Ebrach

15 000 neue Bäume für den Landkreis Bamberg

Wegen der Dürre und des Schädlingsbefalls sind bereits bis zu 900 Hektar Wald abgestorben. Beim Aufforsten setzt der Landkreis Bamberg auf neue Ideen.
Neue Bäume braucht das Land, im Bild ein junger Bergahorn. Der Landkreis Bamberg will 15 000 junge Bäume pflanzen. 
Neue Bäume braucht das Land, im Bild ein junger Bergahorn. Der Landkreis Bamberg will 15 000 junge Bäume pflanzen.  Foto: Matthias Ernst

Der Landkreis Bamberg wird für jeden neugeborenen Bürger – aktuell sind dies mehr als 1000 pro Jahr – einen Baum pflanzen. Die Gemeinden im Landkreis sollen dem Beispiel folgen und für je zehn ihrer Einwohner der Natur einen Baum schenken. „Ich möchte mit unseren Gemeinden ein Zeichen setzen“, sagte Landrat Johann Kalb bei einem runden Tisch, zu dem er zwei Dutzend Vertreter aus Staatsforst und Privatwald, Jagd, Natur- und Vogelschutz und Verwaltung eingeladen hatte. Darüber berichtet das Landratsamt in einer Pressemitteilung.

Aus den Statements der Teilnehmer war unisono zu entnehmen: Die Situation des Waldes ist dramatisch. Die langanhaltende Trockenheit  und Schädlinge gefährden den Wald in seiner Existenz. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bamberg geht davon aus, dass inzwischen eine Fläche von 800 bis 900 Hektar – das entspricht rund 2000 Fußballfeldern – neu aufgeforstet werden muss. Um den Lebensraum zu erhalten, ist nicht nur ein Schulterschluss von Förstern, Waldbesitzern, Jägern und Naturschützern nötig: Der Schutz des Walds ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

13 500 Privatwaldbesitzer

„Fast 40 Prozent der Fläche des Landkreises Bamberg ist Wald, je zur Hälfte in privater und öffentlicher Hand“, steckte Landrat Johann Kalb die Dimension der Situation ab. Es gibt 13 500 Privatwaldbesitzer, zwei Staatsforstbetriebe und fast 250 Jagdreviere.

„Wir wollen den Fortbestand des Waldes gewährleisten“, kündigte der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bamberg, Hans-Rüdiger Schmittnägel, an, in einem Pilotprojekt Bäume pflanzen und testen zu wollen, die Trockenheit und Wärme besser aushalten. Der Kreisvorsitzende des Bayerischen Gemeindetages, Helmut Krämer, erklärte sich bereit, in Heiligenstadt Flächen für dieses Projekt zur Verfügung zu stellen.

Die Vorsitzende der Waldbauernvereinigung, Angelika Morgenroth, warb dafür, das Holz als Baustoff zu fördern. Wichtig seien aus ihrer Sicht dezentrale Hackschnitzelanlagen. Für die Bewältigung der aktuellen Herausforderungen benötigen die Waldbesitzer nicht nur Lagerflächen für das Schadholz. Nachdem sie mit der Waldbewirtschaftung viel für die Gesellschaft tun, forderte sie staatliche Unterstützung.

„Das Ausmaß des Klimawandels hat auch uns überrascht“, räumte Erich Spranger, zweiter Vorsitzender des Bund Naturschutz, ein. Es sei ein politischer Wandel nötig. Die begrüßenswerten Bemühungen im Landkreis Bamberg, erneuerbare Energien zu fördern, müssten weiter verstärkt werden. Außerdem sei eine Naturverjüngung nötig.

Mergner: Jagdbürokratie abbauen

Hier pflichtete Ulrich Mergner vom Forstbetrieb Ebrach der Bayerischen Staatsforsten bei. Es sei fatal, wird er in der Pressemitteilung zitiert, wenn eine Pflanze vertrockne und die andere verbissen werde. Mergner plädierte dafür, in dieser Extremsituation die Jagdbürokratie abzubauen und Bewegungsjagden zu erleichtern.

Klaus Teufel von der Kreisgruppe Bamberg des Bayerischen Jagdverbandes machte deutlich, dass durch die sich verändernde Waldnutzung „zu viel Unruhe im Wald“ sei. Das erschwere die Jagd, wenngleich die Jäger ihre Abschusspläne erfüllen. Er machte klar: „Ohne Zäune werden neue Baumarten nicht hoch kommen.“

Die Teilnehmer vereinbarten, die Zusammenarbeit zu verstärken und schon bald einen Ortstermin im Wald durchzuführen. Nur gemeinsam könnten diese großen Herausforderungen angegangen und die Initiativen erfolgreich gebündelt werden.

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