Bad Königshofen

Wie Josef van Eckert zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz kam

Am Sonntag war der Tag der Premieren: Filip Zeljko gewann sein erstes Einzel und Josef van Eckert schiedste zum ersten Mal in der Bundesliga. Und das kam überraschend.
Premiere in der 1. Bundesliga: Josef van Eckert aus Mellrichstadt kam zu seinem ersten Einsatz als Schiedsrichter.
Foto: Rudi Dümpert | Premiere in der 1. Bundesliga: Josef van Eckert aus Mellrichstadt kam zu seinem ersten Einsatz als Schiedsrichter.

Der Mann fiel durchaus auf. Mit schwarzem Hemd lief er im Pulk der grau gekleideten Schiedsrichter in die Box der Shakehands Arena. Josef van Eckert aus Mellrichstadt zählte an diesem Spieltag zu den offiziellen Schiedsrichtern der TTBL im Spiel TSV Bad Königshofen gegen TTC Jülich. In der Eliteklasse begleiten seit einigen Jahren ausschließlich Bundesschiedsrichter in festen Teams die Spiele. Nach Bad Königshofen kommen zumeist Referees aus dem thüringischen Verband.  

Nationalschiedsrichter sind grau, Bayerische schwarz

"Einer der Schiedsrichter-Kollegen aus Thüringen ist aber krank geworden. Und da hat es einen Ersatz gebraucht", erklärte Josef van Eckert lapidar. Er sei angerufen worden, ob er nicht schnell einspringen könne. "Das war für mich keine Frage. Da musste ich nicht lange überlegen", so der Vorsitzende des TTC Mellrichstadt. Er ist ausgebildeter Schiedsrichter im Range eines Verbandsreferees. "Die Nationalschiedsrichter haben alle ihre grauen Anzüge, wir vom bayerischen Verband haben das schwarze Hemd", erläuterte der Mellrichstädter.

Und gibt unumwunden zu, dass er sehr nervös gewesen sei vor seinem ersten Einsatz am Tisch in der TTBL. "Bei Zweitliga-Spielen war ich schon öfters hier als Schiedsrichter. In der 1. Bundesliga war dies mein erster Einsatz. Ich musste schon genau aufpassen, dass ich keinen Fehler mache beim Zählen und Ball zuwerfen!"

Aufschlag-Fehler, weil der Ball Oikawas Trikot berührt hat

Zudem hatte van Eckert gleich zwei Spiele als Tischschiedsrichter erwischt, in denen es jeweils in den fünften Satz ging. Der letzte Durchgang wurde jeweils auch erst in der Verlängerung beendet. Bei Oikawa gegen Kozul entschied gar ein Kantenball das hochspannende Spiel zugunsten des TSV Bad Königshofen. Beim 5:6 musste van Eckert einen Oikawa-Aufschlag als Fehler werten, weil der Ball das Trikot des Japaners vor dem Aufschlag berührt hatte. "Das sieht man schon, wenn man fokussiert ist", sagte der Mellrichstädter.

Er ist selbst noch aktiv in der Herrenmannschaft seines TTC in der Bezirksklasse A. Dort war er am Samstag im Einsatz und hatte in Stangenroth mit seinem Doppelpartner Horst Rainer Gerlach für den einzigen Punkt gesorgt bei der 9:1-Niederlage. "Die Alternative für mich an diesem Sonntag wäre der Besuch bei meiner Mutter gewesen. Da musste sie dieses Mal eben mit meinem Bruder Robert vorlieb nehmen." 

In guten Händen: Die Tischtennisspieler des TSV Bad Königshofen werden von Peter Hofmann (Zweiter von links) und Sebastian Simon (rechts) physiotherapeutisch betreut. Darüber freuen sich Bastian Steger (links) und Kilian Ort. Auch Julius und Lenni hatten ihren Spaß beim Spiel gegen Jülich.
Foto: Michael Nöth | In guten Händen: Die Tischtennisspieler des TSV Bad Königshofen werden von Peter Hofmann (Zweiter von links) und Sebastian Simon (rechts) physiotherapeutisch betreut.

Seinen Premieren-Besuch hatte auch Physiotherapeut Peter Hofmann aus Aidhausen in der Shakehands Arena genau richtig gewählt. "Das ist ja vom Feinsten, was man hier an sportlicher Extraklasse sieht", schwärmte der ehemalige Fußball-Torhüter des FC 05 Schweinfurt und der DJK Waldberg schon zur Pause des spannenden Aufeinandertreffens. Mit seinem Kollegen Sebastian Simon aus Rödelmaier kümmert er sich derzeit um die Genesung von Kilian Ort. Der Bad Königshöfer Tischtennisspieler laboriert seit Mitte September an einer Leistenverletzung. Die hatte er sich bei einem Bundeswehr-Sportlehrgang zugezogen. "Ich werde zwar in Düsseldorf von unseren Verbands-Physios betreut, die haben aber hauptsächlich tischtennisspezifische Verletzungen auf ihrer Tagesordnung."

Hofmanns Idealbild: Sportler, die wirklich wollen

Wichtig war Kilian Ort aber, dass er auch an den langen Wochenenden, die er in Bad Königshofen verbringt, physiotherapeutisch betreut wird. "Und da haben wir einen sehr guten Tipp bekommen mit Sebo und Peter!", freut sich der 23-Jährige. Er fühlt sich wieder so fit, dass er trainieren kann. "Wir haben uns den ganzen Bewegungsapparat von Kilian Ort mal angesehen", sagt Sebastian Simon. Sein Konzept ist ein Ganzheitliches. "Da kann es sein, dass irgendwo im Körper eine kleine Blockade ist, die den Energiefluss hemmt - und schon hakt es." Bei Kilian Ort sehen die beiden Physios Anzeichen dafür, dass es besser wird. "Mir imponieren die Sportler, die wirklich wollen. Und da gehört Kilian dazu!", sagte Peter Hofmann.

Auch Filip Zeljko passte am Sonntag ins Hofmannsche Idealbild. Er hatte in seinem Spiel gegen den Belgier Robin Devos die Körpersprache, die einen Sieger ausmacht. Und die präsentierte er auch im entscheidenden Satz. Gewann ihn mit 12:10 - und wurde für seinen Premierensieg im Einzel mit einem Song gefeiert von den begeisterten Fans. Beim Tischtennis-Talk hernach bedankte er sich artig bei den Fans - und stimmte am Mikrofon die TSV-Hymne an. Auch eine gelungene Premiere an diesem Sonntag.   

Themen & Autoren
Bad Königshofen
Michael Nöth
1. Fußballclub Schweinfurt 1905
Hemden
Kilian Ort
Männer
Peter Hofmann
Physiotherapie
Sportler
TSV Bad Königshofen
TTC Mellrichstadt
Tischtennisspieler
Trikots
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)