GRAFENRHEINFELD

AKW-Rückbau: Kritiker warnen vor Niedrigstrahlung

Vor zweieinhalb Wochen hat das bayerische Umweltministerium den Abriss des stillgelegten Atomkraftwerks Grafenrheinfeld (Lkr. Schweinfurt) genehmigt. Die Pläne von Betreiber Preussen-Elektra sehen Edo Günther (Bund Naturschutz) und Babs Günther (Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft) kritisch.

Sie greifen insbesondere das so genannte Zehn-Mikrosievert-Konzept an. Es sieht vor, dass die radioaktiven Teile der Anlage soweit gereinigt werden müssen, dass Einzelpersonen einer effektiven Strahlung von maximal zehn Mikrosievert pro Jahr (µSv/a) ausgesetzt wird. Um das zu gewährleisten, werden die Bauteile in Stücke zerteilt, um sie in einem Gerät „freimessen“ zu können.

Sind auch Niedrigdosen gefährlich?

Das Ehepaar Günther hält das Vorgehen für problematisch. Es werde in einem gewissen Umfang zusätzliche radioaktive Strahlen freigesetzt. Auch solche Niedrigdosen seien gefährlich. Edo Günther verweist auf eine Veröffentlichung der baden-württembergischen Ärztekammer, wonach es „keine unschädliche ionisierende Strahlung gibt“. Deswegen kritisiert sie das Vorhaben, „freigemessene“ Abfälle wiederzuverwenden oder wie herkömmlichen Bauschutt zu deponieren.

Andere Lösungen prüfen

Edo und Babs Günther fordern, dass im Rahmen des Verfahrens auch andere Lösungen geprüft werden müssten. „Die Politik hat keine Lust, sich mit anderen Alternativen auseinanderzusetzen“, moniert Edo Günther. Außerdem dürfe der Rückbau nicht isoliert betrachtet werden. Man müsse das Gesamtpaket mit dem existierenden Zwischenlager für verbrauchte Brennstäbe (Bella) und der so genannten Bereitstellungshalle (Beha) sehen, die Preussen-Elektra bauen will. In Beha sollen schwach- und mittelradioaktive Abfälle, die beim Abriss anfallen, gelagert werden, bis sie ins Endlager Schacht Konrad transportiert werden.

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