Sennfeld

5,2 Kilometer durch den Biotopverbund Senneld

5,2 Kilometer durch den Biotopverbund Senneld       -  Die Tour endet mit dem großen Stauen am „Runden Loch“ im „Sennfelder Urwald“. Seit 1994 arbeitet die Gemeinde Sennfeld an einem zusammenhängenden Biotopverbund, der von dem Landschaftsschutzgebiet „Mainaue“ bis zur Gemarkungsgrenze mit Gochsheim reicht. Nach Grundstückstausch und Grundstückserwerb ist heute eine lückenlose Tour durch die Natur von über 5,2 Kilometern auf einer Fläche von 7,1 Hektar mit einem Kostenaufwand von knapp 90 000 Euro (ohne Grunderwerb) geschaffen. Für das unterschiedlich breite Band der sich abwechselnden Ökosysteme (Wald, Wiese, Trocken-, Feucht- und Streuobstflächen) wurden 90 hochstämmige Laubbäume (Spitzahorn, Hainbuche, Elsbeere oder etwa Walnuss) sowie 105 Wildobst- und Obstbäume (insbesondere alte Obstsorten), 60 Laubgehölze und 1260 Wildsträucher (Hundsrose, Schlehe, Hartriegel, Hasel, Weißdorn oder Pfaffenhütchen) gepflanzt. Unter dem Motto „Schöpfung bewahren“ schützt Sennfeld den Naturhaushalt in seiner Vielfalt. Dafür wurden Flachwassertümpel und kleine Landschaftsseen angelegt, Kräuterweisen blühen und duften, Steinhaufen und Totholz sind Eidechsen, Blindschleichen, Amphibien, Igeln und Niederwild Heimat, Greifvögel nutzen die aufgestellten Sitzstangen und Insekten die Insektenhotels. Abwechslung wurde auf der ansonsten intensiv durch die Landwirtschaft genutzten Flur durch die Geländemodellierung geschaffen, die Vertiefungen und Erhöhungen schuf. Zu dem Biotopverbund gehören Wanderwege, wobei von einem Besucherkonzept gesprochen werden darf, denn die Gemeinde mäht schmale Streifen, wenn es für den Wanderer durch Kräuterwiesen oder entlang eines nicht gänzlich zugängigen Feuchtbiotops geht. Gewandert wird auch in dem Biotopverbund, – allerdings nicht der Mensch, sondern Flora und Fauna. Diese ökologische Landschaftsgestaltung sieht Bürgermeister Emil Heinemann in Verbindung mit der ökologischen Flurbereinigung in Gochsheim und der Biotopvernetzung in Schwebheim – ebenfalls nachhaltige Maßnahmen im Sinne des Artenschutzes. Mit der Redaktion sind Anfang Juni Emil Heinemann, Bauhofsleiter Reiner Thein (Fachwirt für Naturschutz und Landschaftspflege) und Jürgen Kiefer, Naturschutzbeauftragten des Landratsamtes, unterwegs. Der Treffpunkt am Ortsausgang Weyerer Straße, wo heute statt der einstmals geplanten Ortsumgehungsstraße ein grünes Tor den gestuften Grüngürtel an der Bebauung durchbricht, verdeutlicht, was unter einem „Dorf in der Landschaft“ zu verstehen ist. Auch dafür gibt es von Jürgen Kiefer Lob, wie auch für den größten Biotopverbund im Landkreis. Während der Naturschutzbeauftragte von einer guten Zusammenarbeit spricht, nennt Heinemann diese „hervorragend“. Gleich hoch schätzt der Bürgermeister das Engagement der Sennfelder ein, die Baumpatenschaften (für jeweils 230 Euro) übernommen und bei Pflanzungen zum Spaten gegriffen haben. Entlang der Bebauung (nach Westen) führt die Tour ab dem Ellerngraben nach Süden (Gochsheim). Entlang des Grabens entstand der Biotopverbund, der in die Landschaft hinein führt. Seit 1994 habe auch er viel dazu gelernt, „Learning bei Doing“ also, sagt auch Reiner Thein. Mit der Unteren Naturschutzbehörde habe man Aussaaten und Pflanzungen verfeinert, lerne bei der Pflege weiterhin Neues, was die Sache spannend mache, so der Bürgermeister. Beim Brunnen für die örtliche Wasserversorgung bekommt das Biotop Breite. Der Zaun um den Brunnen ist hinter viel Grün fast verschwunden. Auch hier wurden Büsche und Bäume stufig angelegt und harmonisieren mit der Landwirtschaft. Sichtfenster geben den Blick auf das Feuchtbiotop neben der Wassergewinnung frei. Die nächste Station liegt etwas abseits der Tour – eine Walnussbaumwiese, die mit den Schülern aus Sennfeld im Jahr 2011 angelegt wurde. Dass auf der Wiese gar so viele Insekten schwirren, erklärt der Bauhofsleiter mit dem Saatgut. Ruhebänke für den Wanderer, Insektenhotels und Vogelstangen stehen am Wegrand. Ein Turmfalke ignoriert jedoch die für ihn aufgestellten Sitzstangen und bevorzugt den hohen Trieb eines Obstbaumes, der eigentlich durch das Aufstellen der Sitzstangen geschont werden soll. An den Hecken und unter den Bäumen fühlt sich nicht nur der Mensch zwischen den Monokulturen der modernen Feldwirtschaft behütet. Jürgen Kiefer berichtet von einer Stärkung des Lebensraumes für Dorngrasmücke, Mönchsgrasmücke, Klappergrasmücke, Nachtigall, Feldlerche, Neuntöter, Feldspatz und weiteren Vogelarten, darunter die selten gewordene Grauammer. Auf dem Weg zum „Runden Loch“ im Bereich der Mainaue wird die Reichelshöfer Straße gequert, die 1998 unter Mithilfe von Schülern und den Vereinen zur Allee umgestaltet wurde. Gleich nördlich der Straße führt der gemähte Weg an einem großen Tümpel vorbei, wo der Frosch ein Konzert gibt. In das Rückzugsgebiet der Lurche ist für den Menschen kein Pfad angelegt. Dieser wird weiter nach Norden zum Main geführt. An der Nahtstelle zwischen Feld und Aue (Bereich Hellen Lohe) liegt das „Runde Loch“, also der „Sennfelder Urwald“ – so Heinemann zu dem Juwel im Landschaftsschutzgebiet, dessen Zugang vom Bauhof für Führungen freigeschnitten wird. In dem See (Altmain) spiegeln sich die hohen Bäume, die Seerosen blühen, eine Entenmutter ist mit ihrem Nachwuchs unterwegs. Wer jetzt eine Pause braucht, findet Tische und Bänke und vor allem einen prächtigen Blick auf Schloss Mainberg am Rastplatz „Helle Lohe“, der auch Station auf dem Assisi-Besinnungspfad ist.
