Grafenrheinfeld

Aus für AKW-Andachten

Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit ging am letzten Sonntag des vergangenen Jahres eine 32 Jahre dauernde Tradition zu Ende.

Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit ging am letzten Sonntag des vergangenen Jahres eine 32 Jahre dauernde Tradition zu Ende. Seit der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986 versammelten sich regelmäßig alle vier Wochen Menschen am Wegkreuz beim Kernkraftwerk, um für den Erhalt der Schöpfung zu beten.

Nach der Abschaltung des Kraftwerks 2015 scheint aber auch der Blick für die Gefahren der Kernkraft, durch Brennelementelager und Bereitstellungshalle in der Bevölkerung geringer geworden zu sein. Zu den Andachten am Wegkreuz kamen jedenfalls immer weniger Teilnehmer. So haben sich die Verantwortlichen jetzt entschlossen, die monatlichen Andachten einzustellen. Organisation und Vorbereitung stünden in keinem Verhältnis mehr zur Zahl der Betenden und diskutierenden Besucher, stellte Gertrud Wolf fest.

Sie und ihre Mitstreiter Peter Fuchs, Eva Loos und Magnus Lux wollen aber noch nicht ganz aufgeben. Einmal im Jahr, immer am Sonntag des Tschernobyl-Gedenktages (2019 am 28. April), wollen sie zu einer Andacht am Wegkreuz einladen. Dann soll betend und diskutierend ein "Tag der Schöpfung" gefeiert werden. Außerdem ist geplant, einen "Gebetskasten" an diesem besonderen Ort aufzustellen. Dort sollen einerseits Gebete und Texte zur Schöpfung zum Mitnehmen bereitliegen, andererseits soll es eine Art "Briefkasten" für Fürbitten zu dieser Thematik geben.

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