Bad Königshofen

Was wollen uns die blauen Blätter an der Rotbuche sagen?

Diese blauen Blätter an einer Rotbuche im Bundorfer Forst in der Nähe des Sambachshofs  bei Bad Königshofen sind keine Natur-Phänomene, sondern mit Farbe besprüht.
Foto: Josef Kleinhenz | Diese blauen Blätter an einer Rotbuche im Bundorfer Forst in der Nähe des Sambachshofs bei Bad Königshofen sind keine Natur-Phänomene, sondern mit Farbe besprüht.

Auf einem Wanderweg eine Rotbuche  mit  grünen  Blättern zu Gesicht zu kommen, ist etwas ganz Normales.  Aber in dem Geäst einen Zweig mit blauen Blättern zu entdecken, schon recht ungewöhnlich.  Der Farben-Mix stellte Naturfreunde im „Bundorfer Forst“ im Naherholungsgebiet von Bad Königshofen nahe des Sambachshofs jedenfalls vor einem Rätsel.

Doch Fachleute wie der  ehemalige Forstdirektor Wolfgang Schlegel in Bad Königshofen, der den  „Bundorfer Forst“  noch aus der Dienstzeit kennt wie seine Westentasche, stellte nach dem Ansehen auf Bildern fest: „Da hat jemand die Spraydose benutzt und  wollte an den Blättern vermutlich einen Orientierungspunkt schaffen.“ Seit früher Jugend  als Förster-Sohn schon mit dem Wald und der Natur  verbunden, kennt  Schlegel durchaus derartige Erscheinungen im Wald.

Die blauen Blätter und deren blauer Zweig der Rotbuche sind also  keine Naturphänomene, sondern durch Menschenhand entstanden: In seiner  Tätigkeit als Forstmann hat Schlegel nach seiner Schilderung eine Reihe Fälle erlebt, in denen Privatleute mit Farbe einen Punkt im Wald markierten. Damit hätten sie gewusst, wo  etwa die schönsten Steinpilze zu finden sind und  wo ein Vogel brütet. Oder man habe für Wanderer einen Treffpunkt  am Baum farblich markiert, um am anvisierten Versammlungsort nicht fehl zu gehen. All dies sei ihm bestens bekannt.     

Selbst das Militär, so Schlegel,  sorge  für Orientierungspunkte, indem es auf seiner Manöver-Route  verschiedene Bäume kennzeichnet.  Fazit: „Man findet alle möglichen  (Hinweis-)Farben und weiß als Förster oft  nicht, was sie eigentlich bedeuten.“ Denn  private Markierungen  seien kaum mit der zuständigen Forstverwaltung abgestimmt,  geschweige denn von ihr genehmigt.

Wenn private Farben-Sprüher  ihre  Orientierungsstellen  ohne Genehmigung  vornehmen, erfülle dies im strengen Sinne jedoch den Tatbestand einer Sachbeschädigung. Dies wäre genauso, wie wenn jemand schlicht eine Hauswand besprühen und verunstalten würde.  Für Schlegel gilt: „Fremdes Eigentum darf man nicht beschädigen“.  Deshalb sollte man auch auf die Ästhetik des Waldes achten und ihn in seiner natürlichen Schönheit belassen.

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