SCHWEINFURT

AfD-Kundgebung in Schweinfurt

800 Menschen demonstrierten am Donnerstagabend in Schweinfurt gegen die AfD-Kundgebung mit Björn Höcke als Hauptredner. Foto: Josef Lamber

Bis zu 200 Personen haben an einer Kundgebung der Alternative für Deutschland (AfD) am Donnerstagabend in Schweinfurt teilgenommen. Hauptredner war der thüringische AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke. Das Bündnis „Schweinfurt ist bunt“ hatte eine Stunde zuvor laut Polizei rund 800 Demonstranten „gegen Rassismus und ausländerfeindliche Hetze“ auf die Straße gebracht.

Während „Schweinfurt ist bunt“ noch demonstrierte, stieg wenige Hundert Meter Luftlinie entfernt Höcke am Schweinfurter Marktplatz aus einem Oberklassewagen. Er wurde von Sicherheitspersonal in Empfang genommen. Bis er allerdings auf die Bühne kam, sollte es noch dauern: Kurz nachdem sich der Demonstrationszug in Bewegung gesetzt hatte, wurde er von einer Sitzblockade gestoppt, die die Polizei räumte.

Auch auf dem Georg-Wichtermann-Platz, wo die Kundgebung der AfD stattfand, nahmen linke Gegendemonstranten die Partei in Empfang, indem sie hinter der Polizeiabsperrung für Lärm sorgten. Unter den Teilnehmern der AfD-Demonstration fanden sich einmal mehr auch Vertreter rechtsextremer Organisationen sowie Simon Kaupert, einst Wügida-Frontmann. Der Würzburger Pegida-Ableger wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Dabei hatte Christian Klingen, AfD-Kreischef Kitzingen-Schweinfurt, vor der Demo noch erklärt, man wolle keine Vertreter extremistischer Organisationen.

Als Höcke dann auf die Bühne trat, gab er den gewohnt aggressiven Einpeitscher mit markigen Sprüchen. So erklärte er, er habe das Gefühl, von einem „politischen Swingerclub“ regiert zu werden, und meinte, das „Altparteienkartell“ löse Deutschland auf „wie ein Stück Seife unter einem warmen Wasserstrahl“. Unterbrochen wurde Höcke von zwei Gegendemonstranten, die es geschafft hatten, an der Absperrung vorbei in die Nähe der Bühne zu kommen. Als sie Höcke verbal angingen, führte die Polizei sie ab. Indes wurde auch ein Teilnehmer der AfD-Demonstration des Platzes verwiesen, weil er Gegendemonstranten provoziert hatte.

Ruhiger war es am frühen Abend auf dem Zeughausplatz zugegangen, wo das bunte Bündnis demonstriert hatte. „Wir demonstrieren heute nicht gegen die AfD als Partei, sondern gegen Rassismus und ausländerfeindliche Hetze in der Gesellschaft, wie sie von der AfD ausgeht“, sagte Bündnis-Sprecher Frank Firsching.

Konkret erwähnte Firsching die „Afrika-Rede“ des AfD-Hauptredners Höcke, wonach der „lebensbejahende afrikanische „Ausbreitungstyp“ dem „europäischen Platzhaltertyp“ gegenüberstehe, und solange Europa den „Bevölkerungsüberschuss“ aufnehme, werde sich am Reproduktionsverhalten der Afrikaner nichts ändern. „Das knüpft nahtlos an die Rassentheorie der Nazis an“, sagte Firsching.

Drei Schülersprecher Schweinfurter Gymnasien machten unter dem großen Beifall der Demonstranten deutlich, „dass Rassismus nicht in diese Welt gehört und schon gar nicht nach Schweinfurt“.

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