Die Tour endet mit dem großen Stauen am „Runden Loch“ im „Sennfelder Urwald“. Seit 1994 arbeitet die Gemeinde Sennfeld an einem zusammenhängenden Biotopverbund, der von dem Landschaftsschutzgebiet „Mainaue“ bis zur Gemarkungsgrenze mit Gochsheim reicht. Nach Grundstückstausch und Grundstückserwerb ist heute eine lückenlose Tour durch die Natur von über 5,2 Kilometern auf einer Fläche von 7,1 Hektar mit einem Kostenaufwand von knapp 90 000 Euro (ohne Grunderwerb) geschaffen. Für das unterschiedlich breite Band der sich abwechselnden Ökosysteme (Wald, Wiese, Trocken-, Feucht- und Streuobstflächen) wurden 90 hochstämmige Laubbäume (Spitzahorn, Hainbuche, Elsbeere oder etwa Walnuss) sowie 105 Wildobst- und Obstbäume (insbesondere alte Obstsorten), 60 Laubgehölze und 1260 Wildsträucher (Hundsrose, Schlehe, Hartriegel, Hasel, Weißdorn oder Pfaffenhütchen) gepflanzt. Unter dem Motto „Schöpfung bewahren“ schützt Sennfeld den Naturhaushalt in seiner Vielfalt. Dafür wurden Flachwassertümpel und kleine Landschaftsseen angelegt, Kräuterweisen blühen und duften, Steinhaufen und Totholz sind Eidechsen, Blindschleichen, Amphibien, Igeln und Niederwild Heimat, Greifvögel nutzen die aufgestellten Sitzstangen und Insekten die Insektenhotels. Abwechslung wurde auf der ansonsten intensiv durch die Landwirtschaft genutzten Flur durch die Geländemodellierung geschaffen, die Vertiefungen und Erhöhungen schuf. Zu dem Biotopverbund gehören Wanderwege, wobei von einem Besucherkonzept gesprochen werden darf, denn die Gemeinde mäht schmale Streifen, wenn es für den Wanderer durch Kräuterwiesen oder entlang eines nicht gänzlich zugängigen Feuchtbiotops geht. Gewandert wird auch in dem Biotopverbund, – allerdings nicht der Mensch, sondern Flora und Fauna. Diese ökologische Landschaftsgestaltung sieht Bürgermeister Emil Heinemann in Verbindung mit der ökologischen Flurbereinigung in Gochsheim und der Biotopvernetzung in Schwebheim – ebenfalls nachhaltige Maßnahmen im Sinne des Artenschutzes. Mit der Redaktion sind Anfang Juni Emil Heinemann, Bauhofsleiter Reiner Thein (Fachwirt für Naturschutz und Landschaftspflege) und Jürgen Kiefer, Naturschutzbeauftragten des Landratsamtes, unterwegs. Der Treffpunkt am Ortsausgang Weyerer Straße, wo heute statt der einstmals geplanten Ortsumgehungsstraße ein grünes Tor den gestuften Grüngürtel an der Bebauung durchbricht, verdeutlicht, was unter einem „Dorf in der Landschaft“ zu verstehen ist. Auch dafür gibt es von Jürgen Kiefer Lob, wie auch für den größten Biotopverbund im Landkreis. Während der Naturschutzbeauftragte von einer guten Zusammenarbeit spricht, nennt Heinemann diese „hervorragend“. Gleich hoch schätzt der Bürgermeister das Engagement der Sennfelder ein, die Baumpatenschaften (für jeweils 230 Euro) übernommen und bei Pflanzungen zum Spaten gegriffen haben. Entlang der Bebauung (nach Westen) führt die Tour ab dem Ellerngraben nach Süden (Gochsheim). Entlang des Grabens entstand der Biotopverbund, der in die Landschaft hinein führt. Seit 1994 habe auch er viel dazu gelernt, „Learning bei Doing“ also, sagt auch Reiner Thein. Mit der Unteren Naturschutzbehörde habe man Aussaaten und Pflanzungen verfeinert, lerne bei der Pflege weiterhin Neues, was die Sache spannend mache, so der Bürgermeister. Beim Brunnen für die örtliche Wasserversorgung bekommt das Biotop Breite. Der Zaun um den Brunnen ist hinter viel Grün fast verschwunden. Auch hier wurden Büsche und Bäume stufig angelegt und harmonisieren mit der Landwirtschaft. Sichtfenster geben den Blick auf das Feuchtbiotop neben der Wassergewinnung frei. Die nächste Station liegt etwas abseits der Tour – eine Walnussbaumwiese, die mit den Schülern aus Sennfeld im Jahr 2011 angelegt wurde. Dass auf der Wiese gar so viele Insekten schwirren, erklärt der Bauhofsleiter mit dem Saatgut. Ruhebänke für den Wanderer, Insektenhotels und Vogelstangen stehen am Wegrand. Ein Turmfalke ignoriert jedoch die für ihn aufgestellten Sitzstangen und bevorzugt den hohen Trieb eines Obstbaumes, der eigentlich durch das Aufstellen der Sitzstangen geschont werden soll. An den Hecken und unter den Bäumen fühlt sich nicht nur der Mensch zwischen den Monokulturen der modernen Feldwirtschaft behütet. Jürgen Kiefer berichtet von einer Stärkung des Lebensraumes für Dorngrasmücke, Mönchsgrasmücke, Klappergrasmücke, Nachtigall, Feldlerche, Neuntöter, Feldspatz und weiteren Vogelarten, darunter die selten gewordene Grauammer. Auf dem Weg zum „Runden Loch“ im Bereich der Mainaue wird die Reichelshöfer Straße gequert, die 1998 unter Mithilfe von Schülern und den Vereinen zur Allee umgestaltet wurde. Gleich nördlich der Straße führt der gemähte Weg an einem großen Tümpel vorbei, wo der Frosch ein Konzert gibt. In das Rückzugsgebiet der Lurche ist für den Menschen kein Pfad angelegt. Dieser wird weiter nach Norden zum Main geführt. An der Nahtstelle zwischen Feld und Aue (Bereich Hellen Lohe) liegt das „Runde Loch“, also der „Sennfelder Urwald“ – so Heinemann zu dem Juwel im Landschaftsschutzgebiet, dessen Zugang vom Bauhof für Führungen freigeschnitten wird. In dem See (Altmain) spiegeln sich die hohen Bäume, die Seerosen blühen, eine Entenmutter ist mit ihrem Nachwuchs unterwegs. Wer jetzt eine Pause braucht, findet Tische und Bänke und vor allem einen prächtigen Blick auf Schloss Mainberg am Rastplatz „Helle Lohe“, der auch Station auf dem Assisi-Besinnungspfad ist. Foto: Gerd Landgraf

