SCHWEINFURT

„Absolut frustrierend“ - Bei der SPD herrscht Ratlosigkeit

Kathi Petersen bei der Wahlparty. Foto: Nicolas Bettinger

Bei der SPD waren am Sonntagabend durchweg ungläubige und entsetzte Gesichter zu sehen. „Das ist extrem enttäuschend und absolut frustrierend“, sagte Direktkandidatin Kathi Petersen im Landratsamt. Ihre Partei hätte eigentlich gehofft, nach den Umfrageergebnissen noch etwas zuzulegen. Mit dem desaströsen Ergebnis von unter zehn Prozent wird Petersen aller Voraussicht nach ihr Mandat im Landtag verlieren. „Mal sehen, ich warte die Ergebnisse noch ab, aber ich werde dann wohl nicht mehr dabei sein“, äußerte sie sich sichtlich betroffen.

„Einen großen Anteil an dem Ergebnis hat die Bundespolitik“, sagte Petersen. Sie habe vieles überlagert und man habe es nicht geschafft, klar zu zeigen, dass es nun um Landespolitik gehe. Die Streitigkeiten zwischen Union und SPD in Berlin hätten nun auch in Bayern viel angerichtet. Wenig später kam Petersen zur SPD-Wahlparty, die an diesem Abend selbsterklärend keine Party war.

Dort wurde sie dennoch mit einem aufmunternden Applaus von ihren Parteikollegen empfangen. „Bestell dir erstmal ein Bier“, sagte ein Gast im Restaurant Türmle. „An dir lag es nicht“, rief ihr Kerstin Westphal zu. Die Abgeordnete im Europaparlament wollte dennoch nichts beschönigen und zeigte sich ebenfalls ergriffen.

Letzter Point of Return

„Das ist Mist“, sagte Westphal, stellte aber gleichzeitig fest, dass das Wahlprogramm und die Personen grundsätzlich richtig gewesen seien. Die Kommunikation und die Außendarstellung der Partei müsse sich nun aber grundlegend ändern. Das bestätigte auch Ralf Hofmann, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion. „Wir haben eine Sprache gesprochen, die die Menschen nicht verstehen“, so Hofmann. Dies habe die Partei in die jetzige Situation manövriert. Er sprach vom „letzten Point of Return“, man müsse jetzt reagieren, „sonst gehts uns bald so wie in Frankreich“.

Landrat Florian Töpper kam später ebenfalls noch zur Wahlparty und versuchte erst gar nicht die Wahlergebnisse seiner Partei zu beschönigen. „So einen Denkzettel habe ich in 20 Jahren Politik noch nie erlebt“, sagte er. Es werfe viele Fragen auf, die nicht leicht zu beantworten seien. Die SPD dürfe sich aber nun nicht als Opfer sehen und sich auf kommunaler Ebene bewusst gegen die Extremen stellen. Auch er machte aber die Bundespolitik für das schlechte Wahlergebnis mitverantwortlich. „Da lege ich mich fest, anders lassen sich diese Ergebnisse wirklich nicht erklären.

Rückblick

  1. Funk CSU-Fraktionschef im Bezirk
  2. SPD in Schweinfurt: Die Geschichte eines Niedergangs
  3. Amtlich: Knoblach und Graupner im Landtag
  4. Grüne Sensation und etwas Hoffnung
  5. Funk verteidigt Direktmandat der CSU
  6. Grüne: "Das ist eine Sensation"
  7. Landtag: Graupner wahrscheinlich drin, Petersen nicht
  8. Absturz der SPD, Blaues Auge der CSU und Öko-Sekt
  9. Standpunkt: Eine Zäsur auch für Kommunen
  10. „Absolut frustrierend“ - Bei der SPD herrscht Ratlosigkeit
  11. Freude und Erschütterung im Rathaus
  12. Leidensmienen bei der CSU
  13. Graupner: „Wir werden den Finger in die Wunde legen
  14. Bayern-Wahl: Wie hat Ihre Gemeinde gewählt?
  15. Schweinfurt ist bunt – Für Würde, Freiheit und Vielfalt
  16. SPD: Kämpfen um jede Stimme
  17. SPD-Frauenpower mit Andrea Nahles
  18. Tierhaltung als globales Grundproblem
  19. Aufklärung für ein Leben ohne Fleisch
  20. Der richtige Umgang mit „neuen Medien“
  21. Eine Pflegekraft für höchstens vier Patienten
  22. Labus will bei Bezirksumlage mitentscheiden
  23. Mindestlohn in der Pflege
  24. Für kulturelle Eigenständigkeit
  25. Laute Stimme für Menschen mit Behinderung
  26. Förderung von Partnerschaften
  27. Investition in hiesige Kliniken des Bezirks
  28. Die FDP setzt auf Bildung, Digitalisierung und Wohnungspolitik
  29. Nachhaltig leben für die Zukunft
  30. Solidarität ist ihr Herzensanliegen
  31. Die innere Sicherheit als Hauptthema
  32. Bayernpartei setzt auf neues Rentenmodell
  33. ÖDP: Mehr Demokratie dem Volk
  34. Natascha Kohnen: Dickes Lob für Schweinfurts Haltung gegen Rechts
  35. Das Wohl der Tiere hat hohen Stellenwert
  36. Partei will „Ungleichbehandlung Frankens“ beseitigen
  37. Paul Knoblach will erhalten und gestalten
  38. "Wahlhilfe" im Stimmkreis Schweinfurt: Wen sollten Sie wählen?
  39. Robert Striesow: Gutes Geld für gute Arbeit und gute Renten
  40. „Gipfeltreffen“ im Steigerwald
  41. CSU-Wahlkampf: Bei Waltraud und Mariechen
  42. Einhundert Prozent Rückendeckung
  43. Politikwissenschaftler aus Heidenfeld verantwortet den Wahl-O-Mat

Schlagworte

  • Schweinfurt
  • Nicolas Bettinger
  • Florian Töpper
  • Kathi Petersen
  • Kerstin Westphal
  • Landtagswahl BY 2018 in Schweinfurt
  • Ralf Hofmann
  • SPD
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
1 1
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!