GEROLZHOFEN

Alte Gemäuer sind Peter Siedlers Metier

20 Jahre ist Peter Siedler (Bildmitte) beim Stadtbauhof Gerolzhofen beschäftigt. Dazu gratulieren von links Stadtbaumeister Jens Pauluhn, Bürgermeister Thorsten Wozniak, Personalratsvorsitzender Marco Klebrig und Bauhofleiter Norbert Hackenberg. Foto: Norbert Finster

Dass Gerolzhofens Stadtmauern auch im 20. und 21. Jahrhundert in einem ansehnlichen Zustand geblieben und nicht aus den Fugen geraten sind, das ist zu einem Großteil dem Maurer Peter Siedler zu verdanken. Er ist seit 40 Jahren Mitarbeiter des städtischen Bauhofs.

„Peter Siedler ist bei uns offiziell als Maurer, inoffiziell als einer, der alles kann“, sagte Bürgermeister Thorsten Wozniak in einer kleinen Feierstunde. Nicht nur die Stadtmauer, sondern auch andere Gemäuer wie die Friedhofsmauer wären ohne ihn nicht in so gutem Zustand, wie sie es sind. Wenn es ums Sanieren geht, ist Siedler immer zur Stelle und achtet auf kleinste farblich Nuancen bei der Auswahl der richtigen Steine.

Als Mitarbeiter gehöre er noch zum „alten Schlag“, sei also einer, der auch außerhalb der üblichen Dienstzeit mal etwas erledigt. Auch wenn der Jubilar am liebsten mauert, teilt er mit seinen Kollegen das große Aufgabenfeld des Stadtbauhofs vom Auf- und Abbau der Stadtfeste über Straßenbauarbeiten bis hin zum Gebäudeunterhalt.

Außerdem gehört er laut Bürgermeister zum „Team der Öffentlichkeitsarbeit“. Mitarbeiter des Bauhofs seien oft draußen zu sehen und stehen ständig im Kontakt mit den Bürgern, die städtische Arbeiten erklärt haben wollen. Schließlich berichtete der Bürgermeister, dass ihm, seit er im Amt ist, noch keine einzige Beschwerde über Peter Siedler zu Ohren gekommen sei, auch nicht intern.

Wenn es einmal Reibereien gab, dann wurden sie umgehend behoben, lobte Vorsitzender Marco Klebrig seitens des Personalrats und der Mitarbeiter. Stadtbaumeister Jens Pauluhn nannte den Dienstjubilar eine zuverlässige Stütze des Bauhofs.

Siedler absolvierte von 1973 bis 1976 eine Maurerlehre bei der Gerolzhöfer Baufirma Rosentritt. Nach seiner Bundeswehrzeit, die als Dienstzeit anerkannt wird, trat er am 1. Januar 1979 in den Dienst der Stadt.

Die alte Kunst des Mauerns mit Sandsteinen wird in einer Ausbildung heutzutage allerdings nicht mehr vermittelt. Die hat Peter Siedler sich selbst angeeignet, wie er im Gespräch erzählt. Es sei nicht einfach, immer den passenden Stein für alte Gemäuer zu finden „und der Speis darf nicht zu flüssig sein, sonst schwimmt der Stein.“ Siedler bevorzugt keilförmige Sandsteine.

So mancher Stein, den er verarbeitet hat, war so schwer, dass er ihn alleine nicht heben konnte. Auch um überhaupt an sein Baumaterial zu kommen, muss Peter Siedler offene Augen haben. Immer wenn eine alte Scheune oder Ähnliches abgebrochen wird, ist er zur Stelle, um zu schauen, ob er etwas für seine Arbeit gebrauchen kann.

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