Die Tour endet mit dem großen Stauen am „Runden Loch“ im „Sennfelder Urwald“.

Seit 1994 arbeitet die Gemeinde Sennfeld an einem zusammenhängenden Biotopverbund, der von dem Landschaftsschutzgebiet „Mainaue“ bis zur Gemarkungsgrenze mit Gochsheim reicht. Nach Grundstückstausch und Grundstückserwerb ist heute eine lückenlose Tour durch die Natur von über 5,2 Kilometern auf einer Fläche von 7,1 Hektar mit einem Kostenaufwand von knapp 90 000 Euro (ohne Grunderwerb) geschaffen.

Pflanzungen

Für das unterschiedlich breite Band der sich abwechselnden Ökosysteme (Wald, Wiese, Trocken-, Feucht- und Streuobstflächen) wurden 90 hochstämmige Laubbäume (Spitzahorn, Hainbuche, Elsbeere oder etwa Walnuss) sowie 105 Wildobst- und Obstbäume (insbesondere alte Obstsorten), 60 Laubgehölze und 1260 Wildsträucher (Hundsrose, Schlehe, Hartriegel, Hasel, Weißdorn oder Pfaffenhütchen) gepflanzt.

Unter dem Motto „Schöpfung bewahren“ schützt Sennfeld den Naturhaushalt in seiner Vielfalt. Dafür wurden Flachwassertümpel und kleine Landschaftsseen angelegt, Kräuterweisen blühen und duften, Steinhaufen und Totholz sind Eidechsen, Blindschleichen, Amphibien, Igeln und Niederwild Heimat, Greifvögel nutzen die aufgestellten Sitzstangen und Insekten die Insektenhotels. Abwechslung wurde auf der ansonsten intensiv durch die Landwirtschaft genutzten Flur durch die Geländemodellierung geschaffen, die Vertiefungen und Erhöhungen schuf.

Wanderwege

Zu dem Biotopverbund gehören Wanderwege, wobei von einem Besucherkonzept gesprochen werden darf, denn die Gemeinde mäht schmale Streifen, wenn es für den Wanderer durch Kräuterwiesen oder entlang eines nicht gänzlich zugängigen Feuchtbiotops geht. Gewandert wird auch in dem Biotopverbund, – allerdings nicht der Mensch, sondern Flora und Fauna.

Diese ökologische Landschaftsgestaltung sieht Bürgermeister Emil Heinemann in Verbindung mit der ökologischen Flurbereinigung in Gochsheim und der Biotopvernetzung in Schwebheim – ebenfalls nachhaltige Maßnahmen im Sinne des Artenschutzes.

Unterwegs mit dem Bürgermeister

Mit der Redaktion sind Anfang Juni Emil Heinemann, Bauhofsleiter Reiner Thein (Fachwirt für Naturschutz und Landschaftspflege) und Jürgen Kiefer, Naturschutzbeauftragten des Landratsamtes, unterwegs. Der Treffpunkt am Ortsausgang Weyerer Straße, wo heute statt der einstmals geplanten Ortsumgehungsstraße ein grünes Tor den gestuften Grüngürtel an der Bebauung durchbricht, verdeutlicht, was unter einem „Dorf in der Landschaft“ zu verstehen ist. Auch dafür gibt es von Jürgen Kiefer Lob, wie auch für den größten Biotopverbund im Landkreis. Während der Naturschutzbeauftragte von einer guten Zusammenarbeit spricht, nennt Heinemann diese „hervorragend“.

Baumpatenschaften

Gleich hoch schätzt der Bürgermeister das Engagement der Sennfelder ein, die Baumpatenschaften (für jeweils 230 Euro) übernommen und bei Pflanzungen zum Spaten gegriffen haben. Entlang der Bebauung (nach Westen) führt die Tour ab dem Ellerngraben nach Süden (Gochsheim). Entlang des Grabens entstand der Biotopverbund, der in die Landschaft hinein führt.

Seit 1994 habe auch er viel dazu gelernt, „Learning bei Doing“ also, sagt auch Reiner Thein. Mit der Unteren Naturschutzbehörde habe man Aussaaten und Pflanzungen verfeinert, lerne bei der Pflege weiterhin Neues, was die Sache spannend mache, so der Bürgermeister.

