Schweinfurt

Alkoholsucht: Gesprächsangebot für Betroffene und Angehörige

Nicht nur der, der trinkt, braucht Hilfe, auch die Familien und Kollegen sind auf Unterstützung angewiesen. Beim Infotreff des Kreuzbundes wird aus Erfahrung geholfen.
Alkoholismus macht nicht nur den Trinker krank. Die Sucht belastet auch Familien und Freunde.
Alkoholismus macht nicht nur den Trinker krank. Die Sucht belastet auch Familien und Freunde. Foto: Patrick Pleul

Die Zahl der Alkoholabhängigen in Deutschland ist auf 1,5 bis 2,5 Millionen geschätzt – Tendenz steigend. Trotzdem vermelden die Selbsthilfegruppen ein nachlassendes Interesse an ihrer allseits anerkannten Arbeit. Da Betroffene immer wieder den "ersten schweren Schritt in die Gruppe" meiden, macht der Schweinfurter Kreuzbund mit dem "Infotreff" Angehörigen und Betroffenen jetzt ein niederschwelliges Angebot.

Vertraulich, unverbindlich und kostenfrei sind Gespräch und Beratung. Berührungsängste müssen die vom Alkohol Abhängigen, deren Partner sowie deren Kinder und Eltern, Freunde, Arbeitskollegen, aber etwa auch Vorgesetze nicht haben. Was besprochen wird, das bleibt nach der Regel der Selbsthilfegruppe "im Raum" – und zwar im Gruppenzimmer des Kreuzbundes im Harmoniegebäude an der Maxbrücke (Schweinfurt, Brückenstraße 29, Haupteingang, erste Türe rechts).

Reden mit Experten

Bei diesem ersten oder auch einzigen Kontakt geben Experten Antworten, also Frauen und Männer, die die Karriere eines Süchtigen hinter sich gebracht und/oder mit dem Partner eine solche durchgestanden haben. 

Der Infotreff wendet sich ganz bewusst auch an die Angehörigen, die Hilfe brauchen, wenn der Mann, der Sohn oder etwa die Frau (30 Prozent der rund zwei Millionen Abhängigen sind Frauen) in die Abhängigkeit geraten sind und die Krankheit das Umfeld der Betroffenen überfordert, wenn etwa der Partner nicht mehr weiß, wie es ohne Führerschein, ohne Aussprache oder ohne Job weiter gehen soll. Der Kreuzbund geht davon aus, dass Angehörige oft gar nicht sehen, wie sie durch die Abhängigkeit selbst krank werden und selbst dringend Hilfe brauchen, auch weil sich viele die Schuld oder Mitschuld an der Sucht des anderen geben. 

Jeden ersten Donnerstag im Monat

Ein Gespräch kann der erste Schritt in eine bessere Zukunft sein. Die ehrenamtlichen Helfer, die sich in Seminaren für die Beratung weiterbilden, unterstützen Betroffene und Angehörige. Mitzubringen ist der Mut und der Wille zur Veränderung sowie die Einsicht, dass eine Sucht eine Krankheit ist und niemand ein Patentrezept parat hat.   

Hinweis: Geöffnet hat der Infotreff jeden ersten Donnerstag im Monat (ab 19 Uhr). Wer vorab Kontakt aufnehmen will, ruft unter Telefon (09722) 63 88 an.

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