KREIS SCHWEINFURT

Auch der Landkreis ist bunt

Auch der Landkreis erklärt sich als „bunt“. Einmütig hat der Kreisausschuss am Dienstagvormittag eine Resolution verabschiedet, um sich mit der Bevölkerung von Stammheim solidarisch zu erklären.

„Alle politischen Kräfte im Kreistag stehen für einen weltoffenen und toleranten Landkreis und lehnen die Etablierung der Landeszentrale der Partei ,Die Rechte' ab“, heißt es in der Erklärung. 70 Jahre nach Ende des „von einem verbrecherischen Regime“ ausgelösten Weltkriegs dürfe kein Platz sein für undemokratisches und menschenverachtendes Gedankengut. Wie berichtet, hat die rechtsextreme Partei angekündigt, ihre Basis in einem ehemaligen Gasthaus in Stammheim einrichten zu wollen, was auf große Gegnerschaft in der Bevölkerung stößt.

„Der Landkreis Schweinfurt ist bunt“, sagte Landrat Florian Töpper (SPD) im Kreisausschuss: Gerade seine Vielfalt mache ihn stark. Friedel Heckenlauer (CSU) formulierte seine Sorge über das „Verhalten derer, die sich da niederlassen wollen“. Wenn das Banner „Stammheim ist bunt“ gestohlen und verbrannt werde und dann auf Internetseiten der „Rechten“ dies gezeigt und begrüßt werde, müsse man die Entwicklung sehr genau beobachten. Dabei werde deutlich, dass politische Vielfalt nicht erwünscht sei. Man müsse die Bevölkerung gegen Extreme sensibilisieren.

Stefan Rottmann (SPD) wertete es als positiv, dass sich viele Kommunen derzeit mit Stammheim solidarisieren. „Die Rechte hat hier keinen Platz“, sagte der Schonunger Bürgermeister. Man müsse sich zur Wehr setzen und dürfe sich nicht einschüchtern lassen.

Die Notwendigkeit, Stammheim zur Seite zu stehen, unterstrich auch Otto Kunzmann (FW). Die Situation sei ernst und werde von manchen als Bedrohung empfunden. Die Wehrhaftigkeit der Demokratie stellte Paul Knoblach (Grüne) heraus. Man müsse Widerstand leisten gegen alle, die totalitäre Systeme errichten wollen. Auch Norbert Sauer (FDP) erklärte seine Unterstützung, mahnte aber, dass man „den Bogen nicht überspannen“ dürfe und meinte damit die Berichterstattung in den Medien. Gerade die Pegida-Bewegung habe gezeigt, dass sie nur so lange Zulauf gehabt habe, so lange sie in den Medien wahrgenommen worden ist.

Als einzige Kreistagspartei ist die Linke nicht im Kreisausschuss vertreten.

Schlagworte

  • Josef Schäfer
  • Bevölkerung
  • CSU
  • Demokratische Defizite und Missstände
  • FDP
  • Florian Töpper
  • Friedel Heckenlauer
  • Norbert Sauer
  • Otto Kunzmann
  • Paul Knoblach
  • Pegida
  • Rechtsextreme Parteien
  • SPD
  • Stefan Rottmann
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!