Vogelstange verschmäht

Beim Brunnen für die örtliche Wasserversorgung bekommt das Biotop Breite. Der Zaun um den Brunnen ist hinter viel Grün fast verschwunden. Auch hier wurden Büsche und Bäume stufig angelegt und harmonisieren mit der Landwirtschaft. Sichtfenster geben den Blick auf das Feuchtbiotop neben der Wassergewinnung frei.

Die nächste Station liegt etwas abseits der Tour – eine Walnussbaumwiese, die mit den Schülern aus Sennfeld im Jahr 2011 angelegt wurde. Dass auf der Wiese gar so viele Insekten schwirren, erklärt der Bauhofsleiter mit dem Saatgut.

Ruhebänke für den Wanderer, Insektenhotels und Vogelstangen stehen am Wegrand. Ein Turmfalke ignoriert jedoch die für ihn aufgestellten Sitzstangen und bevorzugt den hohen Trieb eines Obstbaumes, der eigentlich durch das Aufstellen der Sitzstangen geschont werden soll.

Die Nachhaltigkeit

An den Hecken und unter den Bäumen fühlt sich nicht nur der Mensch zwischen den Monokulturen der modernen Feldwirtschaft behütet. Jürgen Kiefer berichtet von einer Stärkung des Lebensraumes für Dorngrasmücke, Mönchsgrasmücke, Klappergrasmücke, Nachtigall, Feldlerche, Neuntöter, Feldspatz und weiteren Vogelarten, darunter die selten gewordene Grauammer.

Auf dem Weg zum „Runden Loch“ im Bereich der Mainaue wird die Reichelshöfer Straße gequert, die 1998 unter Mithilfe von Schülern und den Vereinen zur Allee umgestaltet wurde. Gleich nördlich der Straße führt der gemähte Weg an einem großen Tümpel vorbei, wo der Frosch ein Konzert gibt.

Enten und Seerosen

In das Rückzugsgebiet der Lurche ist für den Menschen kein Pfad angelegt. Dieser wird weiter nach Norden zum Main geführt. An der Nahtstelle zwischen Feld und Aue (Bereich Hellen Lohe) liegt das „Runde Loch“, also der „Sennfelder Urwald“ – so Heinemann zu dem Juwel im Landschaftsschutzgebiet, dessen Zugang vom Bauhof für Führungen freigeschnitten wird. In dem See (Altmain) spiegeln sich die hohen Bäume, die Seerosen blühen, eine Entenmutter ist mit ihrem Nachwuchs unterwegs.

Wer jetzt eine Pause braucht, findet Tische und Bänke und vor allem einen prächtigen Blick auf Schloss Mainberg am Rastplatz „Helle Lohe“, der auch Station auf dem Assisi-Besinnungspfad ist.

