Oberstreu

Was Landwirte tun können, um das Wasser zu schützen

Landwirt Ludwig Geis (Mitte) hat seinen Betrieb als Demonstrationsbetrieb zur Verfügung gestellt, um Interessierten die Zusammenhänge von Gewässer-, Boden- und Klimaschutz nahe zu bringen.
Foto: Brigitte Gbureck | Landwirt Ludwig Geis (Mitte) hat seinen Betrieb als Demonstrationsbetrieb zur Verfügung gestellt, um Interessierten die Zusammenhänge von Gewässer-, Boden- und Klimaschutz nahe zu bringen.

Um die sehr hohe Trinkwasserqualität in Bayern zu erhalten, hat die Bayerische Staatsregierung im Jahr 2017 zusammen mit Erzeugern, Wasserversorgern, Verbänden und Institutionen einen sogenannten Wasserpakt geschlossen. Demonstrationsbetriebe für Gewässer-, Boden und Klimaschutz sind ein wesentlicher Baustein dieses Paktes. Bayernweit haben sich Betriebe als Demonstrationsbetriebe zur Verfügung gestellt, um über die Landwirtschaft zu informieren, so auch Landwirt Ludwig Geis in Oberstreu.

Schutz vor Verunreinigungen durch Düngemittel

Auf seinem Acker hinter dem Mönchshof versammelten sich nun Studierende der Hauswirtschaftsschule Bischofsheim, um sich vor Ort darüber zu informieren, welche Maßnahmen ein Landwirt auf seinem Betrieb durchführen kann und tatsächlich auch durchführt, um das Grundwasser vor Verunreinigung durch Düngemittel zu schützen.

Peter Will, Abteilungsleiter beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Bad Neustadt, meinte, dass die Veranstaltung im Prinzip der Meinungsbildung diene. Die Studierenden würden im Unterricht beim Thema "Wasser" auch die Frage der Düngung in der Landwirtschaft und der Produktionsbedingungen für Lebensmittel behandeln. Dazu sei Hintergrundwissen gefragt. Er sprach unter anderem die Düngeverordnung an, die letztendlich auch Auswirkung auf die Kosten der Lebensmittel hätte. Die Botschaft würde lauten: "Was tun wir für den Gewässerschutz?" Wirtschaftlichkeit und Umwelt sollten dabei im Blick bleiben.

Ludwig Geis gibt sein Wissen gerne weiter

Ludwig Geis erklärte die Technik des Güllefahrzeugs mit Verteiler.
Foto: Brigitte Gbureck | Ludwig Geis erklärte die Technik des Güllefahrzeugs mit Verteiler.

Landwirt Ludwig Geis wollte gerne sein Wissen weitergeben. Heute könne zentimetergenau gedüngt werden, erklärte er. Auf die Frage, wer das kontrolliere, präsentierte er einen Ordner mit der Aufschrift "Vor-Ort-Kontrolle". Demnach müsse er die Böden spätestens alle sechs Jahre auf ihren Phosphat-Gehalt untersuchen.

In seiner Planung sei er davon ausgegangen, dass alle Flächen extrem hoch versorgt seien. Er lege das Ergebnis der Stickstoffuntersuchung des eigenen Ackers oder amtliche Ergebnisse des Frühjahrs oder Winters zu Grunde und müsse genau notieren, welche Düngemaßnahmen er ergriffen habe. Danach entscheide er, was er auf seinem Acker ausbringen will. Seine Nährstoffbilanz könne jederzeit kontrolliert werden.

Zwei Baustellen beim Wasserschutz

Beim Wasserschutz gebe es zwei Baustellen. Das Oberflächenwasser, das in die Bahra laufen könne und das Wasser, das durch den Boden sickert und ins Grundwasser gelangt. Sein Beitrag zum Gewässerschutz sei es, zeitgerecht zu düngen, im Herbst mit noch geringer Menge, welche die Zwischenfrucht aufnehmen kann, den Rest dann im Frühjahr. Oberflächenschutz bedeute keinen Pflugeinsatz, Zwischenfruchtanbau und Stroh, damit weniger Wasser abläuft. Es sei ein komplexer Kreislauf. Die Zwischenfrucht hätte viele Vorteile: sie binde Stickstoff, durchwurzele und lockere den Boden, damit auch die nächste Frucht wieder ohne Pflug gut wurzeln kann.

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