SCHWEINFURT

50 Jahre seit Wiedergründung: Freiwillige Feuerwehr Schweinfurt feiert

Feuerwehr in Aktion: Eine Brandsimulation und -bekämpfung fehlte natürlich auch nicht. Foto: Josef Lamber

Der Hitzeschwall reichte bis zur Menschenmenge. Was Wasser in einem Fettbrand wie in einer Pfanne auslösen kann, spürte jeder der Umstehenden an der Wiese der Schweinfurter Feuerwache auf der eigenen Haut. Beim Tag der offenen Tür hieß die Schweinfurter Freiwillige Feuerwehr am Sonntag hunderte Familien, Junge und Alte, willkommen. Anlass waren 50 Jahre, die seit ihrer Wiedergründung im Jahr 1966 vergangenen sind.

Wenn es brennt, ist die Feuerwehr innerhalb von Minuten vor Ort. Der offizielle Teil zum Jubiläum, der schon am Freitag in der Rathausdiele stattgefunden hatte, dauerte nur unwesentlich länger als ein Feuerwehranrücken, stellte Oberbürgermeister Sebastian Remelé fest: Überschaubare 32 Minuten, trotz vier Redebeiträgen dauerte es, bevor man in den gemütlichen Teil überging.

Fotoserie

Feuerwehr feiert Jubiläum

zur Fotoansicht

Remelé sprach beim Empfang wie beim Tag der offenen Tür Feuerwehrlern und Angehörigen seinen Dank aus. Außerdem dankte er auch seinen am Freitag anwesenden Amtsvorgängern Kurt Petzold und Gudrun Grieser. „Ohne das Ehrenamt wären Vereine nicht denkbar“, sagte Remelé. „Und der effizienteste Verein unter den rund 200 Schweinfurter Vereinen ist die Freiwillige Feuerwehr.“

Für die Regierung von Unterfranken überbrachte Michael Bauch Grußworte. „50 Jahre Wiedergründung wirft Fragen auf“, sagte Bauch. Zur Erklärung: Die Freiwillige Feuerwehr Schweinfurt wurde 1854 gegründet, aber nach Kriegsende erst einmal verboten – wie alle Vereine. Im Mai 1945 wurde zwar auf Drängen der US-Army eine ständige Wache eingerichtet, die Freiwillige Feuerwehr wurde dann aber erst 1966 wiedergegründet – 61 Mitglieder zählte der Verein zu Beginn. Heute sind 108 aktiv (47 hauptamtliche und 61 ehrenamtliche Einsatzkräfte). Der Verein hat 250 Mitglieder.
 

Video

Umfrage: Warum zur Feuerwehr?

Kreisbrandrat Holger Strunk brachte am Freitag Grüße des Landkreises und den Dank der Landkreiswehren, „für die die FFW und die ständige Wache stets verlässliche Partner im Alarmierungsfall seien.“ Für die Feuerwehr Hambach überbrachte Vorstand Paul Eck Grüße und ein Fahnenband.

Stadtbrandrat Martin Schneier gab am Freitag einen Überblick über die 50 Jahre: Mit der Einrichtung einer ständigen Wache wurde nach dem Krieg der Brandschutz sichergestellt. Diese Wache musste sich allerdings mit den übriggebliebenen Ausrüstungsteilen des alten Vereins zufriedengeben. Deshalb war die Unterstützung durch die US-Feuerwehr und die Wehren der drei Industriebetriebe notwendig. Im Namen der drei Werksfeuerwehren von Schaeffler, ZF–Sachs und SKF überbrachte Andreas Lang, Feuerwehrkommandant bei SKF, ein Glasschild.

Schauübungsszenario Unfall: Im Kleinwagen sitzt ein „Verletzter“, die Feuerwehrmänner nehmen fachmännisch das Dach ab. Foto: Josef Lamber

Die Stadt Schweinfurt bemühte sich ab 1947, die ständige Wache als Berufsfeuerwehr anerkennen zu lassen, ohne Erfolg. Im August 1966 wurde die Freiwillige Feuerwehr neu gegründet. Die Ausbildung erfolgte damals in der Auenschule, der Gaststätte „Zum Tannenbaum“, dem Hof der Schillerschule und in einer Reparaturwerkstatt der ehemaligen Panzerkaserne. 1989 wurde die Jugendfeuerwehr gegründet, die derzeit elf Jugendliche, vier Mädchen und fünf Jungs, verzeichnet. Unter den aktiven Erwachsenen sind drei Frauen.

Abkürzung für Feuerwehrleute: Bei einer Führung gab es für Besucher Einblicke in alle Bereiche. Foto: Josef Lamber

Ralf Michal, Sohn des Gründungsmitglieds Fritz Michal „mit der Mitgliedsnummer eins“, übergab der Jugendfeuerwehr nach dem offiziellen Gottesdienst am Sonntag ein Zelt. Die Spende soll den Jugendlichen auf Infoveranstaltungen Schatten und Schutz vor Regen bieten. Michal erinnerte an seinen 2008 verstorbenen Vater Fritz. In dessen Sinn wolle er „die Flamme der Begeisterung“ weitertragen. „Auf dass auch in Zukunft immer einer kommt, wenn Hilfe nötig ist.“

Im Bild (vorne von links) Stefan Funk (Bezirksrat), Stadtbrandrat Michael Schneier, Oberbürgermeister Sebastian Remelé, MdL Kathi Petersen, Claudia Thiemer; zweite Reihe: links Ordnungsamtleiter Frank Reppert, rechts Michael Bauch, Regierung Unterfranken; dritte Reihe (von links): Holger Strunk, Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Jochen Ankenbrand, Strandbrandinspektor Karl-Heinz Thiemer, Steffen Weber, Regierung Unterfranken und Ordnungsreferent Jan von Lackum. Foto: Herbert Götz

Schon zu Beginn der Freiwilligen Feuerwehr spendierte Fritz Michal das erste Fahrzeug für die Feuerwehrler. „Das muss um 1967 gewesen sein“, sagte Ehrenmitglied Wilfried Karg. Das aus Michals Betrieb ausrangierte Fahrzeug war für die Feuerwehr umlackiert worden.

Hüpfburg, Erste-Hilfe-Demonstrationen, Infostände über Rauchmelder und Rettungskarten komplettierten am Sonntag den Tag der offenen Tür, der bis rund 17 Uhr zahlreiche Menschen anzog. In die ständige Wache durften Besucher nur mit Führungen. Dort hatten ein paar Mitglieder der Feuerwehr Bereitschaft – für den Fall, dass in Schweinfurt ein Feuer ausbricht.

Blick in den Schlauchturm, wo die Schläuche zum Trocknen hängen. Foto: Josef Lamber
Riesenandrang: Beim Tag der offenen Tür zum Wiedergründungsjubiläum war einiges los. Foto: Josef Lamber

Schlagworte

  • Schweinfurt
  • Hambach
  • Herbert Götz
  • Julia Haug
  • Berufsfeuerwehren
  • Brandschutz
  • Feuerwehren
  • Feuerwehrkommandanten
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Gudrun Grieser
  • Jugendfeuerwehren
  • Kreisbrandräte
  • Kriegsende
  • Kurt Petzold
  • Regierung von Unterfranken
  • Sebastian Remelé
  • Stadt Schweinfurt
  • ZF Sachs
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!