5,2 Kilometer durch den Biotopverbund Senneld       -  Die Tour endet mit dem großen Stauen am „Runden Loch“ im „Sennfelder Urwald“. Seit 1994 arbeitet die Gemeinde Sennfeld an einem zusammenhängenden Biotopverbund, der von dem Landschaftsschutzgebiet „Mainaue“ bis zur Gemarkungsgrenze mit Gochsheim reicht. Nach Grundstückstausch und Grundstückserwerb ist heute eine lückenlose Tour durch die Natur von über 5,2 Kilometern auf einer Fläche von 7,1 Hektar mit einem Kostenaufwand von knapp 90 000 Euro (ohne Grunderwerb) geschaffen. Für das unterschiedlich breite Band der sich abwechselnden Ökosysteme (Wald, Wiese, Trocken-, Feucht- und Streuobstflächen) wurden 90 hochstämmige Laubbäume (Spitzahorn, Hainbuche, Elsbeere oder etwa Walnuss) sowie 105 Wildobst- und Obstbäume (insbesondere alte Obstsorten), 60 Laubgehölze und 1260 Wildsträucher (Hundsrose, Schlehe, Hartriegel, Hasel, Weißdorn oder Pfaffenhütchen) gepflanzt. Unter dem Motto „Schöpfung bewahren“ schützt Sennfeld den Naturhaushalt in seiner Vielfalt. Dafür wurden Flachwassertümpel und kleine Landschaftsseen angelegt, Kräuterweisen blühen und duften, Steinhaufen und Totholz sind Eidechsen, Blindschleichen, Amphibien, Igeln und Niederwild Heimat, Greifvögel nutzen die aufgestellten Sitzstangen und Insekten die Insektenhotels. Abwechslung wurde auf der ansonsten intensiv durch die Landwirtschaft genutzten Flur durch die Geländemodellierung geschaffen, die Vertiefungen und Erhöhungen schuf. Zu dem Biotopverbund gehören Wanderwege, wobei von einem Besucherkonzept gesprochen werden darf, denn die Gemeinde mäht schmale Streifen, wenn es für den Wanderer durch Kräuterwiesen oder entlang eines nicht gänzlich zugängigen Feuchtbiotops geht. Gewandert wird auch in dem Biotopverbund, – allerdings nicht der Mensch, sondern Flora und Fauna. Diese ökologische Landschaftsgestaltung sieht Bürgermeister Emil Heinemann in Verbindung mit der ökologischen Flurbereinigung in Gochsheim und der Biotopvernetzung in Schwebheim – ebenfalls nachhaltige Maßnahmen im Sinne des Artenschutzes. Mit der Redaktion sind Anfang Juni Emil Heinemann, Bauhofsleiter Reiner Thein (Fachwirt für Naturschutz und Landschaftspflege) und Jürgen Kiefer, Naturschutzbeauftragten des Landratsamtes, unterwegs. Der Treffpunkt am Ortsausgang Weyerer Straße, wo heute statt der einstmals geplanten Ortsumgehungsstraße ein grünes Tor den gestuften Grüngürtel an der Bebauung durchbricht, verdeutlicht, was unter einem „Dorf in der Landschaft“ zu verstehen ist. Auch dafür gibt es von Jürgen Kiefer Lob, wie auch für den größten Biotopverbund im Landkreis. Während der Naturschutzbeauftragte von einer guten Zusammenarbeit spricht, nennt Heinemann diese „hervorragend“. Gleich hoch schätzt der Bürgermeister das Engagement der Sennfelder ein, die Baumpatenschaften (für jeweils 230 Euro) übernommen und bei Pflanzungen zum Spaten gegriffen haben. Entlang der Bebauung (nach Westen) führt die Tour ab dem Ellerngraben nach Süden (Gochsheim). Entlang des Grabens entstand der Biotopverbund, der in die Landschaft hinein führt. Seit 1994 habe auch er viel dazu gelernt, „Learning bei Doing“ also, sagt auch Reiner Thein. Mit der Unteren Naturschutzbehörde habe man Aussaaten und Pflanzungen verfeinert, lerne bei der Pflege weiterhin Neues, was die Sache spannend mache, so der Bürgermeister. Beim Brunnen für die örtliche Wasserversorgung bekommt das Biotop Breite. Der Zaun um den Brunnen ist hinter viel Grün fast verschwunden. Auch hier wurden Büsche und Bäume stufig angelegt und harmonisieren mit der Landwirtschaft. Sichtfenster geben den Blick auf das Feuchtbiotop neben der Wassergewinnung frei. Die nächste Station liegt etwas abseits der Tour – eine Walnussbaumwiese, die mit den Schülern aus Sennfeld im Jahr 2011 angelegt wurde. Dass auf der Wiese gar so viele Insekten schwirren, erklärt der Bauhofsleiter mit dem Saatgut. Ruhebänke für den Wanderer, Insektenhotels und Vogelstangen stehen am Wegrand. Ein Turmfalke ignoriert jedoch die für ihn aufgestellten Sitzstangen und bevorzugt den hohen Trieb eines Obstbaumes, der eigentlich durch das Aufstellen der Sitzstangen geschont werden soll. An den Hecken und unter den Bäumen fühlt sich nicht nur der Mensch zwischen den Monokulturen der modernen Feldwirtschaft behütet. Jürgen Kiefer berichtet von einer Stärkung des Lebensraumes für Dorngrasmücke, Mönchsgrasmücke, Klappergrasmücke, Nachtigall, Feldlerche, Neuntöter, Feldspatz und weiteren Vogelarten, darunter die selten gewordene Grauammer. Auf dem Weg zum „Runden Loch“ im Bereich der Mainaue wird die Reichelshöfer Straße gequert, die 1998 unter Mithilfe von Schülern und den Vereinen zur Allee umgestaltet wurde. Gleich nördlich der Straße führt der gemähte Weg an einem großen Tümpel vorbei, wo der Frosch ein Konzert gibt. In das Rückzugsgebiet der Lurche ist für den Menschen kein Pfad angelegt. Dieser wird weiter nach Norden zum Main geführt. An der Nahtstelle zwischen Feld und Aue (Bereich Hellen Lohe) liegt das „Runde Loch“, also der „Sennfelder Urwald“ – so Heinemann zu dem Juwel im Landschaftsschutzgebiet, dessen Zugang vom Bauhof für Führungen freigeschnitten wird. In dem See (Altmain) spiegeln sich die hohen Bäume, die Seerosen blühen, eine Entenmutter ist mit ihrem Nachwuchs unterwegs. Wer jetzt eine Pause braucht, findet Tische und Bänke und vor allem einen prächtigen Blick auf Schloss Mainberg am Rastplatz „Helle Lohe“, der auch Station auf dem Assisi-Besinnungspfad ist.
