle wegen des ersten Punktes der Tagesordnung gekommen. Hierbei war ein Bauantrag zum Neubau eines Milchviehstalles und eines Kälberstalles im Ortsteil Oberebersbach zu behandeln.

Das Grundstück, auf dem der neue Stall entstehen soll, liegt im Außenbereich und im Flächennutzungsplan ist diese Fläche für die Landwirtschaft ausgewiesen. Direkt neben dem Bauvorhaben steht bereits ein Stall zur Schweinezucht. Das nächste Wohnhaus liegt rund 300 Meter von diesem entfernt.

Kein Sonnenbad auf der Terrasse wegen des Geruchs?

Dem Gemeinderat war bereits bekannt, dass, wenn bestimmte Wetterlagen vorherrschen, ein unliebsamer Geruch die Ortschaft, vor allem aber den Bereich des Neubaugebietes, regelrecht "flutet". „Ich kann noch nicht einmal die Wäsche raus hängen, sonst stinkt gleich wieder alles“, oder dass das Lüften an heißen Sommertagen ein echtes Problem sei und ein Sonnenbad auf der Terrasse gar nicht gehe. Solche und ähnliche Unmutsbekundungen erreichten die Räte um Bürgermeister Holger Schmitt. So mancher Bauinteressent habe sein Vorhaben schon abgeblasen.

Als Gegenargument des Bauwilligen kam, dass heute jeder auf regionale Produkte schaue und ein Stall erst ab einer bestimmten Größe wirtschaftlich sei. Viele Argumente für und gegen den Neubau wogen die Mandatsträger ab. Letztendlich lehnte das Gremium aber mit Blick auf die Anwohner den Bauantrag ab, denn eine zusätzliche Geruchsbelästigung sei für diese nicht tragbar.

Es geht voran beim Breitband-Ausbau

Die Entscheidungsgewalt liegt nun erst einmal in den Händen des Landratsamtes. Inwieweit ein anderer Standort für das Bauvorhaben möglich ist, steht noch in den Sternen. Der Antrag geht nun an das Landratsamt und wird auf Umwelt-, wasser-, immissionsschutzrechtliche und sonstige Belange im Zuge des Baugenehmigungsverfahren geprüft. Ebenso gab es für den Neubau eines Güllebehälters auf dem Grundstück eine Absage, denn die Lebensqualität im Niederläurer Ortsteil habe Priorität, so die Räte.

Der Ausbau der Breitbandversorgung nach den neuen BayGigabitrichtlinien schreitet voran und die schnelle Datenautobahn kann kommen. Angedacht sind für die neuen Versorgung die Ortsteile Ober- und Unterebersbach, die Turnhalle sowie die Wasserversorgungen der Gemeinde. Da die Bürger in Niederlauer durch den Betreiber Vodafone bestens versorgt seien, fällt dieser Ortsteil aus dem Raster. Der Eigenanteil des geförderten Ausbaus liegt bei 377 000 Euro.

Wasser- und Kanalgebühren werden erstattet.

Der Gemeinderat erteilte sein Einvernehmen zum Umbau eines Wohnhauses und der Errichtung von Dachgauben sowie für den Abriss eines  Nebengebäudes in der Eichelgasse in Niederlauer. Ebenso gab es für die Nutzungsänderung eines Untergeschosses in der Niederläurer Sandstraße grünes Licht.

Aufgrund einer Gesetzesänderung musste eine Verordnung neu gefasst werden, so Bürgermeister Holger Schmitt. Es ging um die Reinhaltung und Reinigung der örtlichen Straßen und die Sicherung der Gehbahnen im Winter. Die neue Verordnung, die auch im nächsten Gemeindeblättle vorgestellt wird, tritt ab dem ersten April in Kraft und gilt für die nächsten 20 Jahre.

Der Gemeinderat stimmte einer Zuschussgewährung an die Kindergärten Niederlauer und Unterebersbach zu den Wasser- und Kanalgebühren in vollem Umfang zu. In Niederlauer übernimmt die Gemeinde somit 1160 Euro und in Unterebersbach 500 Euro. Die Träger der Kindergärten übernehmen die wichtige Pflichtaufgabe der Kinderbetreuung und im Rahmen der Leistungsfähigkeit sei dies möglich. Ebenso wurden die Anträge der Sportvereine, die sich auch im Kinder- und Jugendbereich stark machen, positiv beschieden. Die Kommune übernimmt die Wasser- und Kanalgebühren, dies sind 470 Euro für den  Sportverein SV "Pfeil" Niederlauer und 530 Euro für die DJK Unter- und Oberebersbach.

Aus nichtöffentlichen Sitzungen wurde bekannt gegeben, dass die gemeindliche Homepage für 3800 Euro in der Variante II durch die Firma offizium next neu gestaltet wird und dass der Jahresauftrag des Tiefbaus 2021/2022 an die Firma SST Straßen- und Tiefbau aus Salz ging. Die Auftragserteilung erfolgte durch die Verwaltungsgemeinschaft.

Bereits am Montag, 8. März, findet die nächste Ratssitzung statt. Hierbei wollen die Räte die gemeindlichen Objekte einmal genauer unter die Lupe nehmen.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Rhön-Grabfeld und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
Niederlauer
Andreas Sietz
Bauanträge
Betreuung von Kindern
Bürger
Flächennutzungsplanung und Flächennutzungspläne
Kinder und Jugendliche
Oberebersbach
Ortsteil
Stadträte und Gemeinderäte
Unterebersbach
Vodafone
Wetterlagen
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!