OBERSCHWARZACH

Allürenhafte Operndiva und ihr Gegenstück

Sie sind so süß, gerade wenn sie streiten: Antje Hagen und Martin Platz schenkten ihrem Publikum einen beschwingten Abend mit lockerer Unterhaltung beim Auftakt der Kästnerwoche.
Sie sind so süß, gerade wenn sie streiten: Antje Hagen und Martin Platz schenkten ihrem Publikum einen beschwingten Abend mit lockerer Unterhaltung beim Auftakt der Kästnerwoche. Foto: Anne Bauerfeld

(ab) Eins vorneweg: „Georgi“ is back! Und mit ihr, ihr charmant lässiger Korrepetitor Martin. „Georgi“, das ist Georgina, ihres Zeichens allürenhafte Operndiva, zauberhaft verkörpert von der Sängerin Antje Hagen. Martin ist ihr Gegenstück, der swingende Jazzer, der spontan improvisiert und keine Probleme hat, auch mal Fünfe gerade sein zu lassen, eine Rolle, die dem Pianisten Martin Platz offensichtlich nicht schwer fiel.

„Diva meets Jazz II“ hieß das Programm der beiden, das den Auftakt zur Kästnerwoche machte. Bereits vor zwei Jahren gastierten die beiden Künstler im Salon des KästnerHofs, damals mit „Diva meets Jazz“, in dem das Publikum Gelegenheit hatte, die beiden Protagonisten kennenzulernen. Damals trafen sich Georgina und Martin, rauften sich zusammen, gingen zum Schluss gemeinsam auf Tournee – und hier setzt die Fortsetzung ein.

So ganz zusammengefunden haben die beiden entgegengesetzten Künstler wohl doch noch nicht, stellte sich im Laufe des Programms heraus. Sangen sie zu Beginn noch harmonisch „Let me entertain you“, stritten sie musikalisch bald, dass es eine Freude für ihr Publikum war.

Die stimmgewaltige Antje Hagen erfreute mit ihrer ausdrucksstarken Präsenz und ihrer kraft- wie gefühlvollen Stimme, der rundum einfach nette, federleicht und quasi „aus dem Handgelenk“ spielende Martin Platz nahm schon gleich die Herzen der Zuhörer für sich ein. Wunderbar, wenn die beiden verschiedenste Lieder aus den Bereichen Operette, Schlager, Lied unbeschwert zu einem Potpourri verarbeiteten, das beredt über die Situation der beiden Auskunft gab. Lachen und andächtiges Lauschen lagen ganz nah nebeneinander, wenn Georgina, zunächst überkandidelt, dann tief gefühlvoll, die Rusalka aus Dvoács gleichnamiger Oper gab - begleitet und respektlos kommentiert von Martin am Piano.

Sogar einen Rollentausch gab es für die Zwei. Es funktionierte, und Martin Platz erstaunte mit seinem sängerischen Können bei „Take Five“, einem – wie könnte es anders sein ein – Jazzstandard.

Es sei verraten: Zum Schluss versöhnt man sich, wird die Partnerschaft endlich gleichberechtigt. Martin darf cool losjazzen, Georgina singt aufs Entzückendste klassische Oper dazu und alles ist eitel Freude, Sonnenschein.

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