Poppenhausen

25 Kilogramm Schotter pro Quadratmeter auf dem Wanderweg

Allenthalben bekommen Waldwege eine dicke Schotterschicht. Ist die Decke erst einmal verdichtet, profitieren von dem Wegebau auch die Fahrradfahrer und die Fußgänger.
Etwa zehn Zentimeter hoch geschottert wurde der Rundweg "Am Grund" bei Poppenhausen. Foto: Gerd Landgraf

Poppenhausen habe weder zu viele Steine noch zu viel Geld, sagt Bürgermeister Ludwig Nätscher. Von ihm wollte die Redaktion wissen, warum auf dem Feld- und Waldweg im nahen Würbisgrund und dem sich anschließenden Würbisholz (Richtung Ramsthal) im Sommer zehn Zentimeter stark geschottert wurde. Weil man der Wegesicherungspflicht nachkomme, die Unterhaltungskosten auf eine Minimum beschränken und den bei Spaziergängern beliebten Rundweg auch für Radler und die großen Holzerntemaschinen habe fit machen müssen, sagen Bürgermeister Nätscher, Wolfgang Seuffert, zweiter Vorsitzender der Waldkörperschaft Poppenhausen, sowie Marco Preuske vom Bauhof der Gemeinde.   

Ende September hatten sich Margot und Isabella Marquart über "die viele Kilometer" lange sowie "dicke Schicht grauen Splitts" auf dem Weg "Am Grund" bitter beklagt und für Spaziergänger und Radfahrer den Rückbau zum ursprünglichen Zustand mit einem Grünstreifen in der Mitte und dem Bewuchs am Wegrand gefordert. Als "reine Geldverschwendung" und "brachiale Maßnahme" wurde zudem der Bau von Schotterbrücken vom Weg zu den Rückegassen im Wald eingestuft. 

Anfang Oktober hatte sich die Verdichtung des Belags auf dem Feld- und Waldweg noch nicht eingestellt. Foto: Gerd Landgraf

"Das ist ein Haufen Kies", so sei bei einem ersten Ortstermin auch seine Reaktion gewesen, räumte beim Termin mit der Redaktion der Bürgermeister ein. Mittlerweile wisse er jedoch, dass die Maßnahme notwendig gewesen sei und man auch weiterhin genau nach dieser Methode beim Herrichten von Wald- und Feldwegen vorgehen werde. Nätscher: "Wir haben viel Wald, in den wir reinfahren müssen und dabei nicht versumpfen dürfen."

Für alle Straßen und auch für die Wege hat die Gemeinde Poppenhausen einen Aktionsplan, in der die Sanierungen nach der Dringlichkeit eingeordnet sind. Im Jahr 2018 wurden im Bereich des Gemeindeteils Kützberg bereits Waldwege für 60 000 Euro geschottert. Davor hatte man sich von drei Fachfirmen aus der Region Lösungsvorschläge eingeholt. Diese hatten jeweils die gleiche Methode vorgeschlagen, sagt Marco Preuske vom Bauhof.   

Das Regenwasser muss abfließen

Beim "Dachportal" ist im Wegebau die Mitte der Fahrbahn erhöht, damit das Regenwasser in die Gräben ablaufen kann. Der Rundweg durch den Würbisgrund und das Würbisholz (ein Teil davon zählt zum Jakobsweg) habe sich über die Jahre hinweg jedoch zu einem Hohlweg mit vielen Schlaglöchern verwandelt, so Preuske. Das Wasser sei nicht mehr abgelaufen. Die Schlaglöcher seien immer tiefer geworden, weshalb sich Beschwerden der Wanderer und Fahrradfahrer gehäuft und die Holzfuhrunternehmen um die Unversehrtheit ihrer 40-Tonner gefürchtet hätten. Wolfgang Seuffert: "Die Waldwege sind in erster Linie Wirtschaftswege und erst danach für Freizeit und Erholung gedacht."

Auf dem Rund- und benachbarten (Hohl)Wegen wurden deshalb in drei Schichten 200 bis 250 Kilogramm Kies und Splitt pro Laufmeter (Wegreite 3,5 Meter) aufgebracht – mit einer Körnung von 3,5 Zentimeter unten, von 16,32 Millimeter in der Mitte und 5,8 Millimeter in der Deckschicht. Bei den nur für den Waldbau und nicht oder nur selten von Wanderern und Radlern genutzten Wegen kam nur das gröbere Gestein zum Einsatz.   

Trockenheit bremste Verdichtung

Weil im Sommer der Regen ausgeblieben sei, habe die Verdichtung auf sich warten lassen, sagen Preuske und Seuffert. Mittlerweile stelle sich diese ein und alle von ihnen befragten Nutzer seien zufrieden gewesen. Grund zu Klagen habe es eigentlich nur vor, nicht nach der Maßnahme gegeben, sind sich die beiden einig.

Weil der Splitt mit der Zeit zum Rand ausgefahren wird, müssen die hergerichteten Wege künftig mindestens einmal im Jahr von einem Spezialfahrzeug abgefahren werden, das die Steine zurück auf den Weg schiebt und das Dachportal nachbessert. Ein Nachschottern der Wege sei so erst nach etwa zehn Jahren nötig.

Die Zufahrten zu den Rückewegen sind mit Schrotten gefüllt. Foto: Gerd Landgraf

Bei den Zugängen vom Weg zu den Rückegassen hat die Gemeinde bewusst auf Beton- oder Kunststoffrohre in erdigen Zufahrten verzichtet und lieber Brücken aus jeweils acht bis zehn Tonnen Schrotten (grobe gebrochene Gesteinskörnung) aufgeschüttet. Denn durch die Schrotten (Durchmesser sechs bis zwölf Zentimeter) kann das Regenwasser abfließen. Gebraucht werden die Zufahrten in den Wald, weil ansonsten die schweren Ernte- und Rückemaschinen die Gräben und den Weg stark beschädigen würden.

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