KREIS SCHWEINFURT

„Aufstehn, Krönchen richten, weitergehen“

Tipps gab Persönlichkeitstrainerin Annette Sax (rechts) den Frauen. Foto: Charlotte Wahler

Signale der Körpersprache sind nicht immer eindeutig. Eine gute innere Haltung wirkt jedoch immer auch nach außen. „Wir senden immer, egal wo wir gehen und stehen“, informierte Persönlichkeitstrainerin Annette Sax beim Seminar „Frauen fit in Ehrenamt und Mandat“ im Landratsamt. Dort ging es darum, wie Frauen ihre individuelle Stärke und Persönlichkeit auch in verantwortungsvollen Positionen vertreten können.

Ute Suckfüll, Gleichstellungsbeauftragte des Landratsamtes, organisiert die Seminarreihe, um den Frauen Mut zu machen, auch in den vorderen Entscheidungsebenen mitzumischen und Verantwortung zu übernehmen. Viele würden erfolgreich alles rund um die Familie managen, jedoch in Vereinen und Institutionen oft nur Plätze in den hinteren Reihen einnehmen.

Sax arbeitet seit 1998 als Trainerin und kennt die Fallstricke weiblichen Engagements. Selbstzweifel oder der Wunsch, bei allen beliebt zu sein, gehörten ebenso dazu wie die schnelle Übernahme von Fleißaufgaben statt Prestigeaufgaben. Diese seien ja oftmals mit öffentlichen Auftritten verbunden. Es gehöre auch Mut dazu, sich nach vorne zu stellen.

„Wenn wir Menschen begegnen, fällen wir unser Urteil zu 55 Prozent nach dem, was wir sehen, zu 38 Prozent nach der Stimme und nur zu sieben Prozent nach den Worten“, verdeutlichte Sax die Macht des ersten Eindrucks. Für Frauen können damit auch Vorteile verbunden sein, denn über die männliche Uniformierung hinaus könnten sie sich Freiräume schaffen für ihre Selbstdarstellung. „Wenn wir den Mut haben, weibliche Muster zu durchbrechen und Wert darauf legen, ernstgenommen zu werden, können wir unsere Lebensqualität verbessern.“

Eine wesentliche Rolle spiele dabei die Körperhaltung. Viele würden den schönen Spruch „aufstehn, Krönchen richten, weitergehen“ kennen, so Sax. In einer Gruppenübung konnten die Teilnehmerinnen gleich am eigenen Leibe verspüren: wie gehe, nein, wie schreite ich mit einem imaginären Krönchen auf dem Haupt? Souverän, selbstbewusst und sympathisch zu wirken, gelinge besser, wenn die inneren Wertevorstellungen klar als eigene Stärken empfunden werden können.

Sax verwies auf die möglichen Bedeutungen von Körpersignalen und deren geschlechtsspezifischen Kontext. Die klassische weibliche Kopfhaltung, mit zur Seite geneigtem Kopf lieb zu lächeln, würde in männlicher Gesellschaft als Unterwürfigkeitssignal gedeutet und trage dazu bei, dass Frauen weniger ernst genommen würden. Ein gerades, offenes Lächeln könne jedoch die Atmosphäre jeder Versammlung verbessern. Frauen hätten traditionell ein feines Gespür für die atmosphärischen Schwingungen jedes Raumes und könnten Stärke entwickeln.

Sax verwies auch auf die Fallstricke, die sich in Begrüßung, Vorstellung oder Gesprächen bei öffentlichen Anlässen verbergen können. Sicherheit im Aussehen und im Kleidungsstil könne auch zum Rüstzeug weiblicher Souveränität beitragen.

Im zweiten Modul der Veranstaltungsreihe wird es um Kleidung und Erscheinungsbild gehen.

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