Die Tour endet mit dem großen Stauen am „Runden Loch“ im „Sennfelder Urwald“. Seit 1994 arbeitet die Gemeinde Sennfeld an einem zusammenhängenden Biotopverbund, der von dem Landschaftsschutzgebiet „Mainaue“ bis zur Gemarkungsgrenze mit Gochsheim reicht. Nach Grundstückstausch und Grundstückserwerb ist heute eine lückenlose Tour durch die Natur von über 5,2 Kilometern auf einer Fläche von 7,1 Hektar mit einem Kostenaufwand von knapp 90 000 Euro (ohne Grunderwerb) geschaffen. Für das unterschiedlich breite Band der sich abwechselnden Ökosysteme (Wald, Wiese, Trocken-, Feucht- und Streuobstflächen) wurden 90 hochstämmige Laubbäume (Spitzahorn, Hainbuche, Elsbeere oder etwa Walnuss) sowie 105 Wildobst- und Obstbäume (insbesondere alte Obstsorten), 60 Laubgehölze und 1260 Wildsträucher (Hundsrose, Schlehe, Hartriegel, Hasel, Weißdorn oder Pfaffenhütchen) gepflanzt. Unter dem Motto „Schöpfung bewahren“ schützt Sennfeld den Naturhaushalt in seiner Vielfalt. Dafür wurden Flachwassertümpel und kleine Landschaftsseen angelegt, Kräuterweisen blühen und duften, Steinhaufen und Totholz sind Eidechsen, Blindschleichen, Amphibien, Igeln und Niederwild Heimat, Greifvögel nutzen die aufgestellten Sitzstangen und Insekten die Insektenhotels. Abwechslung wurde auf der ansonsten intensiv durch die Landwirtschaft genutzten Flur durch die Geländemodellierung geschaffen, die Vertiefungen und Erhöhungen schuf. Zu dem Biotopverbund gehören Wanderwege, wobei von einem Besucherkonzept gesprochen werden darf, denn die Gemeinde mäht schmale Streifen, wenn es für den Wanderer durch Kräuterwiesen oder entlang eines nicht gänzlich zugängigen Feuchtbiotops geht. Gewandert wird auch in dem Biotopverbund, – allerdings nicht der Mensch, sondern Flora und Fauna. Diese ökologische Landschaftsgestaltung sieht Bürgermeister Emil Heinemann in Verbindung mit der ökologischen Flurbereinigung in Gochsheim und der Biotopvernetzung in Schwebheim – ebenfalls nachhaltige Maßnahmen im Sinne des Artenschutzes. Mit der Redaktion sind Anfang Juni Emil Heinemann, Bauhofsleiter Reiner Thein (Fachwirt für Naturschutz und Landschaftspflege) und Jürgen Kiefer, Naturschutzbeauftragten des Landratsamtes, unterwegs. Der Treffpunkt am Ortsausgang Weyerer Straße, wo heute statt der einstmals geplanten Ortsumgehungsstraße ein grünes Tor den gestuften Grüngürtel an der Bebauung durchbricht, verdeutlicht, was unter einem „Dorf in der Landschaft“ zu verstehen ist. Auch dafür gibt es von Jürgen Kiefer Lob, wie auch für den größten Biotopverbund im Landkreis. Während der Naturschutzbeauftragte von einer guten Zusammenarbeit spricht, nennt Heinemann diese „hervorragend“. Gleich hoch schätzt der Bürgermeister das Engagement der Sennfelder ein, die Baumpatenschaften (für jeweils 230 Euro) übernommen und bei Pflanzungen zum Spaten gegriffen haben. Entlang der Bebauung (nach Westen) führt die Tour ab dem Ellerngraben nach Süden (Gochsheim). Entlang des Grabens entstand der Biotopverbund, der in die Landschaft hinein führt. Seit 1994 habe auch er viel dazu gelernt, „Learning bei Doing“ also, sagt auch Reiner Thein. Mit der Unteren Naturschutzbehörde habe man Aussaaten und Pflanzungen verfeinert, lerne bei der Pflege weiterhin Neues, was die Sache spannend mache, so der Bürgermeister. Beim Brunnen für die örtliche Wasserversorgung bekommt das Biotop Breite. Der Zaun um den Brunnen ist hinter viel Grün fast verschwunden. Auch hier wurden Büsche und Bäume stufig angelegt und harmonisieren mit der Landwirtschaft. Sichtfenster geben den Blick auf das Feuchtbiotop neben der Wassergewinnung frei. Die nächste Station liegt etwas abseits der Tour – eine Walnussbaumwiese, die mit den Schülern aus Sennfeld im Jahr 2011 angelegt wurde. Dass auf der Wiese gar so viele Insekten schwirren, erklärt der Bauhofsleiter mit dem Saatgut. Ruhebänke für den Wanderer, Insektenhotels und Vogelstangen stehen am Wegrand. Ein Turmfalke ignoriert jedoch die für ihn aufgestellten Sitzstangen und bevorzugt den hohen Trieb eines Obstbaumes, der eigentlich durch das Aufstellen der Sitzstangen geschont werden soll. An den Hecken und unter den Bäumen fühlt sich nicht nur der Mensch zwischen den Monokulturen der modernen Feldwirtschaft behütet. Jürgen Kiefer berichtet von einer Stärkung des Lebensraumes für Dorngrasmücke, Mönchsgrasmücke, Klappergrasmücke, Nachtigall, Feldlerche, Neuntöter, Feldspatz und weiteren Vogelarten, darunter die selten gewordene Grauammer. Auf dem Weg zum „Runden Loch“ im Bereich der Mainaue wird die Reichelshöfer Straße gequert, die 1998 unter Mithilfe von Schülern und den Vereinen zur Allee umgestaltet wurde. Gleich nördlich der Straße führt der gemähte Weg an einem großen Tümpel vorbei, wo der Frosch ein Konzert gibt. In das Rückzugsgebiet der Lurche ist für den Menschen kein Pfad angelegt. Dieser wird weiter nach Norden zum Main geführt. An der Nahtstelle zwischen Feld und Aue (Bereich Hellen Lohe) liegt das „Runde Loch“, also der „Sennfelder Urwald“ – so Heinemann zu dem Juwel im Landschaftsschutzgebiet, dessen Zugang vom Bauhof für Führungen freigeschnitten wird. In dem See (Altmain) spiegeln sich die hohen Bäume, die Seerosen blühen, eine Entenmutter ist mit ihrem Nachwuchs unterwegs. Wer jetzt eine Pause braucht, findet Tische und Bänke und vor allem einen prächtigen Blick auf Schloss Mainberg am Rastplatz „Helle Lohe“, der auch Station auf dem Assisi-Besinnungspfad ist.
