DITTELBRUNN

Allianz festigt gemeinsame Wege

Gemeinsam ist die Allianz Oberes Werntal schon fast so groß wie Schweinfurt: 46 Ortschaften mit 51 000 Einwohnern in zehn Großgemeinden, deren Vertreter sich im Marienbachzentrum trafen. Es war die zweite Interkommunalen Gemeinderatssitzung.

Das Gemeindebündnis, 2003 mit acht Mitgliedern aus der Taufe gehoben und später um Waigolshausen und Dittelbrunn ergänzt, war einmal eine Reaktion auf den Bau der A 71 sowie Ergebnis eines Interkommunalen Entwicklungskonzepts. Heute geht es weniger ums Reagieren, als um eigenständiges Handeln, etwa bei Imagepflege, Regionalmarketing, Freizeitangeboten, alternative Energien und Flächen-Management im Kampf gegen Altortverödung. Es gibt ein Bildstockzentrum und ein gemeinsames Energiekonzept, einen Interkommunalen Gewerbepark an der A 71 Werneck oder Projekte zur Generationen-Zusammenarbeit.

Der kirchturmübergreifende Zusammenschluss will kein Selbstzweck sein, sucht Synergieeffekte: „Wir haben uns zusammengeschlossen, um gemeinsam mehr für unsere Gemeinden zu erreichen“, stellte Bürgermeister Willi Warmuth fest.

Bewerbung al Öko-Modellregion

Bei einer Klausurtagung in Kloster Langheim wurden die zehn Bürgermeister jeweils mit einem konkreten Handlungsfeld beauftragt: Dorf-/Innenentwicklung (Arthur Arnold, Euerbach), Wirtschaft (Franz Kuhn, Oerlenbach), Energie (Willi Warmuth, Dittelbrunn), Kultur (Oliver Brust, in der Trachtenhochburg Geldersheim), Gesundheit (Edeltraud Baumgartl, Werneck), Naherholung/Freizeit (Peter Pfister, Waigolshausen), Familienfreundlicher Wohnort (Bettina Bärmann, Niederwerrn), Marketing, Öffentlichkeitsarbeit (Peter Neubert, Bergrheinfeld), Interkommunale Zusammenarbeit (Ludwig Nätscher, Poppenhausen), sowie Landnutzung (Anton Gößmann, Wasserlosen).

Hier geht es um die Bewerbung als Öko-Modellregion im Landbau, um Flurbereinigung und das Kernwegenetz. Um das dazugehörige Konzept drehte sich der Vortrag von Peter Pfeuffer von der BBV-Landsiedlung. Bei 310 000 Kilometern Wirtschaftswegen in Bayern, darunter 200 000 Kilometer Flurwegen, müsse man sich aus Kostengründen auf das Wesentliche konzentrieren, so der Würzburger Diplomingenieur: eben die Kernwege rund um die Orte. Letztlich geht es um die Anpassung in die Jahre gekommener Feldwege an die Erfordernisse moderner Landwirtschaft mit ihren Großmaschinen: hin zu 3,5 Metern Fahrbahnbreite und fünf Meter „Kronenbreite“ inklusive Seitenstreifen, Ertüchtigung auf 11,5 Tonnen Achslast sowie ausreichenden Kurvenradien.

Neue Fördertöpfe

Dass Gemeindeverbindungsstraßen miteinbezogen sind, ließ an den Tischen aufhorchen: Auch wenn die derzeit schon wieder gesperrte Heeresstraße nicht offiziell erwähnt wurde, könnten sich hier Fördertöpfe öffnen. Die Heeresstraße läuft durch ein Wasserschutzgebiet, was ihren Ausbau nicht billiger machen würde. Generell werden bis zu 85 Prozent Förderung für Kernwege erwartet. Die Kartierung soll erst nach enger Abstimmung mit den Betroffenen, wie Jäger, Flurbereinigungs-Genossenschaften, Naturschützer oder Zuckerrübenbauern, erfolgen, verspricht Pfeuffer.

Bereits Ende April sollen die Ortstermine abgeschlossen sein, die Bestandsaufnahme ist bis September geplant. Hier wurde die Frage gestellt, wie es sich mit Lückenschlüssen im Wegenetz verhalte. „Was Komplettneubauten angeht, sind wir angehalten, das relativ gering zu halten“, sagte Pfeuffer. Erdwege könnten bei Bedarf aber zu Kernwegen erhoben werden. Vor allem ist es ein Langzeitprojekt über 15 Jahre. Die ersten Maßnahmen werden innerhalb der nächsten fünf Jahre umgesetzt.

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