SCHWEINFURT

Auch Radsport Hofmann zieht sich zurück

Schließung: Martin Hofmann in seinem Radsportgeschäft. Am 23. Februar beginnt der Schlussverkauf. Foto: Hannes Helferich

Radsport Hofmann wird nach fast drei Jahrzehnten sein Fahrradgeschäft in Schweinfurt schließen. Damit verschwindet nach dem Rückzug von Fahrrad Seger in der Bauerngasse letztes Jahr ein weiterer familiengeführter Rad-Händler vom Markt. Martin Hofmann beginnt seinen Abverkauf am 23. Februar. Der Mietvertrag endet im Mai.

Hofmann, älteren Schweinfurtern als erfolgreicher Rollschuhschnellläufer ein Begriff – 21-facher Deutscher Meister, Weltrekord-Inhaber, Europameister – war gerne auch mit dem Rennrad mit Sportlern des RV 89 unterwegs. „Ausgleichssport“, sagt er. Der Maschinenbautechniker arbeitete bei F & S, 1978 eröffnete er sein Fahrradgeschäft. Es war damals ein Problem, Komponenten für ein Rennrad zu bekommen. Hofmann füllte „die Marktlücke". Ihn unterstützten sein Vater Oswald und Onkel Herbert Hofmann.

Start an einem anderen Standort in der Friedrich-Stein-Straße. Später Wechsel in die Wilhelm-, vor zwölf Jahren Rückkehr an die Ecke Friedrich-Stein-/Gabelsberger Straße wegen des größeren Platzangebots. Nun die Entscheidung, zu schließen. Gründe gibt es eine ganze Reihe. Um den eingeführten Namen zu erhalten, führte Hofmann mit „einigen Interessenten“ Gespräche. Trotz Kompromissbereitschaft auf seiner Seite scheiterten diese. Dann sein Alter. „Mit 67 Jahren denkt man ans Aufhören.“

Eine große Rolle spielte das sich verändernde Einkaufsverhalten via Internet. Viele dieser Käufer wiederum wollten sich ihr neues Rad nun aber beim Fachhändler einstellen lassen. Damit geht aber auch die Haftung auf den Händler über, „dieses Risiko wollten wir aber nicht eingehen“. Weitermachen, was er auch überlegte, hätte bedeutet: „Komplett neu aufstellen, großflächig anbieten, wie Schauer das gemacht hat.“

Anfangs boomte das Rennrad, erinnert Hofmann. Didi Thurau und Co. waren der Grund für den Run auf Rennmaschinen mit einem Marktanteil von 80 Prozent. Mit der Zeit der Wandel durch verändertes Freizeitverhalten: Tourenräder, Mountainbikes, zuletzt die Elektroräder. Viele dieser Käufer würden „sich wegen der Angst vor Bergen und Gegenwind gar nicht bewegen“, sieht Hofmann diese unterstützte Fortbewegungsart nur positiv. Der Anteil der Rennräder liegt heute bei noch einem Prozent, berichtet Hofmann dem darüber erstaunten Reporter. Der Grund? Der angewachsene Autoverkehr und die geringe Lust der Rennradsportler, Radwege zu nutzen. Touren- und MTB-Räder haben demgegenüber weiterreichendere Nutzungsmöglichkeiten.

Hofmann wird spätestens Ende Mai endgültig dicht machen an der jetzigen Adresse. Die Außenwerbung ist wegen der Haussanierung durch den Eigentümer schon abmontiert. Die Depandance in Maibach wird es zunächst weiter geben. Zum einen für die beim Schlussverkauf übrig gebliebenen „Restbestände“. Vor allem aber wegen des Reparatur-Angebots an Kunden, die Hofmann-Räder fahren. An der Schweinfurter Adresse will er die Garage als Anlaufstelle für defekte Räder behalten. Hofmann kümmert sich um den Hin- und Rücktransport. „Die Zufriedenheit der Kunden war mir immer wichtig“, sagt er. Andi Beck, Chefreparateur und mit über 25 Jahren Betriebszugehörigkeit so eine Art Radsport-Hofmann-Inventar, hat eine neue Arbeit gefunden, steht Hofmann in Sachen Reparatur aber weiter zur Seite.

Wehmut? „Mit Sicherheit“, sagt Hofmann. Er dürfe gar nicht daran denken, „dass bald Feierabend ist“. „Seine“ Radsportgruppe fährt weiter. Hofmann wollte seine „Leidenschaft am Rennradfahren“ teilen und setzte 1981 seine Idee – regelmäßige Fahrten in einer Gruppe – um. Heute gehören dem Team 25 Männer und Frauen an, die sich ab der Zeitumstellung im März wieder dienstags und donnerstags um 18.30 Uhr zu den Rennrad-Touren treffen.

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