Ostheim

Wort zum Wochenende: Die Geschichte vom Antoniusbrot

Hermann Spiegel, ehrenamtlicher Mitarbeiter (Ostheim)
Foto: Fred Rautenberg | Hermann Spiegel, ehrenamtlicher Mitarbeiter (Ostheim)

Liebe Leserin, lieber Leser,

in der südlichen Seitenkapelle der Franziskanerkirche auf dem Kreuzberg steht in der Altarnische die Skulptur des in aller Welt bekannten und geschätzten Franziskanermönchs Antonius von Padua. Darunter befindet sich ein kleines Opferkästchen mit einem kleinen Schlitz und der merkwürdigen Bezeichnung „Antoniusbrot“.

Von diesem „Antoniusbrot“ möchte ich Ihnen eine kurze Geschichte erzählen: In einer bescheidenen Behausung in der Nähe der heutigen Antoniusbasilika in Padua wohnt eine Mutter mit ihrem erst zwanzig Monate alten Sohn Tomassimo. Der Bub spielt vergnügt in der Küche und ist für eine Weile unbeaufsichtigt, während die Mutter Hausarbeiten verrichtet. Als sie kurze Zeit später wieder hereinkommt, findet sie ihr Kind – o Gott! – es hängt kopfüber in einem Bottich voll Wasser. Ertrunken! Tot?

Die verzweifelte Mutter bittet den heiligen Antonius um Hilfe und macht ein feierliches Versprechen: „Sant‘ Antonio, wenn mein Kind überlebt, werde ich den Armen so viel Brot spenden wie mein Tomassimo wiegt.“ Ein teures Versprechen für die arme Frau! Und auf wundersame Weise kehrt der Junge ins Leben zurück. Ende der Geschichte? Nein, denn gar bald danach bürgert sich der Brauch „Antoniusbrot“ ein.

Will heißen: Wem Gutes widerfahren ist, soll dankbar sein und seine Dankbarkeit auch zeigen, indem er wieder Gutes tut, so wie es ihm nach Kräften möglich ist. Denn wer von sich gibt, wer teilt und schenkt, der wird nicht ärmer, sondern reicher. Und glücklich dazu! "Geben ist seliger als nehmen“, heißt ein altes Sprichwort. Aber nur ein uneigennütziges Schenken macht froh, ganz besonders dann, wenn unsere Gabe Menschen zukommt, die wir gar nicht kennen.

Denken wir also daran, wenn „Brot für die Welt“, „Misereor“ oder andere seriöse Hilfsorganisationen an unsere „Herzenstür“ klopfen und um unsere Hilfe bitten. Auf diese einfache Weise können wir uns für das Gute „bedanken“, das wir selbst so oft erhalten haben. Lassen Sie mich schließen mit einem Satz des Schriftstellers Michael Ende in seinem bekannten Buch „Momo“: „Es gibt Reichtümer, an denen man zugrunde geht, wenn man sie nicht mit anderen teilt.“ Ich wünsche Ihnen eine froh und glücklich machende (Fasten-)Zeit.

Der Autor: Hermann Spiegel ist ehrenamtlicher Mitarbeiter in Ostheim

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