HESSELBACH

Aktiv in Brauchtumspflege und Jugendarbeit

Die Treue gehalten: Die beiden Vorsitzenden Jens Menninger (links) und Steffen Sperber (rechts) freuen sich über die vielen treuen Mitglieder im Musikverein Hesselbach. Foto: Ursula Lux

„Du bist erst alt, wenn du den Mut verlierst und dich für nichts mehr interessierst.“ Diesen Geburtstagsspruch schrieb Vorsitzender Steffen Sperber seinem Musikverein anlässlich des 50-jährigen Bestehens ins Stammbuch. Dabei wurde spätestens beim humorvoll gestalteten Rückblick von Harald Häusinger deutlich, dass das mit dem Alter relativ ist.

Häusinger hat tief in den Archiven gegraben und die erste urkundliche Erwähnung einer Blaskapelle in der Kirchenrechnung von 1805 gefunden. Bis zum Ersten Weltkrieg fand er immer wieder Belege für das Bestehen einer Blaskapelle. So gesehen, hätte die Blasmusik als solche bereits ihr 210-Jähriges feiern können.

1919 wird dann die „Blaskapelle Hesselbach“ neu gegründet, es sollte nicht die einzige „Neugründung“ bleiben. Im Zweiten Weltkrieg gibt es nur noch eine Kapelle der NSDAP und die Kirchenmusik, wobei die Musiker oft dieselben waren. Also wird 1946 die Musikkapelle ein zweites Mal neu gegründet. Schon sieben Jahre später bekommt der kleine Ort ein weiteres Blasorchester, die Kolpingskapelle; während erstere sich der weltlichen Musik widmete, übernahm die zweite die Kirchenmusik. Zehn Jahre später hört die Kolpingskapelle wieder auf und auch die Blaskapelle hält nur noch 26 Proben im Jahr ab. 1963 entsteht die HEMUKA (Hesselbacher Musikkapelle), die dann 1965 zur Gründung des Musikvereins Hesselbach führt. Der junge Verein war sehr rührig, aus einem Bunten Abend im Fasching 1967 wurden schnell jährliche Elferratssitzungen, erste Uniformen wurden angeschafft und 1971 das Kreismusikfest ausgerichtet. „Das Fest sprengte jeden Rahmen, was Besucherzahl, Bratwurstverzehr und Bierkonsum anging“, erzählt Häusinger. Im Jahr darauf öffnete sich die Blaskapelle für die Frauen, vier Mädchen begannen mit ihrer Ausbildung, heute ist ein Drittel der Musiker weiblich, im Hornbläsersatz gibt es nur noch einen Mann.

1990 wird noch einmal das Kreismusikfest ausgerichtet. Im selben Jahr aber wird auch die Musikjugend Hesselbach gegründet, die ihr 25-jähriges Bestehen begeht.

Zwei Jahre später beginnt der Musikverein, seinen Probenraum, das „alte Jugendheim“, den er von der katholischen Pfarrgemeinde angemietet hat, zu renovieren. „Wir hatten uns ein wenig verschätzt“, erzählt Häusinger, denn „am Ende blieben nur die vier Außenwände stehen.“ Mit viel ehrenamtlichem Engagement gelang es dennoch, den Umbau in einem Vierteljahr zu bewerkstelligen.

Ein Höhepunkt der jüngeren Vereinsgeschichte war die Ausrichtung des Bundesbezirksmusikfestes 2005.

Beim Festkommers sorgten die Neubrunner Dorfmusikanten für einen würdigen musikalischen Rahmen. Bürgermeisterin Birgit Göbhardt, die stellvertretende Landrätin Christine Bender und Thomas Pfister als Vertreter der Pfarrgemeinde und der örtlichen Vereine gratulierten. Dabei freute sich Göbhardt besonders über die Jugendarbeit. Nicht nur auf die musikalische Ausbildung werde Wert gelegt, auch sinnvolle Freizeitaktivitäten würden angeboten. Das stärke das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Jugendlichen und trage „unweigerlich auch zu Selbstfindung und Charakterbildung bei.“ Bender würdigte den Beitrag der Musiker zu „Heimatliebe und Brauchtumspflege“ und lobte die „Einsatzbereitschaft und den Idealismus“. Pfister baute mit einem herzlichen „Vergelt's Gott“ auch auf die weiterhin „gute Zusammenarbeit mit der Pfarrgemeinde zur Ehre Gottes“, denn 50 Jahre Musikverein bedeuten auch 50 Jahre Kirchenmusik.

Ehrungen

Peter Geb, der Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, betonte, dass Musik nicht nur Spaß mache, sondern auch eine ernste Sache sei, die viel Übung erfordere. Er ehrte die aktiven Musiker: Die Junior-Nadel für fünf Jahre erhielten Alicia, Lukas und Melanie Schmitt sowie Carolin Vollert. Seit zehn Jahren musizieren Johannes Kraus, Tina Schleyer und Lothar Wahler. Katja Schleier, Manuel Schneider und Verena Schönauer sind seit 20 Jahren dabei. Für 25 Jahre aktives Musizieren zeichnete er Frank Menninger, Georg Pfister und Steffen Sperber aus. Beate Karrlein und Thomas Schleyer spielen schon seit 30 Jahren aktiv mit.

Die Geehrten des Musikvereins:

25 Jahre: Claudia Schleyer, Daniela Kraus, Eva-Maria Steinbach-Vollert, Ewald Schmitt, Uwe Karrlein, Sandra Finster. 40 Jahre: Dieter Weimann, Hugo Pfister, Ingrid Schmitt, Gregor und Guntram Heppt, Jutta Burkard, Reinhold Chudoba. 50 Jahre: Albin Ott, Albrecht und Alfred Schleyer, Artur Pfister, Emil Weimann, Engelbert Heppt, Erwin Bötsch, Matthias Memmel, Rudi und Walter Straub, Ludwig Schmitt.

Aktive Musiker: Viele Gratulanten gab es für die seit 25 Jahren aktiven Musiker des Musikvereins Hesselbach. Im Bild von links der stellvertretende Vorsitzende Jens Menninger, die stellvertretende Landrätin Christine Bender, Georg Pfister, Thomas Schleyer, Frank Menninger, Beate Karrlein, Peter Geb, Bürgermeisterin Birgit Göbhardt und Vorsitzender Steffen Sperber.

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