SCHWEINFURT

An der Hainig-Kreuzung kracht's am meisten

Zum Unfallschwerpunkt wird eine Kreuzung, wenn es dort mindestens vier gleich gelagerte, größere Karambolagen mit Personenschäden gibt. Drei Knotenpunkte in Schweinfurt tragen diesen „Titel“ nach Jahren erstmals wieder. Zum allerersten Mal wird in der Verkehrsunfallbilanz für 2013 die Hainig-Kreuzung (B303-Niederwerrner/Gretel-Baumbach-Straße) genannt.

Die acht Knoten, an denen es 2012 noch mehrmals schlimmer krachte, sind dagegen rausgeflogen aus der Statistik. Darunter die drei Kreuzungen mit im Testversuch laufenden Veränderungen: Mainberger Straße, Ecke Schützen-/Dittelbrunner/Rhönstraße und Ignaz-Schön-/Friedrich-Ebert-Straße.

Die Hainig-Kreuzung landet auch deshalb auf dem unrühmlichen Spitzenplatz, weil dort noch mehrere Kleinunfälle passiert sind. Insgesamt wurden an dieser Stelle sechs Personen verletzt. Unfallursache ist in fast allen Fällen zu dichtes Auffahren auf den Vordermann. Bei Rot kracht es dann. Erstmals seit 2008 ist wieder die Einmündung Benno-Merkle- in die Maibacher Straße mit fünf Unfällen dabei. Weil sich diese bei abgeschalteter Ampel ereigneten, will die Polizei längere Laufzeiten erreichen, so Polizeihauptkommissar Willi Schuhmann bei der Präsentation der Unfallbilanz in der Polizeiinspektion.

Auffällig oft knallt es auch an der Ecke Nikolaus-Hofmann–Straße/Schelmsrasen und an der Einmündung Carl-Benz- in die Carl–Zeiß-Straße (auf Höhe der Firma Schauer) im Hafen Süd. Eine Lösung werde es dort wohl nur mit einer Ampel oder einem allerdings schwer realisierbaren Kreisverkehr geben, so Schuhmann.

Die Zahl der Unfälle im Stadtgebiet bleibt mit 2713 im Vergleich zu den Vorjahren gleich. Über die Hälfte davon sind Kleinunfälle. Hauptursachen sind, wie gehabt, Unachtsamkeit beim Rückwärtsfahren oder Wenden, oft auf Parkplätzen. Mit 426 Verletzten gab es aber gegenüber 2012 erfreulicherweise 38 weniger. Trotz „größtem Bemühen“ mit verstärkten Alkoholsonderkontrollen ging die Zahl der Alkoholunfälle nur gering (32 auf 30) zurück.

Die Polizei werde in ihrer Kontrolltätigkeit nicht nachlassen, erklärte Schuhmann. Einen leichten Rückgang gibt es erstmals seit fünf Jahren bei den Unfallfluchten, die mit 636 aber immer noch auf einem hohen Niveau liegen. Erfreulich: Die Aufklärungsquote konnte in dem Bereich auf 39 Prozent gesteigert werden. Vier von zehn Unfallflüchtigen werden also ermittelt.

Risikogruppen

Die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen (neun Prozent Bevölkerungsanteil) ist bei den Verkehrsunfällen mit Werten von bis zu 20 Prozent seit Jahren überproportional beteiligt; hauptsächlich durch zu hohes Tempo. Dementsprechend hoch ist ihr Anteil bei den Verletzten. 2013 ging er in der Stadt aber auf den bisher niedrigsten Wert zurück – auf 14 Prozent.

Bei Unfallfluchten sind nach wie vor die ab 65-Jährigen die Sorgenkindern. Jeder Dritte dieser Altersgruppe ist nach einem Unfall abgehauen. Ob die Angst vor dem Führerscheinverlust oder schlichtweg das „Nicht bemerken“ die Gründe sind, kann auch die Polizei nur vermuten.

Erfreuliches notierte die Schweinfurter Polizei auch bei den Zweiradfahrern. Seit 2005 waren die Fahrradunfälle im Stadtgebiet gestiegen, 2012 auf immerhin 131. Im Jahr 2013 sind sie wieder auf 106 gesunken. Von den 426 Unfallverletzten waren allerdings 105 Radfahrer. Sie trugen mehrheitlich allein die Schuld oder waren Mitverursacher von Unfällen. Hauptgrund: Die Betroffenen befuhren die falsche Rad- oder Gehwegseite.

Bei den Motorradunfällen gab es einen Rückgang von gar 21 Prozent auf noch 61, was beachtlich ist, weil neben Motorrädern auch Mofas und Roller dazuzählen. Allerdings: Es gab bei diesen 61 Unfällen im Stadtgebiet im letzten Jahr 49 leicht- und acht Schwerverletzte, aber keine Toten.

Ein Bericht über die Verkehrsentwicklung und Unfälle im Landkreis, der ebenso in die Zuständigkeit des Polizeiinspektion fällt, folgt am Montag.

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