Aubstadt

Zu viel Nitrat: Wie kann die Wasserqualität verbessert werden?

'Richtfest' am Erweiterungsbau des Bauhofes.
"Richtfest" am Erweiterungsbau des Bauhofes. Foto: Rudolf Merz

Zu einer öffentlichen Sitzung trafen sich die Mitglieder des Aubstädter Gemeinderates am vergangenen Freitag im Schulungsraum der Feuerwehr. Bürgermeister Burkhard Wachenbrönner konnte dazu Michael Diestel von der Agrokraft GmbH und Alexander Menninger vom Ingenieurbüro Gemmer willkommen heißen. 

Diestel stellte dem Gremium das Projekt "boden:ständig" für den Bereich des Haubachs vor. In mehreren Maßnahmen, die die Gemeinde Aubstadt unmittelbar tangieren, wurden die Ratsmitglieder über die bereits in Auge gefassten, nach Dringlichkeit eingestuften Planungen informiert.

Hohe Nitratwerte im Trinkwasser

Einer von drei neben dem Haubach gelegenen Trinkwasserbrunnen weist erhöhte Nitratwerte auf, was im Extremfall zur Schließung des Brunnens führen könnte und damit erhebliche Konsequenzen für die Wasserversorgung der Region hat. Auch im Haubach und den einleitenden Drainagen von den angrenzenden Feldern werden zum Teil sehr hohe Nitratgehalte gemessen. Es liegt die Vermutung nahe, dass eine oberflächennahe Verbindung zwischen dem Haubach und den Grundwasserbrunnen besteht. Daher könnte man den Nitrateinträgen möglicherweise mit Maßnahmen in der Flur etwas entgegensetzen.

Diestel versuchte die Frage zu beantworten, wie das erreicht werden könne. Es wurden eine Vielzahl von verschiedenen Lösungen des Problems aufgezeigt. So müssen die Ablaufgeschwindigkeit des Haubachs verlangsamt und weitere Möglichkeiten des Versickerns von Wasser geschaffen werden. Gewässer-und Erosionsschutzstreifen entlang der Zuflüsse des Haubachs auf einer Gesamtlänge von neun Kilometern sind bereits entstanden und zeigen Wirkung. Auch aus den Reihen der Gemeinderäte gab es noch weitere Ideen, die man mit einbringen könnte. Das Gremium wünschte sich eine Begehung vor Ort, um die Problematik besser verstehen zu können. Danach sollen Gespräche mit den jeweiligen Grundstücksbesitzern und der Gemeinde erfolgen. Immerhin können die Maßnahmen bis zu 85 Prozent gefördert werden.

Projekt Dorferneuerung kann beginnen

Seit nahezu fünf Jahren führt das Thema Dorferneuerung mit den Maßnahmen Straßenbauarbeiten und Kanal zu intensiven Diskussionen im Gemeinderat und bei Bürgerversammlungen. Mit der Auftragsvergabe zog man nun darunter einen vorläufigen Schlussstrich, so der Bürgermeister. Nach der Submission und dem daraus resultierenden Ergebnis wurde an den günstigsten Anbieter vergeben. Bei sechs abgegebenen und geprüften Angeboten beschloss der Gemeinderat, der Firma SST, Straßen- und Tiefbau GmbH & Co. KG, Salz, den Auftrag in Höhe von rund 4,37 Millionen Euro zu erteilen. Bei dieser Summe werden etwa 200 000 Euro herausgerechnet, für die der Wasserzweckverband Gruppe Mitte eigenverantwortlich handelt.

Durchgeführt wird die Maßnahme in Teilabschnitten, die sich wahrscheinlich auf zweieinhalb Jahre verteilen werden. Mit Verkehrsbehinderung ist daher zu rechnen. Für den Abschnitt I in der Dorfstraße sind etwa 555 000 Euro aufzubringen. Der Abschnitt II schlägt mit 330 000 Euro zu Buche. Die Kanalarbeiten werden mit 1,6 Millionen Euro veranschlagt. Das Angebot wird nun noch einmal von amtlicher Seite geprüft und die zu erwartenden Fördermittel einkalkuliert. Dann soll der vorzeitige Baubeginn bekannt gegeben werden. Voraussichtlich wird dieser im kommenden Herbst erfolgen.

Bei der Erweiterung des Bauhofes wurden noch mehrere Arbeiten an die Firma Holzbau Derleth vergeben. Die Spenglerarbeiten kosten 2310 Euro, Dachdeckerarbeiten 5454 Euro und die Arbeiten zur Giebelverkleidung 5380 Euro.

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