SCHONUNGEN

Abzug der Realschule eine „Katastrophe“

Die Realschule in Schonungen. Foto: Anand Anders

Die für 2024 geplante Verlagerung der Realschule Schonungen in die Stadt Schweinfurt wäre für die Stadtrandgemeinde „eine Katastrophe“. Das schreibt Bürgermeister Stefan Rottmann (SPD) in einer Stellungnahme an Medien.

Wie berichtet, hat OB Sebastian Remelé (CSU) bekannt gegeben, dass die Stadt ihr kommunales Rathenau-Gymnasium bis 2024 aufgeben will.

Groß-Realschule bis 2029

Zudem hat er sich mit Landrat Florian Töpper (SPD) darauf geeinigt, dass die Realschule Schonungen im gleichen Jahr in das Rathenau-Gebäude einziehen und die dortige Rathenau-Realschule mit der bisherigen Schonunger verschmelzen soll; dieser Prozess soll bis 2029 abgeschlossen sein. Stadtrat und Kreistag müssen diesen Plänen aber noch zustimmen.

Rottmann ist „schockiert“

Bereits bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Remelé und Töpper hat sich Rottmann am Freitag über die Pläne „schockiert“ geäußert. Er sieht sie im engen Zusammenhang mit dem geplanten Neubau der Schonunger Grundschule, der kurz vor der Umsetzung stehe, sowie deren Umfeld. Wegen des Zustands der jetzigen Schule „ist ein weiteres Aufschieben des Grundschulprojekts ausgeschlossen“, teilt Rottmann mit.

Erneut argumentierte er, dass die Grundschule nicht in das Realschulhaus einziehen könne: Sie sei für 600 Schüler konzipiert und damit zu groß; die renovierten Fachräume könnten nicht genutzt werden.

Konzept für das Schulhaus gefordert

Schon am Freitag hatte Rottmann seine Befürchtung geäußert, dass die neu zu bauende Grundschule in acht Jahren neben einem Leerstand stehen könnte, wenn die Realschule ausgezogen sein wird. Deshalb fordert er, dass eine Entscheidung über die Zukunft der Realschule erst getroffen werden soll, wenn feststeht, wie das Realschulhaus, das dem Landkreis gehört, genutzt wird.

Am Freitag hatte Landrat Töpper zugesichert, in dieser Frage „offensiv“ auf die Gemeinde zuzugehen. Bürgermeister Rottmann wies auch auf die nach 2020 angedachte Generalsanierung des Realschulhauses hin; sie sei nur sinnvoll im Rahmen des gesamten Gebäudekomplexes mit Turnhalle und Hallenschwimmbad, deren Eigentümer weiterhin die Gemeinde ist.

Bestandszusicherung noch im März

„Für die Gemeinde selbst gab es überhaupt keinen Grund, am Fortbestand der Realschule zu zweifeln“, schreibt Rottmann. Die Schülerzahlen hätten sich zuletzt positiv entwickelt; derzeit sind es 438. Selbst für den Ministerialbeauftragten sei der langfristige Bestand der Schule gesichert gewesen, was er in einem Schreiben an die Gemeinde im März bestätigt habe.

Realschulrektorin Christine Seuffert wollte sich gegenüber dieser Redaktion nicht zum Thema äußern.

So kam die Realschule nach Schonungen

Explodierende Schülerzahlen in den Jahren 2009 bis 2011 waren für die Gründung der Realschule Schonungen ausschlaggebend. Die Sattler- und Rathenau-Realschulen in Schweinfurt und die Derleth-Realschule in Gerolzhofen konnten kaum noch Kinder aufnehmen. 2011 genehmigte das Kultusministerium die Realschule Schonungen, zunächst als Außenstelle von Gerolzhofen.

Als Träger kaufte der Landkreis das Schulhaus der Schonunger Mittelschule für 221 000 Euro. Die Gemeinde löste die eigene Mittelschule auf und schickte die Kinder nach Sennfeld und Gochsheim.

Nach dem Kauf wurden Investitionen in den Brandschutz und in die Fachräume notwendig. Außerdem steht dem Haus aus den 1970-er Jahren eine Generalsanierung bevor, die der Landkreis bislang für nach 2020 geplant hat.

Zielgruppe sind Realschüler aus dem Schweinfurter Oberland und den Mainbogengemeinden. Derzeit lernen in Schonungen 438 Kinder bei 33 Lehrern. In diesem Jahr legen dort erstmals 59 Schüler der 10. Klasse die Abschlussprüfung ab. Im Jahr 2024 soll die Schülerzahl nach Prognosen bei 575 liegen.

Eine Besonderheit ist die fachliche Ausrichtung der Realschule mit den Wahlpflichtbereich Musik. Für ihre pädagogischen Konzepte erhält sie immer wieder Preise.

Vor knapp drei Jahren ist die Schule eigenständig geworden. Nun steht der Umzug nach Schweinfurt im Jahr 2024 im Raum.

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