Gochsheim

100 Jahre Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Der Volksbund blickt auf seine lange Geschichte zurück. Warum es dennoch keine normale Jubiläumsfeier war.
Regierungspräsident Eugen Ehmann sprach auf der Jubiläumsfeier zu 100 Jahren Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Foto: Lukas Brand

Schon im Dezember veranstaltete der am 16.12.1919 in Berlin gegründete Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) im Münchner Maximilianeum zu seinem Jubiläum die Reihe "100 Jahre Volksbund - Erinnern und Erzählen". Dass die Veranstaltung in der Gochsheimer Mittelschule am Donnerstag keine reine zweite Jubiläumsfeier werden sollte, stellte Bezirksgeschäftsführer Oliver Bauer schon zu Beginn klar. So sollte der Aktionstag, der unter dem Motto "Mut zum Frieden" stand, neben dem Rückblick auf die 100-jährige Geschichte noch einem anderen Zweck dienen.

Aktionstag als pädagogische Fortbildungsmöglichkeit

Eugen Ehmann, der als Regierungspräsident von Unterfranken auch Bezirksvorsitzender des Volksbundes ist, betonte die Jugend- und Bildungsarbeit als wichtigen Bestandteil der Aufgaben des VDK. "Die Kriege sind zwar lange her, doch Vergangenheit sind sie nicht", erklärte Ehmann und machte deutlich, wie wichtig eine intensive Erinnerungskultur auch für junge Menschen sei. Den Wert des Friedens könne man gar nicht hoch genug einstufen und die Aufgabe, diesen Frieden zu bewahren, sei, so Ehmann, von "zeitloser Modernität".

Um aktive Erinnerungskultur zu fördern, war die Jubiläumsfeier in zwei Abschnitte unterteilt. Der erste war genau das, was man wohl unter einer klassischen Jubiläumsfeier versteht. Neben einem Tanztheater der Mittelschule, welches thematisch passend eine Zusammenfassung der bayerischen Geschichte auf die Bühne brachte, blickten einige Amtsträger auf die Geschichte des Volksbundes zurück, der sich seit 1919 bemüht, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu pflegen und zu erhalten. So sprachen neben Regierungspräsident Eugen Ehmann und VDK-Bezirksgeschäftsführer Oliver Bauer auch Gochsheims Bürgermeisterin Helga Fleischer und Landrat Florian Töpper über die Bedeutung des VDK für eine vernünftige Erinnerungskultur. 

Der zweite Abschnitt diente insbesondere friedenspädagogischen Zwecken für angehende Lehrerinnen und Lehrer. So wurde die Veranstaltung hauptsächlich für Lehramtsreferendare auch als Fortbildungsmöglichkeit angeboten. Diese wurden in sieben Workshops selbst aktiv und diskutierten über Themen wie zum Beispiel "Demokratie und Toleranz" oder "Erinnerungskulturen in Europa: Orte und Formen der Erinnerung in Frankreich, Deutschland, Russland."

Auszeichnung für Rita und Klaus Rosenberger aus Gochsheim

Ein besonderer Tag war die Jubiläumsfeier auch für das Ehepaar Rosenberger. Von Regierungspräsident Ehmann bekam Rita Rosenberger die goldene Verdienstspange überreicht. Ihrem Mann Klaus, der nicht persönlich anwesend sein konnte, wurde die weißgoldene Verdienstspange verliehen. Die beiden Gochsheimer sammeln schon seit mehr als zwei Jahrzehnten Spenden für den Volksbund.

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