5,2 Kilometer durch den Biotopverbund Senneld       -  Die Tour endet mit dem großen Stauen am „Runden Loch“ im „Sennfelder Urwald“. Seit 1994 arbeitet die Gemeinde Sennfeld an einem zusammenhängenden Biotopverbund, der von dem Landschaftsschutzgebiet „Mainaue“ bis zur Gemarkungsgrenze mit Gochsheim reicht. Nach Grundstückstausch und Grundstückserwerb ist heute eine lückenlose Tour durch die Natur von über 5,2 Kilometern auf einer Fläche von 7,1 Hektar mit einem Kostenaufwand von knapp 90 000 Euro (ohne Grunderwerb) geschaffen. Für das unterschiedlich breite Band der sich abwechselnden Ökosysteme (Wald, Wiese, Trocken-, Feucht- und Streuobstflächen) wurden 90 hochstämmige Laubbäume (Spitzahorn, Hainbuche, Elsbeere oder etwa Walnuss) sowie 105 Wildobst- und Obstbäume (insbesondere alte Obstsorten), 60 Laubgehölze und 1260 Wildsträucher (Hundsrose, Schlehe, Hartriegel, Hasel, Weißdorn oder Pfaffenhütchen) gepflanzt. Unter dem Motto „Schöpfung bewahren“ schützt Sennfeld den Naturhaushalt in seiner Vielfalt. Dafür wurden Flachwassertümpel und kleine Landschaftsseen angelegt, Kräuterweisen blühen und duften, Steinhaufen und Totholz sind Eidechsen, Blindschleichen, Amphibien, Igeln und Niederwild Heimat, Greifvögel nutzen die aufgestellten Sitzstangen und Insekten die Insektenhotels. Abwechslung wurde auf der ansonsten intensiv durch die Landwirtschaft genutzten Flur durch die Geländemodellierung geschaffen, die Vertiefungen und Erhöhungen schuf. Zu dem Biotopverbund gehören Wanderwege, wobei von einem Besucherkonzept gesprochen werden darf, denn die Gemeinde mäht schmale Streifen, wenn es für den Wanderer durch Kräuterwiesen oder entlang eines nicht gänzlich zugängigen Feuchtbiotops geht. Gewandert wird auch in dem Biotopverbund, – allerdings nicht der Mensch, sondern Flora und Fauna. Diese ökologische Landschaftsgestaltung sieht Bürgermeister Emil Heinemann in Verbindung mit der ökologischen Flurbereinigung in Gochsheim und der Biotopvernetzung in Schwebheim – ebenfalls nachhaltige Maßnahmen im Sinne des Artenschutzes. Mit der Redaktion sind Anfang Juni Emil Heinemann, Bauhofsleiter Reiner Thein (Fachwirt für Naturschutz und Landschaftspflege) und Jürgen Kiefer, Naturschutzbeauftragten des Landratsamtes, unterwegs. Der Treffpunkt am Ortsausgang Weyerer Straße, wo heute statt der einstmals geplanten Ortsumgehungsstraße ein grünes Tor den gestuften Grüngürtel an der Bebauung durchbricht, verdeutlicht, was unter einem „Dorf in der Landschaft“ zu verstehen ist. Auch dafür gibt es von Jürgen Kiefer Lob, wie auch für den größten Biotopverbund im Landkreis. Während der Naturschutzbeauftragte von einer guten Zusammenarbeit spricht, nennt Heinemann diese „hervorragend“. Gleich hoch schätzt der Bürgermeister das Engagement der Sennfelder ein, die Baumpatenschaften (für jeweils 230 Euro) übernommen und bei Pflanzungen zum Spaten gegriffen haben. Entlang der Bebauung (nach Westen) führt die Tour ab dem Ellerngraben nach Süden (Gochsheim). Entlang des Grabens entstand der Biotopverbund, der in die Landschaft hinein führt. Seit 1994 habe auch er viel dazu gelernt, „Learning bei Doing“ also, sagt auch Reiner Thein. Mit der Unteren Naturschutzbehörde habe man Aussaaten und Pflanzungen verfeinert, lerne bei der Pflege weiterhin Neues, was die Sache spannend mache, so der Bürgermeister. Beim Brunnen für die örtliche Wasserversorgung bekommt das Biotop Breite. Der Zaun um den Brunnen ist hinter viel Grün fast verschwunden. Auch hier wurden Büsche und Bäume stufig angelegt und harmonisieren mit der Landwirtschaft. Sichtfenster geben den Blick auf das Feuchtbiotop neben der Wassergewinnung frei. Die nächste Station liegt etwas abseits der Tour – eine Walnussbaumwiese, die mit den Schülern aus Sennfeld im Jahr 2011 angelegt wurde. Dass auf der Wiese gar so viele Insekten schwirren, erklärt der Bauhofsleiter mit dem Saatgut. Ruhebänke für den Wanderer, Insektenhotels und Vogelstangen stehen am Wegrand. Ein Turmfalke ignoriert jedoch die für ihn aufgestellten Sitzstangen und bevorzugt den hohen Trieb eines Obstbaumes, der eigentlich durch das Aufstellen der Sitzstangen geschont werden soll. An den Hecken und unter den Bäumen fühlt sich nicht nur der Mensch zwischen den Monokulturen der modernen Feldwirtschaft behütet. Jürgen Kiefer berichtet von einer Stärkung des Lebensraumes für Dorngrasmücke, Mönchsgrasmücke, Klappergrasmücke, Nachtigall, Feldlerche, Neuntöter, Feldspatz und weiteren Vogelarten, darunter die selten gewordene Grauammer. Auf dem Weg zum „Runden Loch“ im Bereich der Mainaue wird die Reichelshöfer Straße gequert, die 1998 unter Mithilfe von Schülern und den Vereinen zur Allee umgestaltet wurde. Gleich nördlich der Straße führt der gemähte Weg an einem großen Tümpel vorbei, wo der Frosch ein Konzert gibt. In das Rückzugsgebiet der Lurche ist für den Menschen kein Pfad angelegt. Dieser wird weiter nach Norden zum Main geführt. An der Nahtstelle zwischen Feld und Aue (Bereich Hellen Lohe) liegt das „Runde Loch“, also der „Sennfelder Urwald“ – so Heinemann zu dem Juwel im Landschaftsschutzgebiet, dessen Zugang vom Bauhof für Führungen freigeschnitten wird. In dem See (Altmain) spiegeln sich die hohen Bäume, die Seerosen blühen, eine Entenmutter ist mit ihrem Nachwuchs unterwegs. Wer jetzt eine Pause braucht, findet Tische und Bänke und vor allem einen prächtigen Blick auf Schloss Mainberg am Rastplatz „Helle Lohe“, der auch Station auf dem Assisi-Besinnungspfad ist.
