SCHWEINFURT

Auf Ehrenbürger sollte kein Schatten fallen

Am 24. November waren die Straßen zwischen dem Stammwerk von Fichtel & Sachs in Oberndorf und dem Stadtfriedhof dicht gesäumt von Menschen, die Abschied nehmen wollten von ihrem Ehrenbürger Willy Sachs. Fünf Tage zuvor hatte er seinem Leben auf Gut Rechenau im Kreis Rosenheim selbst ein Ende gesetzt.
Willy Sachs in der Rolle, die man verdrängt hat: in SS-Uniform bei der Eröffnung des nach ihm benannten Stadions. Foto: FOTO STB
In Schweinfurt wollte man jedoch von dem Freitod nichts wissen. Von „einem tragischen Geschick“ war die Rede. Darauf hatten sich Familien und Unternehmen für die Todesanzeigen verständigt, die Zeitung selbst griff die Formulierung auf. Auf den beliebten, leutseligen und großzügigen Mann, der seiner Stadt ein großartiges Stadion geschenkt hatte, sollte kein Schatten fallen. Es ist ausgerechnet diese Schenkung, die Willy Sachs viele Jahre nach seinem Ableben immer wieder in die Schlagzeilen gebracht hat. Das Stadion solle umbenannt werden, hieß es zuletzt angesichts des Spiels einer israelischen ...
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