Region Steigerwald/Ebrach

Aus Protest an dicke Steigerwald-Buchen gekettet

Mit einer spektakulären Protestaktion ließ die oberfränkische Grünen-Bundestagsabgeordnete Lisa Badum jetzt im "Hohen Buchenen Wald" bei Ebrach ihren Worten Taten folgen.
Aus Protest gegen die Wiederaufnahme der Forstwirtschaft im 'Hohen Buchenen Wald' im Ebracher Forst' durch den Forstbetrieb Ebrach der Bayerischen Staatsforsten ketteten sich jetzt dort die oberfränkische Grünen-Bundestagsabgeordnete Lisa Badum (Mitte) und weitere Umweltaktivisten symbolhaft an ebenfalls zur Fällung vorgesehene dicke Buchen.
Aus Protest gegen die Wiederaufnahme der Forstwirtschaft im "Hohen Buchenen Wald" im Ebracher Forst" durch den Forstbetrieb Ebrach der Bayerischen Staatsforsten ketteten sich jetzt dort die oberfränkische Grünen-Bundestagsabgeordnete Lisa Badum (Mitte) und weitere Umweltaktivisten symbolhaft an ebenfalls zur Fällung vorgesehene dicke Buchen. Foto: Lena Knauer

Lisa Badum, oberfränkische Bundestagsabgeordnete der Grünen für den Wahlkreis Bamberg/Forchheim, hatte im Mai bei der Landesdelegierten-Konferenz ihrer Partei in Hirschaid angekündigt: "Zur Not ketten wir uns an diese wertvollen Buchen." Gemeint waren damit die dicken Buchen im Steigerwald und hier insbesondere die in dem jetzt wieder durch Hiebsmaßnahmen der Bayerischen Staatsforsten in die Schlagzeilen geratenen „Hohen Buchenen Wald im Ebracher Forst“.

Jetzt am Sonntag ließ Lisa Badum zusammen mit jungen Umweltaktivisten und -aktivistinnen verschiedener Netzwerke den Worten Taten folgen. Symbolhaft ketteten sie sich an durch ihre Markierung zur Fällung vorgesehenen Buchen, um zu zeigen: Dass hier wertvolle Buchen gefällt wurden ist ein Skandal, die alten Buchen brauchen Schutz.

Lisa Badum betont: „Wir bleiben laut und wollen der Bayerischen Staatsforten zeigen, dass sie mit unseren Protesten rechnen können."

Anlässlich der kürzlich erfolgten Fällungen im Ebracher Forst hatten sich auf Einladung von Lisa Badum Engagierte aus der Region sowie Umweltaktivisten und -aktivistinnen aus ganz Bayern im Ebracher Forst getroffen, um gegen das Vorgehen der Bayerischen Staatsforsten zu demonstrieren.

Lisa Badum erklärt dazu in einer Pressemitteilung: „Die Fällungen sind keine Pflegemaßnahmen, sie sind ein profitorientierter Skandal. Während sich die Bayerische Staatsregierung vorn mit Ambitionen im Naturschutz rühmt, holzen die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) hinterrücks im naturschutzfachlich wichtigsten Gebiet Bayerns jahrhundertalte Buchen ab.“

Dabei ließen sich die Bayerischen Staatsforsten an Willkür kaum übertrumpfen, so Badum. Denn das, was als Pflegemaßnahmen deklariert werde, sei allein für den Profit ausgelegt. 60 Euro pro Meter Buche sei es den Bayerischen Staatsforsten wert, den wichtigsten Naturschatz Bayerns zu zerstören und die Meinung eines Großteils der Bevölkerung sowie vieler Naturschutzverbände zu ignorieren.

Die Bundestagsabgeordnete Lisa Badum ließ jetzt durch das symbolhafte Anketten an dicke Bäume im 'Hohen Buchenen Wald' bei Ebrach ihren Worten von der Landesdelegierten-Konferenz der Grünen im Mai Taten folgen.
Die Bundestagsabgeordnete Lisa Badum ließ jetzt durch das symbolhafte Anketten an dicke Bäume im "Hohen Buchenen Wald" bei Ebrach ihren Worten von der Landesdelegierten-Konferenz der Grünen im Mai Taten folgen. Foto: Lena Knauer

Durch die Fällungen von etwa 80 bis 100 Buchen, seien dem Nordsteigerwald 120 bis 170 Jahre alte Buchen genommen und durch die zeitgleiche Fällung jüngerer Buchen auch die Chance, ebensolche Buchenkathedralen wachsen zu lassen, die als immense CO2-Speicher im Kampf gegen die Klimakrise ein so wichtiger Beitrag wären, unterstreicht Lisa Badum in ihrer Pressemitteilung. Weiter wird die Bundestagsabgeordnete der Grünen mit den Worten zitiert. „Wir brauchen jetzt dringend Schutz für den einzigartigen Nordsteigerwald.“

Im Namen und mit Unterstützung vieler Engagierter vor Ort und junger Umweltaktivisten aus ganz Bayern fordere sie mit aller Vehemenz ein sofortiges Fällmoratorium, ein Schutzgebiet für den „Hohen Buchenen Wald“, sowie langfristig einen Nationalpark im Nordsteigerwald. Sie betont nochmals: „Zur Not ketten wir uns an diese Buchen.“

Mit „sehr vorsichtigen Maßnahmen zur Förderung des Waldumbaus sowie Pflanz- und Pflegemaßnahmen wie etwa Kronenpflege zugunsten der Eiche" hatten die Bayerischen Staatsforsten in Regensburg bekanntlich begründet, dass sie nach vier Jahren ohne Fällungen im „Hohen Buchenen Wald“ dort wieder zur Forstwirtschaft zurückgekehrt sind.

Die Grundlage bildet die Entscheidung höchster Gerichte, dass die nachträgliche Aufhebung der einst 2014 vom Landratsamt Bamberg erlassenen Schutzverordnung für den ehemals Geschützten Landschaftsbestandteil durch die zuständige Regierung von Oberfranken rechtmäßig war. Den Weg dafür hatte der Bayerische Landtag frei gemacht, indem er mit der damaligen CSU-Mehrheit die Zuständigkeit für Geschützte Landschaftsbestandteile ab einer Größe von zehn Hektar auf die Bezirksregierungen verlagerte. Gegner hatten diese Änderung als „Lex Steigerwald“ bezeichnet.

 

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