WERNECK

Ackerboden zu gut für eine Photovoltaikanlage

Nicht auf jedem Acker dürfen Photovoltaikanlagen gebaut werden, heißt es in Werneck. Das Symbolbild entstand andernorts.
Nicht auf jedem Acker dürfen Photovoltaikanlagen gebaut werden, heißt es in Werneck. Das Symbolbild entstand andernorts. Foto: climagy.de

Nach längerer Zeit lag dem Gemeinderat wieder einmal eine Planung für eine Freiflächen-Photovoltaikanlage auf dem Tisch. Bauen möchte der Investor Greenovative GmbH aus Nürnberg an der Autobahn A7 in der Gemarkung Zeuzleben auf einer Fläche von vier Hektar eine Anlage mit 2,25 Megawatt Leistung. Eigentümer der Grundstücke ist ein Landwirt aus Zeuzleben, mit dem bereits ein Pacht-Vorvertrag abgeschlossen wurde, sagte Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl.

Gebaut werden müsste aufgrund der Förderrichtlinie in einem Korridor mit 40 bis 110 Meter Abstand zur Autobahn. Eine wesentliche zusätzliche Beeinträchtigung des Landschaftsbildes sieht der Investor deshalb nicht. Um die Freiflächenanlage verwirklichen zu können, müsste die Gemeinde für die benötigte Fläche einen Bebauungsplan aufstellen, sagte Baumgartl. Das lehnte der Gemeinderat mit 18 zu vier Stimmen aber ab. Der Grund: Das Vorhaben widerspricht in einigem Punkten einem Regelkatalog, den der Rat bereits 2010 festgelegt hat.

Demnach scheiden Ackerflächen mit guten Böden aus: Mit einer Bonität von 80 und mehr sind die in Frage kommenden Flächen als sehr gutes Ackerland einzustufen. Außerdem sieht der Katalog vor, dass der Investor seinen Sitz in der Gemeinde haben muss, was hier nicht der Fall ist. Zu bedenken gab Bernhard Sauer, dass die Gemeinde auch Biogasanlagen genehmige, die „Flächen ohne Ende für den Maisanbau brauchen“. Da für eine PV-Anlage die Fläche nur für eine gewisse Zeit aus der Produktion fiele, hielt auch Erich Eichelmann das Bonitäts-Argument für nicht so gravierend. Auch ein großer Abfluss an Gewerbesteuer sei nicht zu erwarten. Die Mehrheit der Räte wollte aber am Regelkatalog festhalten.

Auch in den Kindergartenjahren 2018/19 und 2019/20 wird bei den Kindergärten in Mühlhausen und Stettbach die Landkindergartenregelung beibehalten. Das beschloss der Gemeinderat einstimmig. Da in den beiden Kindergärten die Regelgruppenstärke von 25 Kindern voraussichtlich nicht erreicht wird, hatten die kirchlichen Trägervereine die weitere Anerkennung als Landkindergarten beantragt. Dadurch bekommen die Einrichtungen eine Sonderförderung, die einer Regelgruppe entspricht. Die Mehrförderung tragen Kommune und Freistaat je zur Hälfte.

Den Kindergarten Mühlhausen werden im September voraussichtlich 21 Kinder besuchen. Im Verlauf des Jahres soll die Zahl bis auf 24 steigen, sagte die Bürgermeisterin. Die Stettbacher Einrichtung wird im September voraussichtlich mit 16 Kindern starten. Im Jahr 2019/20 werden 15 Kinder erwartet.

Eine Bauvoranfrage für den Neubau eines zweigeschossigen Mehrfamilienwohnhauses hatte den Bauausschuss nach Zeuzleben in die Nepomukstraße geführt. Geplant sind drei Wohneinheiten. Der Rat stellte dem Vorhaben eine Genehmigung in Aussicht. Allerdings darf der Kniestock höchstens 50 Zentimeter messen, während der Antragsteller für einen besseren Dachausbau 1,25 Meter gewünscht hatte. Der Neubau soll aber nicht höher werden als ein bereits auf dem Grundstück stehendes Haus. Offen zeigte sich der Rat, stattdessen größere Dachgauben zu genehmigen.

Im Zuge einer sogenannten Einbeziehungssatzung hatte der Gemeinderat vergangenes Jahr ein Randgrundstück in Vasbühl in den Innenbereich einbezogen und bebauungsfähig gemacht. In der Folge wurde dort ein Bauantrag für ein zweigeschossiges Wohnhaus im Freistellungsverfahren genehmigt, was laut Landratsamt aber bei einer Einbeziehungssatzung nicht zulässig ist. Die Genehmigung war deshalb zurückzunehmen. Nun wurde das bereits vor der Fertigstellung stehende Haus im Rahmen eines Baugenehmigungsverfahrens vom Rat nachträglich einstimmig abgesegnet.

Beantragt war die Umsetzung einer Trafostation im Bereich der Rudolf-Diesel-Straße im Industrie- und Gewerbegebiet Werneck. Weil der neue Standort zum Teil außerhalb der Baugrenze liegt, war eine isolierte Befreiung erforderlich, die der Rat einstimmig erteilte.

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