Die Tour endet mit dem großen Stauen am „Runden Loch“ im „Sennfelder Urwald“. Seit 1994 arbeitet die Gemeinde Sennfeld an einem zusammenhängenden Biotopverbund, der von dem Landschaftsschutzgebiet „Mainaue“ bis zur Gemarkungsgrenze mit Gochsheim reicht. Nach Grundstückstausch und Grundstückserwerb ist heute eine lückenlose Tour durch die Natur von über 5,2 Kilometern auf einer Fläche von 7,1 Hektar mit einem Kostenaufwand von knapp 90 000 Euro (ohne Grunderwerb) geschaffen. Für das unterschiedlich breite Band der sich abwechselnden Ökosysteme (Wald, Wiese, Trocken-, Feucht- und Streuobstflächen) wurden 90 hochstämmige Laubbäume (Spitzahorn, Hainbuche, Elsbeere oder etwa Walnuss) sowie 105 Wildobst- und Obstbäume (insbesondere alte Obstsorten), 60 Laubgehölze und 1260 Wildsträucher (Hundsrose, Schlehe, Hartriegel, Hasel, Weißdorn oder Pfaffenhütchen) gepflanzt. Unter dem Motto „Schöpfung bewahren“ schützt Sennfeld den Naturhaushalt in seiner Vielfalt. Dafür wurden Flachwassertümpel und kleine Landschaftsseen angelegt, Kräuterweisen blühen und duften, Steinhaufen und Totholz sind Eidechsen, Blindschleichen, Amphibien, Igeln und Niederwild Heimat, Greifvögel nutzen die aufgestellten Sitzstangen und Insekten die Insektenhotels. Abwechslung wurde auf der ansonsten intensiv durch die Landwirtschaft genutzten Flur durch die Geländemodellierung geschaffen, die Vertiefungen und Erhöhungen schuf. Zu dem Biotopverbund gehören Wanderwege, wobei von einem Besucherkonzept gesprochen werden darf, denn die Gemeinde mäht schmale Streifen, wenn es für den Wanderer durch Kräuterwiesen oder entlang eines nicht gänzlich zugängigen Feuchtbiotops geht. Gewandert wird auch in dem Biotopverbund, – allerdings nicht der Mensch, sondern Flora und Fauna. Diese ökologische Landschaftsgestaltung sieht Bürgermeister Emil Heinemann in Verbindung mit der ökologischen Flurbereinigung in Gochsheim und der Biotopvernetzung in Schwebheim – ebenfalls nachhaltige Maßnahmen im Sinne des Artenschutzes. Mit der Redaktion sind Anfang Juni Emil Heinemann, Bauhofsleiter Reiner Thein (Fachwirt für Naturschutz und Landschaftspflege) und Jürgen Kiefer, Naturschutzbeauftragten des Landratsamtes, unterwegs. Der Treffpunkt am Ortsausgang Weyerer Straße, wo heute statt der einstmals geplanten Ortsumgehungsstraße ein grünes Tor den gestuften Grüngürtel an der Bebauung durchbricht, verdeutlicht, was unter einem „Dorf in der Landschaft“ zu verstehen ist. Auch dafür gibt es von Jürgen Kiefer Lob, wie auch für den größten Biotopverbund im Landkreis. Während der Naturschutzbeauftragte von einer guten Zusammenarbeit spricht, nennt Heinemann diese „hervorragend“. Gleich hoch schätzt der Bürgermeister das Engagement der Sennfelder ein, die Baumpatenschaften (für jeweils 230 Euro) übernommen und bei Pflanzungen zum Spaten gegriffen haben. Entlang der Bebauung (nach Westen) führt die Tour ab dem Ellerngraben nach Süden (Gochsheim). Entlang des Grabens entstand der Biotopverbund, der in die Landschaft hinein führt. Seit 1994 habe auch er viel dazu gelernt, „Learning bei Doing“ also, sagt auch Reiner Thein. Mit der Unteren Naturschutzbehörde habe man Aussaaten und Pflanzungen verfeinert, lerne bei der Pflege weiterhin Neues, was die Sache spannend mache, so der Bürgermeister. Beim Brunnen für die örtliche Wasserversorgung bekommt das Biotop Breite. Der Zaun um den Brunnen ist hinter viel Grün fast verschwunden. Auch hier wurden Büsche und Bäume stufig angelegt und harmonisieren mit der Landwirtschaft. Sichtfenster geben den Blick auf das Feuchtbiotop neben der Wassergewinnung frei. Die nächste Station liegt etwas abseits der Tour – eine Walnussbaumwiese, die mit den Schülern aus Sennfeld im Jahr 2011 angelegt wurde. Dass auf der Wiese gar so viele Insekten schwirren, erklärt der Bauhofsleiter mit dem Saatgut. Ruhebänke für den Wanderer, Insektenhotels und Vogelstangen stehen am Wegrand. Ein Turmfalke ignoriert jedoch die für ihn aufgestellten Sitzstangen und bevorzugt den hohen Trieb eines Obstbaumes, der eigentlich durch das Aufstellen der Sitzstangen geschont werden soll. An den Hecken und unter den Bäumen fühlt sich nicht nur der Mensch zwischen den Monokulturen der modernen Feldwirtschaft behütet. Jürgen Kiefer berichtet von einer Stärkung des Lebensraumes für Dorngrasmücke, Mönchsgrasmücke, Klappergrasmücke, Nachtigall, Feldlerche, Neuntöter, Feldspatz und weiteren Vogelarten, darunter die selten gewordene Grauammer. Auf dem Weg zum „Runden Loch“ im Bereich der Mainaue wird die Reichelshöfer Straße gequert, die 1998 unter Mithilfe von Schülern und den Vereinen zur Allee umgestaltet wurde. Gleich nördlich der Straße führt der gemähte Weg an einem großen Tümpel vorbei, wo der Frosch ein Konzert gibt. In das Rückzugsgebiet der Lurche ist für den Menschen kein Pfad angelegt. Dieser wird weiter nach Norden zum Main geführt. An der Nahtstelle zwischen Feld und Aue (Bereich Hellen Lohe) liegt das „Runde Loch“, also der „Sennfelder Urwald“ – so Heinemann zu dem Juwel im Landschaftsschutzgebiet, dessen Zugang vom Bauhof für Führungen freigeschnitten wird. In dem See (Altmain) spiegeln sich die hohen Bäume, die Seerosen blühen, eine Entenmutter ist mit ihrem Nachwuchs unterwegs. Wer jetzt eine Pause braucht, findet Tische und Bänke und vor allem einen prächtigen Blick auf Schloss Mainberg am Rastplatz „Helle Lohe“, der auch Station auf dem Assisi-Besinnungspfad ist.

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